Fußball

Und der Neue trifft gleich Schalke setzt Duftmarke gegen Gladbach

imago46138743h.jpg

Kam aus Augsburg, sah Gelsenkirchen und traf zum Einstand: Michael Gregoritsch.

(Foto: imago images/RHR-Foto)

Zum Rückenrundenauftakt in der Fußball-Bundesliga gibt der FC Schalke 04 flugs einmal ein Statement ab. Die Gelsenkirchener gewinnen ihr Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Mönchengladbach, überzeugen vor allem nach der Pause und steuern weiter auf Kurs in Richtung Champions League.

Der FC Schalke 04 hat der Borussia aus Mönchengladbach gleich zum Rückrundenauftakt der Fußball-Bundesliga einen Rückschlag im Titelrennen verpasst. Nach dem 2:0 (0:0) in einem rasanten Spitzenspiel könnte das Team von Trainer David Wagner gar selbst in den spannendsten Meisterkampf seit Jahren eingreifen. Der deutsche Nationalspieler Suat Serdar in der 48. und Winterzugang Michael Gregoritsch in der 58. Minute erzielten die Tore, und die Gelsenkirchener zogen in der Tabelle mit nun 33 Punkten zumindest für eine Nacht an den Nachbarn von Borussia Dortmund vorbei auf Rang vier. "So erträumt und wünscht man sich den Einstand", sagte Gregoritsch im ZDF.

Schalke - Gladbach 2:0

Tore: 1:0 Serdar (48.), 2:0 Gregoritsch (58.)
FC Schalke 04: Schubert - Kenny, Kabak, Nastasic, Oczipka - Mascarell - Caligiuri, Schöpf, Serdar (74. Boujellab) - Raman (69. Kutucu), Gregoritsch (90. Burgstaller). - Trainer: Wagner
Borussia Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Jantschke (85. Strobl), Wendt - Zakaria, Hofmann - Herrmann (59. Neuhaus), Embolo (72. Stindl), Thuram - Plea. - Trainer: Rose
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 62.271 (ausverkauft)

Die in der Hinserie überraschend starken Gladbacher wurden von leidenschaftlichen Schalkern mit ihren eigenen Waffen geschlagen: frühes Attackieren, hohe Laufbereitschaft und große Aggressivität in den Zweikämpfen. "Wir sind sehr enttäuscht. Wir waren heute nicht gut genug, Schalke war klar besser", sagte Torwart Yann Sommer. "Zu wenig Durchschlagskraft in der Offensive" analysierte Jonas Hofmann, warnte aber davor, "jetzt alles schlecht zu reden".

Sollte der FC Bayern am Sonntag bei Hertha BSC (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) gewinnen, würde die Borussia vorerst auf Rang drei zurückfallen. In zwei Wochen geht es dann zum Herbstmeister RB Leipzig. Schalke kann mit einem positiven Ergebnis in der kommenden Woche beim FC Bayern endgültig ins Titelrennen eingreifen. Zumindest die Rückkehr in die Champions League scheint nach der starken Vorstellung denkbar. "Wir stehen oben, es ist eine schöne Situation", sagte Gregoritsch. Vor 62.271 Zuschauern im ausverkauften Stadion entwickelte sich ein unterhaltsames Duell, bei dem Pfiffe der Fans gegen den nach der Saison zu den Bayern abwandernden Schalker Torwart Alexander Nübel ausblieben.

Ex-Kapitän Nübel sitzt auf der Tribüne

Der Ex-Kapitän saß wegen seiner Rotsperre auf der Tribüne und sah eine souveräne Leistung seines Stellvertreters und designierten Nachfolgers Markus Schubert. Der stand in der fünften Minute erstmals im Fokus, als er einen Schuss von Gladbachs Alassane Plea über die Latte lenkte. Nübel muss nach seiner Kung-Fu-Aktion gegen Frankfurts Mijat Gacinovic auch im nächsten Spiel bei den Bayern noch zuschauen - einige Fans fordern allerdings, dass der 23-Jährige nie wieder für Schalke spielen solle. Schubert zeigte in der ersten Hälfte eine unaufgeregte Vorstellung, wurde jedoch nur wenig gefordert. Als er nach einem Kopfball von Marcus Thuram geschlagen war, rettete Gregoritsch auf der Linie (37.). Von Patrick Herrmann ließ sich Schubert aus kurzer Distanz nicht überlisten (45.).

Bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Deniz Aytekin blieben es die drei einzigen Torchancen der Gladbacher. Schalke hatte mehr vom Spiel - doch Gladbachs Bester, Torwart Yann Sommer, verhinderte gegen Gregoritsch (6.), Alessandro Schöpf (16.) und Benito Raman (28.) einen möglichen Rückstand. Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel war der Schweizer Nationaltorwart dann aber doch geschlagen. Nach Zuspiel von Gregoritsch lief Serdar relativ unbehelligt in Richtung Borussen-Tor und ließ Sommer bei seinem siebten Saisontreffer keine Abwehrmöglichkeit. Das Führungstor beflügelte die Schalker, die zehn Minuten später auf 2:0 erhöhten. Nach einem Ballgewinn am eigenen Strafraum passte Serdar schön auf Raman, der uneigennützig querlegte auf Gregoritsch.

In seinem ersten Spiel für Königsblau erzielte der Österreicher sein erstes Tor. Gladbachs Trainer Marco Rose reagierte und brachte Florian Neuhaus für Herrmann (59.). Nach dessen Vorlage hatte Thuram die Chance zum Anschlusstreffer, doch Schubert wehrte ab (71.). Vor der vierminütigen Nachspielzeit durfte Gregoritsch bei seiner Auswechslung den Applaus der Fans genießen - seine Mitspieler verteidigten souverän den 2:0-Erfolg.

Das war der Auftakt der Hinrunde. Wer wissen will, wie es am Ende ausgehen könnte, dem sei der Text der Kollegen Christoph Wolf, Tobias Nordmann und Constantin Eckner empfohlen. Demnach sind zwei Dinge klar: Deutscher Meister wird der FC Bayern. Und der SC Freiburg steigt ab. Warum das alles so kommt und die Tabellen entgegen der beliebten Phrase manchmal doch lügt? Eine kleine Datenspielerei.

Quelle: ntv.de, Carsten Lappe und Wolfgang Müller, dpa