Reif für baldiges GipfeltreffenSelbst ohne Worte heizt der BVB das Duell mit dem FC Bayern mächtig an

Serhou Guirassy trifft wieder am Fließband und der BVB überzeugt auf dem Platz - mit Meister-Ansagen halten sich die Verantwortlichen aber zurück. Dennoch heizen sie das große Duell gegen den FC Bayern an.
Serhou Guirassy und Julian Ryerson posierten stolz für ein Selfie vor der Südtribüne, zu forschen Meister-Ansagen ließen sich die Seriensieger von Borussia Dortmund aber diesmal nicht hinreißen. Warum auch? Beim hochverdienten 4:0 (3:0) gegen den FSV Mainz 05 sprach der Auftritt des BVB schließlich endlich mal für sich selbst.
Geht es so weiter, könnte sich der Titelkampf beim Gipfeltreffen mit dem FC Bayern am 28. Februar noch einmal so richtig zuspitzen. "In zwei Wochen werden wir die Situation hoffentlich genauso positiv beäugen können", sagte Sportdirektor Sebastian Kehl betont gelassen, der Rest war nach dem sechsten Ligasieg in Folge Schweigen und Genuss.
Denn eins machte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac am Freitagabend überdeutlich: Die Jagd auf den Spitzenreiter aus München soll gnadenlos weitergehen - auch wenn sie ohne den gelbgesperrten Nico Schlotterbeck erstmal eine vordergründig stille ist.
Guirassy macht den Unterschied
Nach Wochen der spielerischen Armut kommt die klare Leistungssteigerung beim BVB zur rechten Zeit. Die schwarz-gelbe Form scheint endlich zu sitzen - auch weil Kovac wieder einen alten Trumpf ziehen kann.
Fünf Tore erzielte sein Problemkind der vergangenen Monate in den letzten drei Ligaspielen - Guirassys Reaktion sei "sensationell gut" gewesen, lobte Kovac seinen Doppelpacker, "wir brauchen seine Tore".
Den Erfolg der jüngsten Wochen habe sich der Stürmer nach seiner Leidensphase "hart erarbeitet", sagte auch Kehl, der Verein brauche "einen sehr guten Serhou Guirassy, um am Ende auch erfolgreich zu sein". Der gegen Mainz als vierfacher Vorlagengeber überragende Julian Ryerson könnte ebenfalls ein Schlüsselspieler der kommenden knüppelharten Wochen werden.
Kovac schaut "nach hinten"
Doch während die Borussia auf dem Platz Gas gibt und zumindest über Nacht erneut bis auf drei Zähler an den Spitzenreiter heranrückte, kokettiert Kovac lieber weiter mit dem Rückspiegel. Egal was passiere, er "schaue trotzdem nach hinten, weil die anderen Mannschaften wirklich gut sind", sagte der 54-Jährige bei Sky. Den Abstand nach vorne verkleinern? Ja, aber bitte erst mal Platz nach hinten schaffen, so Kovac: "Erst das Eine, dann das Zweite."
Ausruhen jedenfalls ist für den BVB zunächst keine Option, in den nächsten Wochen geht es Schlag auf Schlag - in den Play-offs der Champions League ab Dienstag (21 Uhr/Prime Video und im Liveticker auf ntv.de) gelte "siegen oder fliegen", betonte Kovac. Gegen das "sehr unbequeme" Atalanta Bergamo müsse nach den teils enttäuschenden Leistungen in der Königsklasse nun "nochmal eine Schippe drauf gelegt werden".
Zudem muss der BVB in der Liga dranbleiben - damit es noch einmal richtig heiß wird.