Fußball

Notfalls auch im Alleingang Söder sorgt beim FC Bayern für Geisterspiele

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Applaus wird Markus Söder vom FC Bayern diesmal wohl kaum erhalten.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Fußball-Bundesliga sollen die Stadien auch am kommenden Wochenende unterschiedlich ausgelastet sein. Dem bayerischen Ministerpräsidenten gefällt das nicht, Söder will bundeseinheitlich Geisterspiele. Klappt das nicht, trifft es eben die Klubs in seinem Einflussbereich.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will im Fußball Geisterspiele auch dann durchsetzen, wenn sich Bund und Länder nicht auf ein einheitliches Vorgehen verständigen können. "Es macht auf absehbare Zeit keinen Sinn, wieder Zuschauer zuzulassen", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. "Es ist eine wichtige Forderung, dass wir heute bundeseinheitlich beschließen, dass wir künftig keine Zuschauer mehr machen. Wenn das auf Bundesebene nicht funktioniert, würden wir das für Bayern allein machen."

Seit vergangenem Mittwoch gelten in bayerischen Fußballstadien eine Obergrenze von maximal 25 Prozent Auslastung und die 2G-plus-Regel. Das heißt, geimpfte oder genesene Besucher müssen zusätzlich negativ getestet sein. Das ist Söder nicht genug: "Was die Leopoldina fordert, braucht das ganze Land. Wir müssen jetzt entschlossen handeln", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag im "ZDF-Morgenmagazin". Neben dem FC Bayern wären auch der FC Augsburg, Greuther Fürth, die Zweitligisten 1. FC Nürnberg, FC Ingolstadt und Jahn Regensburg sowie die Drittliga-Klubs TSV 1860 München, Türkgücü München und die Würzburger Kickers betroffen.

Der FC Bayern empfängt am 8. Dezember in der Champions League den FC Barcelona, drei Tage später kommt der 1. FSV Mainz 05 zum Bundesligaduell. Nach aktuell geltenden Regeln dürften jeweils noch knapp 20.000 Zuschauer zu den Spielen strömen.

"Großer Nachteil"

In Sachsen wird bereits ohne Zuschauer gespielt. "Fakt ist, dass man müde wird, nicht nur wir im Fußball, sondern auch jeder andere Bürger im Land, mit immer wieder neuen Einschränkungen und Hoffnungen, die einem gemacht werden. Dann droht doch wieder der nächste Lockdown", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff bei DAZN: "Natürlich ist es sportlich und wirtschaftlich ein großer Nachteil, den wir im Vergleich zu den Bundesligisten haben, die in vollen oder halbvollen Stadien spielen."

Am Mittag wollen die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder telefonisch über die Krise beraten. Der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun hat im "Frühstart" von ntv jedoch die Erwartungen an den Gipfel gebremst und betont, dass es sich nur um ein rein informelles Treffen handele. "Beschlüsse sind für heute nicht geplant. Das war die Vorbedingung für das Treffen". Auf die Nachfrage, warum man die Besprechung nicht trotzdem nutze, um eine gemeinsame Linie festzulegen, sagte Braun: "Ich kann nur wiedergeben, dass man vorab vereinbart hat, sich informell zu treffen."

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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