Fußball

"Tiefe Beschämung" Sogar FIFA-Funktionären scheint das Trump-Anbiedern peinlich

18.01.2026, 15:22 Uhr
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Einer genießt das Rampenlicht, der andere biedert sich an. (Foto: Pool via REUTERS)

Gianni Infantino erfreut sich an seiner engen Beziehung zu Donald Trump. Der US-Präsident erhält sogar einen extra ins Leben gerufenen Preis der FIFA. Mangelnde Transparenz lässt dies als Alleingang von Infantino deuten. Offenbar gibt es beim Fußball-Weltverband darüber einigen Ärger.

In Teilen des Fußball-Weltverbandes FIFA wächst angeblich das Unbehagen nach der Verleihung eines sogenannten Friedenspreises an den US-Präsidenten Donald Trump. Das berichtet der "Guardian". Aufgrund der mangelnden Transparenz habe es bereits rund um die Vergabe Bedenken gegeben, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eine hochrangige FIFA-Quelle, inzwischen sei dies im Kreise "mittelrangiger und hochrangiger" Funktionäre aber in "tiefe Beschämung" umgeschlagen.

FIFA-Chef Gianni Infantino hatte den Friedenspreis kurz vor der WM-Auslosung im Dezember ins Leben gerufen. Offiziell ist nicht bekannt, nach welchen Kriterien und durch wen die Entscheidung für den Preisträger getroffen wird. Menschenrechtsgruppen übten scharfe Kritik. Zuvor hatte Infantino Trump vergeblich für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Der "Guardian"-Bericht folgt auf die US-Angriffe auf Venezuela, die Gefangennahme des Machthabers Nicolás Maduro sowie Trumps Übernahmepläne für Grönland.

Offiziell verteidigt FIFA-Sprecher die Preisverleihung

Infantino pflegt im Vorfeld der WM in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli) eine enge Beziehung zu Trump. Die Vorbereitung und das Turnier seien eine "sehr heikle" und "schwierige" Angelegenheit, sagte dem Bericht zufolge ein hochrangiger, nicht namentlich genannter FIFA-Mitarbeiter.

In einer Stellungnahme verweigerte ein FIFA-Sprecher einen Kommentar zu den anonymen Aussagen, verteidigte aber die Preisvergabe an Trump. "Die FIFA unterstützt ihren jährlichen Friedenspreis nachdrücklich, eine Auszeichnung zur Würdigung außergewöhnlicher Beiträge für Frieden und Einheit", hieß es.

Die FIFA wies darauf hin, dass die venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado Trump bei ihrem Besuch in Washington am Donnerstag in einem höchst ungewöhnlichen und rein symbolischen Schritt ihre Medaille übergeben hatte. Das Nobelkomitee in Oslo stellte klar, dass der Preis nach den seit rund 125 Jahren gültigen Regeln nicht weitergegeben werden kann.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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