Fußball

Wut auf Präsident und Klub Spanische Liga will PSG wegen Mbappé verklagen

Kylian Mbappés erste Wahl soll nach seiner Mutter und Beraterin Real Madrid sein.

Kylian Mbappé sorgt für Ärger in Spanien.

(Foto: Jean Francois Badias/AP/dpa/Arch)

Kylian Mbappé wird ab Sommer unglaublich viel Geld verdienen - und zwar bei PSG, nicht in Spanien. Die spanische Liga ist fassungslos und kündigt Schritte gegen den französischen Klub an.

Kylian Mbappé ist einer der globalen Superstars des Fußballs. Der Angreifer wurde 2018 Weltmeister mit Frankreich, er veredelt Werbekampagnen für große Marken, er ziert die Cover von Computerspielen und er wird ab dem Sommer noch einmal unglaublich viel mehr Geld verdienen, als bisher. Doch das wird er nicht bei Real Madrid tun, wie seit Monaten weithin erwartet worden war, sondern weiter bei Paris Saint-Germain. Dort verlängert der 23-Jährige seinen Vertrag und wird fortan nicht nur dem Vernehmen nach 50 Millionen Euro netto bis 2025 verdienen, sondern offenbar auch einen Bonus von Hundert Millionen Euro erhalten.

Und dieses Paket sorgt bei Mbappé und den Fans des französischen Scheich-Klubs für Freude, in Spanien aber für Frust und Ärger. Der Ärger ist so groß, dass Liga-Boss Javier Tebas am Nachmittag noch von einer "Demütigung für den spanischen Fußball" sprach - und dann am Abend verkündete, PSG verklagen zu wollen. "LaLiga wird bei der UEFA, den französischen Verwaltungs- und Steuerbehörden und den Behörden der Europäischen Union Klage gegen PSG einreichen, um das wirtschaftliche Ökosystem des europäischen Fußballs und seine Nachhaltigkeit weiterhin zu verteidigen", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung, die die Liga am Abend veröffentlichte.

"Es ist ein Skandal"

Lange schien klar, dass Mbappé im Sommer ablösefrei zum Champions-League-Finalisten wechseln würde, nachdem der Deal im Winter nicht zustande gekommen war. Nun kommt es offenbar anders, auch Liga-Boss Tebas hatte das schon verkündet. Und das macht LaLiga, die damit um eine gewaltige Attraktion gebracht wird, fassungslos. "Es ist ein Skandal, dass ein Verein wie PSG, der in der vergangenen Saison Verluste von mehr als 220 Millionen Euro verzeichnete, nachdem er in den vorangegangenen Spielzeiten Verluste von mehr als 700 Millionen Euro angehäuft hatte (und gleichzeitig Sponsoreneinnahmen in zweifelhafter Höhe auswies), mit einem Kader, der in dieser Saison rund 650 Millionen Euro kosten wird, eine solche Vereinbarung abschließen kann, während die Vereine, die sich die Verpflichtung des Spielers leisten könnten, ohne dass ihre Lohnsumme darunter leidet, ihn nicht verpflichten können."

Der Hintergrund des Ärgers ist klar: Aufgrund strenger Auflagen der Liga, die die maximalen Kosten des Kaders eng an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Klubs knüpft, musste der FC Barcelona vor der Saison Superstar Lionel Messi ziehen lassen. Der klamme Klub konnte sich den eigentlich bleibewilligen Klubheiligen nicht mehr leisten, ausgerechnet PSG sicherte sich damals die Dienste des vielfachen Weltfußballers.

"Greift Hunderttausende Arbeitsplätze an"

Der Zorn besonders auf PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi ist in Spanien groß. "LaLiga und viele europäische Fußballinstitutionen hatten gehofft, dass PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi, nachdem er in die Gremien des europäischen Fußballmanagements wie das UEFA-Exekutivkomitee und die Präsidentschaft der Europäischen Klubvereinigung (ECA) eingetreten war, von diesen Praktiken Abstand nehmen würde, da er wusste, dass sie großen Schaden anrichten."

Paris Saint-Germain wird seit elf Jahren mit katarischen Öl-Milliarden ausgestattet, die Qatar Sports Investments leitet die Geschicke des Klubs und ließ sich den Aufstieg des einstigen französischen Mittelklasseklubs zur globalen Marke Unsummen kosten. Derzeit spielen mit Lionel Messi, Neymar und eben Mbappé drei der teuersten Fußballspieler der Welt für die Pariser. Dem Champions-League-Titel läuft die Edeltruppe allerdings weiterhin erfolglos hinterher.

Die Liga wolle darauf hinweisen, heißt es in der schriftlichen Mitteilung, "dass diese Art von Vereinbarung die wirtschaftliche Stabilität des europäischen Fußballs angreift und Hunderttausende von Arbeitsplätzen sowie die Integrität des Sports gefährdet, nicht nur in den europäischen Wettbewerben, sondern auch in den nationalen Ligen." Tebas wetterte derweil privat bei Twitter, Al-Khelaifi sei "so gefährlich wie die Super League". Real war allerdings eines der Gründungsmitglieder eben jener Super League, die im vergangenen Jahr kläglich gescheitert war.

Quelle: ntv.de, ter

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