Fußball

Zwangsverzicht für Fußballer? Spielergewerkschaft lehnt Gehaltskürzung ab

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Die Gladbach-Profis verzichten auf Teile ihrer Gehälter - freiwillig,

(Foto: imago images/Mika Volkmann)

Immer mehr Fußballer verzichten auf Teile ihres Gehalts - etwa, um Mitarbeitern ihrer Klubs das Einkommen zu sichern. Die Spielergewerkschaft ist jedoch dagegen, die Profis dazu zu verpflichten. VdV-Chef Ulf Baranowsky hält wenig davon, öffentlich Druck aufzubauen. Er setzt auf eine andere Lösung.

Geschäftsführer Ulf Baranowsky von der Spielergewerkschaft "Vereinigung der Vertragsfußballspieler" (VDV) hat sich für einen sachlichen Umgang mit der Forderung nach Gehaltsverzicht der Bundesliga-Profis ausgesprochen. "Viele Spieler sind den Klubs bereits entgegengekommen und haben teilweise auch Spenden für Bedürftige angekündigt. Ich werbe für Sachlichkeit, denn es geht darum, eine Pandemie zu besiegen und gleichzeitig wirtschaftliche Probleme zu lösen", sagte Baranowsky der "Mitteldeutschen Zeitung".

Eine Lösung sei nicht durch öffentlichen Druck auf bestimmte Berufsgruppen zu schaffen, betonte der Gewerkschafter. Es müssten seriöse Hilfsszenarien durch vernünftige Gespräche entwickelt werden. "Jeder muss für sich entscheiden, was er leisten kann und will. Es wäre aber völlig unangemessen, wenn einer vorgibt, was wer zu tun hat", erklärte Baranowsky. Für ihn sei es nachvollziehbar, wenn Hilfsbereitschaft nicht an die große Glocke gehängt wird. "Häufig passiert sehr viel Gutes im Stillen. Deshalb bringt uns eine öffentliche Diskussion über Gehaltsverzicht Einzelner nicht weiter", sagte Baranowsky.

Beispiele gibt es reichlich

Beispiele für die Hilfsbereitschaft der Profifußballer gibt es in diesen Tagen viele. Die Nationalspieler Leon Goretzka und Joshua Kimmich gründeten die Initiative "We kick Corona" und spenden eine Million Euro für soziale und karitative Einrichtungen, die deutsche Nationalmannschaft hat angekündigt, 2,5 Millionen Euro für Wohltägiges zu geben, das Bundesliga-Team von Borussia Mönchengladbach möchte auf einen Teil seines Gehalts verzichten, das Geld soll anderen Angestellten des Klubs zugutekommen.

Der VDV-Geschäftsführer führte zudem aus, dass Klubs nicht willkürlich Gehälter ihrer Spieler kürzen können. Auch eine Kündigung befristeter Verträge sei nicht möglich. "Die Vereine sind darauf angewiesen, einvernehmliche Lösungen zu finden. Wenn Vereine die Problematik vernünftig darstellen, ist es etwas ganz anderes, als wenn man mit fragwürdigen Drohungen agiert", äußerte Baranowsky.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa