Fußball

Ende nach nur acht Monaten Stefan Effenberg verlässt den KFC Uerdingen

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Nach nur acht Monaten verlässt der "Manager Sport" Stefan Effenberg den Drittligisten KFC Uerdingen schon wieder.

(Foto: imago images/VIADATA)

Vor gerade einmal sieben Monaten tritt Stefan Effenberg mit einem "Masterplan in der Tasche an", um als Manager den Chaos-Klub Uerdingen zu retten. Nun verlässt er den Verein auf eigenen Wunsch, einen Grund nennt er nicht. Ob eine verpatzte Trainingslagerplanung oder der Präsident eine Rolle spielten?

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Stefan Effenberg ging im Oktober 2019 seine neue Aufgabe als "Manager Sport" beim Drittligisten KFC Uerdingen mit "unglaublich viel Bock" und einem "Masterplan in der Tasche" an. Er erläuterte damals klare Vorstellungen und Ziele - und gab sich kämpferisch: "Ich sehe großes Potenzial - nicht nur in der Mannschaft, sondern auch im Verein. Sonst würde ich hier nicht sitzen." Nach nur etwas mehr als einem halben Jahr ist schon wieder Schluss: Stefan Effenberg verlässt den KFC Uerdingen auf eigenen Wunsch und scheidet mit sofortiger Wirkung beim Fußball-Drittligisten aus.

"Stefan Effenberg hat uns gegenüber erklärt, den Klub verlassen zu wollen. Diesem Wunsch haben wir entsprochen", sagt Geschäftsführer Nikolas Weinhart. "Wir danken ihm für seinen Einsatz und sein Engagement und wünschen ihm für die Zukunft nur das Beste." Effenberg selbst wird auf der Vereinshomepage zitiert mit den Worten: "Es war eine interessante und lehrreiche Zeit beim KFC Uerdingen. Wir haben gemeinsam einiges bewegt. Ich wünsche dem KFC weiterhin viel Glück und Erfolg." Der einstige Bundesligist Uerdingen stand zum Zeitpunkt der Verpflichtung Effenbergs mit nur drei Siegen kurz vor den Abstiegsplätzen. Vor Abbruch der Drittliga-Saison im März war der KFC mit elf Siegen und 39 Punkten Tabellen-Elfter. Auch Effenberg gehörte beim KFC Uerdingen zu den Mitarbeitern in Kurzarbeit.

Golfhotel und Chaos-Präsident

Es ist ein schnelles Aus Effenbergs, über dessen Gründe noch keine Informationen vorliegen. Zuletzt war der ehemalige Nationalspieler in die Kritik geraten, weil er bei der Auswahl des Wintertrainingslagers gründlich falsch entschieden hatte: Der Klub reiste auf sein Bestreben hin in die Toskana - hielt es dort aber nur zwei Tage aus. Die Unterkunft im italienischen Gavorrano, das "Il Pelagone Hotel & Golf Resort", hat nämlich keinen Fußballplatz. Schließlich handelt es sich um ein Golf-Hotel, wie der Name schon sagt. Stattdessen musste der ganze KFC-Tross zum Training zum nächstgelegenen, etwa sechs Kilometer entfernten, Platz fahren. Doch dessen Qualität sei ungenügend gewesen, wie die "Westdeutsche Zeitung" berichtete.

Effenberg hatte in Uerdingen einen Vertrag bis 30. Juni 2022 erhalten. "Egal, was passiert, wir werden die nächsten zwei Jahre zusammenarbeiten. Dann werden wir sehen", hatte damals Präsident Michail Ponomarew bekräftigt und Effenberg als einen "Partner" bezeichnet: "Wir freuen uns auf die Erfahrung und die Fähigkeiten von Stefan. Er ist ein Leader. Es ist eine tolle Verpflichtung für uns und eine große Chance, dass so jemand mit uns dem Weg gehen will."

Uerdingen sorgte für negative Schlagzeilen, als Ponomarew nach einer Heimniederlage im September 2019 gegen Mannheim in der Kabine komplett ausgerastet und den damaligen Trainer Heiko Vogel und den Spielern massiv gedroht haben soll.

Quelle: ntv.de, dbe/sid