Fußball

Boykott könnte teuer werden Streikender Messi riskiert Millionen-Strafe

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Beim FC Barcelona ist Messi noch nicht wieder aufgetaucht.

(Foto: AP)

Lionel Messi wird zum neuen Boykott-König des Fußballs. Mit dem FC Barcelona will er nichts mehr zu tun haben, das macht er mit seinem Streik mehr als deutlich - und lässt den neuen Trainer Ronald Koeman vergeblich warten. Das könnte für den Argentinier sehr teuer werden.

Dem sechsmaligen Weltfußballer Lionel Messi, der heute das Training genauso schwänzte wie den Auftakt des katalanischen Renommierklubs FC Barcelona am Vortag, droht eine saftige Geldstrafe. Das berichten spanische Medien. Der neue Trainer Ronald Koeman habe die zweite Einheit im Trainingszentrum Ciutat Esportiva Joan Gamper in Barcelona mit denselben 19 Spielern geleitet, die zu Wochenbeginn auch am ersten Training teilgenommen hätten, teilte der Verein mit. Der 33 Jahre alte Superstar will nach 20 Jahren im Verein den Ex-Meister unbedingt verlassen. Es droht eine juristische Auseinandersetzung, weil der Klub davon ausgeht, dass die Klausel für einen vorzeitigen Vertragsausstieg von Messi nicht mehr gültig ist.

Fast schon erwartungsgemäß hatte der neue Barça-Coach Ronald Koeman zum Trainingsauftakt vergeblich auf Messi gewartet. In spanischen Medien wird nun über eine Vertragsstrafe in Höhe von 25 Prozent des Monatsgehalts spekuliert. Messi war schon am Sonntag den Coronatests des Klubs ferngeblieben. Die spanische Liga hatte unterdessen im Konflikt den Klub unterstützt. La Liga teilte am Sonntag in einer offiziellen Erklärung mit, dass die Ausstiegsklausel, der zufolge der Argentinier die Katalanen vorzeitig nur für eine Ablösesumme von 700 Millionen Euro verlassen dürfe, nach wie vor gültig sei.

Die Anwälte Messis halten dem entgegen, dass ihr Mandant wegen des verspäteten Saisonendes auch nach dem eigentlichen Termin (10. Juni) noch fristgerecht kündigen könne und somit ablösefrei sei. Der Kontrakt des Südamerikaners in Barcelona hat noch eine Laufzeit bis 2021. Darüber hinaus wird über eine Zusatzklausel in seinem Vertrag diskutiert: "Diese Entschädigung gilt nicht, wenn die Kündigung des Vertrags durch einseitige Entscheidung des Spielers zum Ende der Saison 2019/20 wirksam wird."

"Überraschend und enttäuschend"

Der langjährige Barça-Funktionär Toni Freixa kritisierte unterdessen die Art und Weise, wie Messi seinen Wechselwunsch beim Klub hinterlegt habe. "Dass Messi nun derart einseitig über eine schriftliche Mitteilung seinen Wechsel ankündigt und einfach nicht mehr auftaucht, weist auf einen tiefen Konflikt hin, den sowohl Barça als auch den Spieler selbst in ein schlechtes Licht rücken", sagte Freixa gegenüber Spox und Goal: "Messis Verhalten ist aus meiner Sicht überraschend und enttäuschend."

Ob der 33-Jährige zum Auftakt von La Liga (11. bis 13. September) nochmals für Barça aufläuft, erscheint sehr zweifelhaft. Die Katalanen treffen am ersten Spieltag zu Hause im Estadio Camp Nou auf Aufsteiger FC Elche. Die Fronten sind jedenfalls verhärtet, am Mittwoch soll es eine Zusammenkunft der Rechtsvertreter beider Parteien geben. Es dürften allerdings zähe Verhandlungen mit einem nur schwer einzuschätzenden Ende geben.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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