Fußball

Englische Klubs müssen zahlen Super-League-Revolte wird jetzt teuer

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Für sechs europäische Großklubs endet der Traum von der Super League vorerst teuer.

(Foto: picture alliance / empics)

Die Idee einer geschlossenen europäischen Fußball-Super-League ist rasant und mit lautem Getöse gescheitert, wenigstens für den Moment. Die Scherben werden noch zusammengekehrt. Jetzt müssen erstmal sechs englische Klubs für ihre Beteiligung and er Revolte zahlen.

Die sechs englischen Klubs, die in einer Fußball Super League spielen wollten, müssen ihre gescheiterten Ambitionen vom Abschied von der Premier League teuer bezahlen. Die Premier League verkündete, dass die Vereine gemeinsam umgerechnet rund 25 Millionen Euro (22 Millionen Pfund) zahlen werden - getarnt als "Geste des guten Willens."

Das Geld werde "in das Wohl des Fußballs fließen", schrieb die Liga in einer Stellungnahme auf ihrer Homepage. "Die sechs Vereine, die an den Vorschlägen zur Gründung einer europäischen Super League beteiligt waren, haben heute noch einmal eingeräumt, dass ihr Handeln ein Fehler war, und haben ihr Engagement für die Premier League und die Zukunft des englischen Fußballs bekräftigt."

Neue Fantasien würden richtig wehtun

Champions-League-Sieger FC Chelsea, der FC Arsenal, der FC Liverpool, Manchester City, Manchester United und Tottenham Hotspur hätten "sich von ganzem Herzen bei ihren Fans, anderen Vereinen, der Premier League und der FA entschuldigt. "

Dazu haben sich die Vereine zugleich auf höhere Geldstrafen und Punktabzüge verständigt, wenn sich künftig Klubs aus Englands höchster Spielklasse einer ähnlichen Abspaltung wie der Super League anschließen. Konkret: "Ähnliche Aktionen werden in Zukunft zu einem 30-Punkte-Abzug führen, jeder der sechs Vereine würde in diesem Fall zusätzlich mit einer Geldstrafe von 25 Millionen Pfund belegt werden."

Die nun bestraften Premier-League-Vertreter gehörten zu jenen zwölf Klubs, die im April die Gründung einer eigenständigen Super League verkündet hatten. Nach heftigen Protesten aus nationalen Ligen, aus Verbänden sowie von zahlreichen Fangruppen wandten sich wenige Tage nach der Verkündung nach und nach neun Klubs von dem Projekt ab, darunter alle britischen Vereine.

Die Höhe der Geldstrafen ist vergleichbar mit jenen, die die Europäische Fußball Union UEFA vor einigen Wochen angekündigt hatte. Im Gegensatz zu den von der UEFA geforderten Bußgeldern werden die Premier-League-Strafen jedoch eine reine Geldsumme sein und nicht ein Prozentsatz der Sendeeinnahmen der nächsten Saison - eine Option, die in den vergangenen Wochen auch diskutiert worden war.

Fall ist erledigt - für alle

Mit der Einigung ist die Sache für die Liga, den nationalen Verband und die sechs Klubs vorerst vom Tisch: "Die Premier League und die FA haben während des gesamten Prozesses eng zusammengearbeitet und mit dieser Einigung sind beide Untersuchungen in dieser Angelegenheit abgeschlossen."

Das gilt auch für die drei Klubs, die sich bisher noch nicht von den Plänen zur Gründung der neuen Liga distanziert haben: Wegen ihrer Pläne müssen Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin vorerst keine Konsequenzen durch die UEFA fürchten. Wie die UEFA mitteilte, werden die Verfahren gegen die Klubs ausgesetzt.

Das Trio hatte empört auf die Einleitung der Disziplinarverfahren reagiert und beruft sich auf die Rückendeckung eines Gerichts in Madrid. Das Handelsgericht will vor dem Europäischen Gerichtshof klären lassen, ob der Weltverband FIFA und die UEFA Monopolstellungen innehaben, die gegen EU-Recht verstoßen. Die drei Klubs argumentieren zudem, die Super League hätte nur stattfinden sollen, wenn UEFA und/oder FIFA den Wettbewerb anerkannt hätten.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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