Fußball

"Nicht gut gemacht" Thomas Müller wundert sich über Schalke 04

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Thomas Müller wundert sich, wie einfach die Schalker es ihm machen.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Nachhilfe-Unterricht mal anders: Der FC Bayern demütigt den FC Schalke 04 zum Auftakt der Fußball-Bundesliga dermaßen, dass Thomas Müller anschließend offenbar Mitleid hat. Nach acht Toren gibt er jedenfalls Tipps, was die Schalker künftig besser machen müssen.

Bei einem 8:0-Sieg wird es schwer, die eine Szene des Spiels herauszustellen. Definitiv, es muss eine vom FC Bayern sein. Der FC Schalke 04 hat zum Bundesliga-Auftakt genug damit zu tun, sich vor dem Absaufen zu retten - was das Team nicht schafft - da gibt es keine Chance auf eigenes Hervortun. Mal ganz davon abgesehen, dass die Bayern das ohnehin nicht zulassen.

Die Münchner dagegen haben am ersten Spieltag reichlich Ideen, wie man am besten auftrumpfen könnte. Mit dem genialen Zusammenspiel von Leroy Sané und Serge Gnabry zum Beispiel. Mit mehr als 91 Prozent erfolgreichen Pässen, mit zehn Torschüssen, von denen eben acht reingingen.

Oder ist die Szene des Abends das Zuspiel von Robert Lewandowski zu Thomas Müller in der 69. Minute vor dem 7:0? Im Nachhinein eine furchtbar arrogant wirkende Vorlage des Polen. Er lässt sich erst viel, zu viel Zeit mit seinem möglichen Torabschluss, merkt es selbst, lässt sich dann nicht aus der Ruhe bringen und passt anschließend so zu Müller, dass das Tor seines Kollegen wie selbstverständlich wirkt. Lewandowski nämlich spielt eine Rabona-Flanke: Er steht auf seinem linken Bein, und schießt den Ball mit rechts hinter seinem Standbein zu Müller. Eine Augenweide, wenn auch eine verdammt freche bis arrogante.

Müller erklärt Schalke den Fußball

Definitiv ein Kandidat für die Szene des Spiels. Womöglich findet diese aber auch erst nach Abpfiff statt, denn es gibt ja auch noch Müller selbst. Den Ur-Bayern, der selten um Worte verlegen ist. Das beweist er wieder einmal. Der spielerischen Demütigung der Schalker packt er gleich noch eine zweite Schmach obendrauf. In Form von Nachhilfe-Unterricht für den Gegner und dessen Trainer David Wagner. Im Interview bei Dazn nämlich wundert er sich in aller Öffentlichkeit über die Gelsenkirchener. "Der Gegner hat es heute nicht gut gemacht. Eigentlich spreche ich ganz selten über den Gegner, aber ich war schon auf dem Spielfeld ab und zu überrascht, wie einfach der Pass von der Sechs oder den Innenverteidigern in die Spitze und gefährliche Räume möglich war."

Wagner sollte ganz genau zuhören. Schließlich ist es das saisonübergreifend 17. Ligaspiel in Folge, dass er und sein Team nicht gewinnen können. Einen Sieg gab es zuletzt beim 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach am 17. Januar - das war noch vor der Coronavirus-Pandemie, quasi eine Ewigkeit her.

Müller gibt ihm nach dieser 8:0-Klatsche freimütig Tipps für die kommenden Partien gegen den SV Werder Bremen (26. September) und vor allem gegen RB Leipzig (3. Oktober, beide 18.30 Uhr im ntv.de-Liveticker) mit auf den Weg: "Die Schalker haben mit einer Mannschaft gespielt, die in meinen Augen sehr spielstark sein kann, sehr gute Fußballer von A bis Z." Soweit so gut: "Aber die Viererkette mit der Höhe spielen zu lassen, gegen unsere Außenstürmer ... Ich weiß nicht. Das ging nicht so gut auf, zu unserem Vorteil."

Nun, gegen zuletzt von heftigen eigenen Sorgen geplagte Bremer könnte diese Art des Spiels nicht so dramatisch enden. Doch spätestens die Leipziger werden versucht sein, es den Münchnern nachzumachen. Tore schießen, das kann die Offensive von Julian Nagelsmann. Zwar hat der seinen Toptorjäger Timo Werner an den FC Chelsea verloren, doch Neuzugang Hee-chan Hwang bewies im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg mit einer Vorlage und einem eigenen Tor bereits, dass er zu großen Taten bereit ist. Das sollte Wagner zu denken geben. Vielleicht ruft er am besten Mal bei Müller an und fragt nochmal genauer nach.

Quelle: ntv.de