Fußball

FC Schalke als Lieblingsgegner Nimmersatter Sané zerstört seinen Ex-Klub

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Ein zufriedener Trainer, ein zufriedener Spieler, ein überragendes Debüt.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Serge Gnabry und Leroy Sané, das neue Traumduo des FC Bayern nimmt gleich im ersten Spiel den FC Schalke 04 auseinander. Debütant Sané legt zwei Tore auf, schießt eins selbst - und hat anschließend Mitleid mit seinem Ex-Klub. Bei Trainer Hansi Flick schürt der Superstart große Erwartungen.

Eigentlich war es doch klar: Wenn Leroy Sané auf den FC Schalke 04 trifft, kommt etwas Gutes bei heraus. Also es sei denn, man betrachtet das Ganze aus Sicht des Ex-Klubs des deutschen Nationalspielers. Dann kommt es einer Demütigung gleich. Denn der 24-Jährige nimmt keinerlei Rücksicht auf seinen Jugendverein, für den er bis 2016 spielte.

52 Millionen Euro bekamen die Gelsenkirchner als Ablöse von Manchester City - man könnte es als vorausgeleistete Entschädigungszahlung deuten. Knapp drei Jahre später nämlich sorgte Sané für eine blamable Pleite der Schalker. Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beendete er alle Hoffnungen der Königsblauen. Das Hinspiel hatte 3:2 für City geendet, die Schalker hatten noch Chancen aufs Weiterkommen. Aber nicht mit Sané, der kannte an diesem Abend kein Erbarmen. 7:0 endete die Partie, Sané traf in der 42. Minute zum zwischenzeitlichen 3:0. Aber er bereitete auch noch drei weitere Tore vor. Die Uefa kürte ihn anschließend zum Spieler der Partie, die City-Fans sangen - ja, damals war die Coronavirus-Pandemie weit weg und es durften Zuschauer ins Stadion - "He left cause you're shit" (Er hat euch verlassen, weil ihr Scheiße seid).

"Wir haben nichts anbrennen lassen"

Nun, eineinhalb Jahre später, spielt Sané nicht mehr für Manchester City, sondern für den FC Bayern München. Der Bundesliga-Spielplan wollte es so: Sein Debüt im Trikot der Münchner gab er ausgerechnet gegen seinen Ex-Ex-Klub. Und vornehme Zurückhaltung ist nicht Sanés Sache. In Spiel eins für seinen neuen Arbeitgeber hatte er gleich wieder drei Torbeteiligungen. Die Partie endete gar noch höher als das letzte Aufeinandertreffen: 8.0.

In der 47. Minute legt er für seinen neuen kongenialen Partner Serge Gnabry zum 4:0 auf, zwölf Minuten ebenso und in der 71. Minute trifft er schließlich selbst. Nur eine Minute darauf wird er von Trainer Hansi Flick ausgewechselt. Seiner überaus guten Laune tut das keinen Abbruch - er verfolgt die Schlussphase von der Bank aus. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht, mit ein paar Albernheiten mit seinen Teamkollegen.

"Es hat sich sehr gut angefühlt, endlich in der Allianz Arena zu stehen und mit den Jungs zusammen Fußball zu spielen", sagte Sané nach dem Spiel bei Dazn. "Für uns war es ein sehr guter Tag, es sind viele Tore gefallen und wir haben nichts anbrennen lassen."

"Tut mir ein wenig Leid"

Im Gegenteil, die Bayern hinterließen völlig demolierte Schalker. Noch nie zuvor gab es eine derartige Klatsche in einem Duell. Eine Tatsache, die Sané dann doch etwas bewegte: "Ich war eine lange Zeit auf Schalke. So eine Niederlage zum Saisonstart zu bekommen, wenn es schon drunter und drübergeht, ist natürlich schwer. Das tut mir schon ein wenig Leid."

Allerdings nicht während seines Einsatzes im Spiel. Im Gegenteil: Dort agierte er extrem auffällig. Das Zusammenspiel mit Gnabry weckte die schon erwarteten Erinnerungen an das Ära-prägende Duo Arjen Robben und Franck Ribéry. Kaum zu glauben, aber fast noch etwas schöner: Gnabry und Sané wechselten häufig die Seiten, spielten mal links mal rechts, wirbelten den Gegner völlig durcheinander, ließen sich nicht kontrollieren. Sané hatte dafür eine recht einfache Erklärung: "Ich habe mit vielen Jungs bereits in der Nationalmannschaft gespielt, wir kennen uns und mit den Anderen, die ich noch nicht kannte, komme ich auch super zurecht. Ich fühle mich komplett wohl und wusste, dass es beim FC Bayern gut klappen wird." Von Trainer Flick gab es für den Debütanten natürlich ebenfalls ein Lob: "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung. Das ist jetzt ein Maßstab für beide (Gnabry und Sané, Anm.d.Red.) und die ganze Mannschaft."

Ein Lob verbunden mit einer Aufforderung, einer Erwartungshaltung. Eine, die Gnabry und Sané sicherlich auch an sich selbst haben. Eine, die der TSG 1899 Hoffenheim etwas Sorge bereiten sollte, denn das Team ist der nächste Bundesliga-Gegner der Bayern. Gut möglich, dass nach dem Spiel (27. September, 15.30 Uhr im ntv.de-Liveticker) dann niemand vom Aufeinandertreffen des abtrünnigen Hoeneß - Coach Sebastian Hoeneß wechselte vom Bayern-Drittligateam nach Hoffenheim - spricht, sondern wieder nur vom neuen Traumduo.

Quelle: ntv.de