Fußball

Er kassierte das Wembley-Tor Torwartlegende Hans Tilkowski ist tot

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Hans Tilkowski wurde 84 Jahre alt.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Er steht 1966 für die deutsche Fußball-Nationalelf beim legendären WM-Finale in Wembley gegen England im Tor. Mit Borussia Dortmund gewinnt er im selben Jahr den Europapokal der Pokalsieger. Nun ist Hans Tilkowski tot. Er starb im Alter von 84 Jahren, wie der BVB bestätigt.

Hans Tilkowski ist tot. Der ehemalige Torhüter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft starb nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren. Das bestätigte sein ehemaliger Verein Borussia Dortmund und beruft sich auf Tilkowskis Angehörige: "Die BVB-Familie trauert um einen großartigen Menschen und drückt der Familie des Verstorbenen ihr Beileid aus."

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Hans Tilkowski im Mai 2018.

(Foto: imago/Team 2)

Zuerst hatte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" darüber berichtet. Der Dortmunder Verein SC Husen-Kurl, für den Tilkowski nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 bis 1949 spielte, hatte ebenfalls kondoliert: "Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen." Der gebürtige Dortmunder Tilkowski absolvierte 39 Spiele für die DFB-Elf und stand auch beim legendären Finale der Weltmeisterschaft 1966 im Londoner Wembleystadion gegen England im Tor.

Die deutsche Mannschaft mit Bundestrainer Helmut Schön verlor dieses Endspiel durch einen bis heute ebenso legendären wie umstrittenen Treffer nach Verlängerung mit 2:4. Legendär ist Tilkowskis Antwort auf die Frage, ob der Ball nach dem Schuss des englischen Angreifers Geoff Hurst zum 3:2 in der 101. Minute, den er mit einem Reflex an die Unterkante der Latte gelenkt hatte, an jenem 30. Juli 1966 tatsächlich im Tor gewesen sei - oder eben doch auf die Linie geprallt war. Tilkowskis Kommentar lautete kurz und knapp: "Der war nicht drin."

"Der war nicht drin"

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Später sagte er einmal: "Dazu brauche ich auch keinen Videobeweis, das war eindeutig." Dabei blieb er ein Leben lang. Wie Hurst miteilte, habe die Familie Tilkowskis ihn angerufen und mitgeteilt, dass sein ehemaliger Gegenspieler gestorben ist. Ein großartiger Fußballer und ein sehr feiner Kerl sei Tilkowski gewesen, schrieb Hurst. "Ich habe die Zeit sehr genossen, die wir in all den Jahren gemeinsam verbracht haben."

Mit Borussia Dortmund hatte er im selben Jahr in Glasgow gegen den FC Liverpool den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. Es war der erste Erfolg einer deutschen Mannschaft in einem Europacup-Wettbewerb überhaupt. Für den BVB spielte Tilkowski 81 Mal in der Bundesliga. Von 1949 bis 1953 lief er für SuS Kaiserau auf, danach für Westfalia Herne, ehe er 1963 nach Dortmund wechselte.

Zwischen 1967 und 1970 absolvierte er zum Abschluss seiner Karriere noch 40 Partien für die SG Eintracht Frankfurt. Dem Fußball blieb Tilkowski erhalten. Von 1970 bis Anfang 1982 trainierte er den SV Werder Bremen, den TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg, 1. FC Saarbrücken und bei AEK Athen in Griechenland. Tilkowski gehörte neben dem Engländer Gordon Banks und dem Russen Lew Jaschin zu den weltbesten Keepern seiner Zeit und wurde 1965, ein Jahr vor dem WM-Finale in Wembley, als erster Torhüter in Deutschland zum Fußballer des Jahres gewählt.

Quelle: ntv.de, sgi