Trainer Bauer vor dem AusErst Streitschlichter, dann gefeuert? In Wolfsburg brennt es lichterloh

Erst die sportliche Niederlage, dann der Zoff und der Frust: Beim VfL Wolfsburg hat niemand gute Laune. Der Abstieg droht - zunächst aber wird es der Fußball-Bundesligist wohl mit einem neuen Trainer versuchen.
Tumulte, Pyrotechnik und Trainerdiskussion: Bei den wilden Szenen nach dem Schlusspfiff versuchte Daniel Bauer zu schlichten - es könnte eine seiner letzten Amtshandlungen als Trainer des VfL Wolfsburg gewesen sein. Nach dem nächsten herben Rückschlag im Abstiegskampf beim 1:2 (1:1) gegen den Hamburger SV steht Bauer nach nur knapp vier Monaten vor dem Aus, nach dem achten Spiel in Folge ohne Sieg stehen die Zeichen auf Trennung.
Bauer selbst konnte oder wollte auf der Pressekonferenz keine Auskunft zu seiner Zukunft geben: "Morgen früh um 11 Uhr ist unser Spielersatztraining. Seht mir nach, es geht nicht um meine Person. Der Frust ist riesengroß."
Auch bei Spielern und Fans. Nach dem Schlusspfiff kam es zu einer Rudelbildung von Spielern auf dem Rasen, der Wolfsburger Ersatztorwart Marius Müller sah die Rote Karte. Im Wolfsburger Fanblock wurde Pyrotechnik gezündet, einige Fackeln flogen auch Richtung Platz.
"Dinge gefallen, die unter der Gürtellinie sind"
Nachdem sich die Rudelbildung auf dem Rasen aufgelöst hatte, verschwand Bauer erst einmal in der Kabine. Die Fan-Gesänge - "Wir haben die Schnauze voll" - bekam er zuvor aber noch mit. Wolfsburg geht als Tabellen-17. in die abschließenden neun Spiele, Dieter Hecking, Friedhelm Funkel und Thomas Reis wurden zuletzt schon als mögliche Nachfolger für Bauer gehandelt. Bauer hatte erst im November Paul Simonis ersetzt.
Sportdirektor Pirmin Schwegler sagte bei Sky: "Wir werden jetzt Gespräche führen, das wie in der letzten Woche analysieren und dann eine Entscheidung treffen, damit wir in Hoffenheim wieder so viele Prozentpunkte, wie wir zusammenbekommen können, auch zusammenbekommen, um dort konkurrenzfähig zu sein." Er könne die Fans verstehen, "denn der Frust ist jetzt einfach groß. Das müssen wir alles verarbeiten, besprechen und dann trotzdem wieder nach vorne schauen."
"Es war absolut kein schöner Moment. Alle, die es mit dem VfL Wolfsburg halten, sind frustriert", sagte Kapitän Maximilian Arnold bei DAZN. Es sei nicht schön in der Kabine gewesen, verriet der Mittelfeldspieler: "Ich glaube, heute schläft keiner, weil es ziemlich weh tut." Bei seinem Sky-Interview wurde Arnold durch Zwischenrufe von den Rängen gestört.
"Da sind Dinge gefallen, die definitiv unter der Gürtellinie sind", sagte der HSV-Coach Merlin Polzin bei DAZN über die Szenen unmittelbar nach dem Spiel: "Natürlich ist das nie schön." Der deutsche Fußball lebe von der Emotionalität, "wenn man dann unzufrieden ist mit der Leistung, die gezeigt wird, dann entlädt sich das vielleicht irgendwann", sagte Polzin: "Aber trotzdem hoffe ich natürlich, dass der VfL sich fängt."