Fußball

"Kann auch ein 'Bis bald' sein" Trainer Zidane verlässt Real Madrid

9dd827b079d2ff155b4969b288669149.jpg

Hoch soll er leben: Zinédine Zidane am 26. Mai in Kiew.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Zinédine Zidane ist nicht mehr Trainer des spanischen Fußballklubs Real Madrid. Nach dem dritten Triumph in der Champions League erklärt der Franzose seinen Rücktritt. In zweieinhalb Jahren gewinnt er mit den Königlichen neun Titel. "Es ist ein schwieriger Moment."

Zinédine Zidane ist von seinem Job als Coach des amtierenden Siegers der Fußball-Champions-League zurückgetreten. "Ich habe die Entscheidung getroffen, nicht mehr als Trainer von Real Madrid weiterzumachen", sagte Zidane auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. "Es ist ein schwieriger Moment, aber die Mannschaft braucht einen Wechsel, um weiter siegreich zu bleiben." Sie benötige eine neue Ansprache, eine andere methodische Arbeit. "Deshalb habe ich die Entscheidung so getroffen."

09849c1bae303eaa33dd40d6e3097f36.jpg

Nicht schlecht: neun Titel in zweieinhalb Jahren.

(Foto: dpa)

Die Entscheidung Zidanes trifft den Klub, wie Präsident Florentino Pérez sagte, völlig unvorbereitet. Schließlich hatte der Franzose einen Vertrag bis 2020 unterschrieben. "Wir müssen diese Entscheidung aber respektieren", sagte Perez. Wer nun die Mannschaft trainieren soll, ist offen. "Ich war drei Jahre hier, aus meiner Sicht ist es eine adäquate Entscheidung", sagte Zidane, der nicht ausschließen wollte, irgendwann zurückzukehren: "Es kann auch ein 'Bis bald' sein."

Der dreimalige Weltfußballer Zidane hatte Anfang Januar 2016 die Nachfolge des zuvor freigestellten Trainers Rafael Benitez angetreten. Mit den Königlichen gewann er in zweieinhalb Jahren elf Titel - den letzten am Samstag in Kiew im Finale der Königsklasse durch ein 3:1 gegen den FC Liverpool. Es war der dritte Triumph im wichtigsten europäischen Klubwettbewerb hintereinander. Der 45 Jahre alte, ehemalige Welt- und Europameister ist damit der zweiterfolgreichste Trainer in der 116-jährigen Real-Geschichte. Der Spanier Miguel Muñoz brachte es von 1959 bis 1975 auf 14 Trophäen, darunter vier Meisterschaften und drei Europapokale. Er brauchte dafür allerdings auch 16 Jahre - und nicht zweieinhalb.

Kopfstoß im WM-Finale

Vor seinem Engagement beim Starensemble um Cristiano Ronaldo und den deutschen Weltmeister Toni Kroos betreute Zidane die B-Mannschaft der Madrilenen und lernte als Co-Trainer unter Carlo Ancelotti, ehe er befördert wurde. Großartig als Coach beweisen musste er sich nicht und arbeitete nie bei einem anderen Klub. 2017 wurde er Fifa-Trainer des Jahres. Schon als Spieler legte Zidane eine atemberaubende Karriere hin und war ein Weltstar.

Aufgewachsen im Arbeiterviertel von Marseille führte er Frankreich zum Welt- und Europameistertitel, wurde Weltfußballer und entwickelte sich im Trikot von Juventus Turin und Real zu einer Marke wie heute Ronaldo oder Lionel Messi. Seine aktive Laufbahn endete 2006. Noch bestens im Gedächtnis ist sein Kopfstoß im WM-Finale gegen Italien. Nach der Aktion gegen Marco Materazzi wurde er in Berlin des Platzes verwiesen, aber trotzdem zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Als Trainer ist ihm in der Vergangenheit oftmals vorgeworfen worden, dass er kein taktisches Konzept habe.

Doch vielmehr ist es die Flexibilität und der Pragmatismus, den das Spiel unter ihm auszeichnet. Mal Pressing, mal Konterattacken, mal hohes Tempo, mal ruhiges Ballgeschiebe. Die Unberechenbarkeit machte Madrid so gefährlich und brachte unter der Führung von Zidane unter anderem den Gewinn der spanischen Meisterschaft 2017 sowie die Triumphe bei der Klub-WM 2016 und 2017.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa/sid