Fußball

Mit sechs Tagen Verspätung UEFA entschuldigt sich bei Fans für Final-Chaos

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Gültige Tickets verschafften vielen Fans trotzdem keinen Einlass.

(Foto: IMAGO/Sportimage)

Die große Katastrophe wird wohl nur knapp verhindert, das Chaos beim Finale der Champions League wird die UEFA noch länger beschäftigen. Nachdem zunächst die Fans selbst beschuldigt werden, setzt der Verband später eine Untersuchung an - und entschuldigt sich mit sechs Tagen Verspätung.

Sechs Tage nach dem Chaos beim Finale der Champions League hat sich die Europäische Fußball-Union (UEFA) bei den Zuschauern entschuldigt. Sie hätten an einem Abend, "der ein Fest des europäischen Vereinsfußballs hätte werden sollen, beängstigende und erschütternde Ereignisse erleben oder mit ansehen" müssen. "Kein Fußballfan sollte in eine solche Situation gebracht werden, und es darf nicht wieder passieren", hieß es in einer UEFA-Erklärung.

Die Polizei in Paris registrierte rund um das Finale mehr als 100 Festnahmen und 230 Verletzte. Die Europäische Fußball-Union UEFA erklärte das Chaos beim Einlass durch das hohe Aufkommen von Fans ohne gültige Tickets und gab einen unabhängigen Untersuchungsbericht in Auftrag. Die Polizei setzte Tränengas ein, die Anstoßzeit wurde um mehr als eine halbe Stunde verschoben. Fanvertreter kritisieren eine einseitige Darstellung der UEFA.

Die Untersuchung wird vom Portugiesen Tiago Brandão Rodrigues geleitet. Man erhoffe sich ein vollständiges Bild und einen genauen zeitlichen Ablauf der Ereignisse, einschließlich der Untersuchung der Zuschauerströme zum Stadion über die verschiedenen Zugangsstellen. Darüber hinaus sollen alle relevanten operativen Pläne in Bezug auf Sicherheit, Mobilität, Ticketing sowie die Planung und Vorbereitung der beteiligten Einrichtungen für die Durchführung des Endspiels untersucht werden. Einbezogen werden sollen unter anderem auch die Fangruppen beider Klubs sowie die Fan-Vereinigung Football Supporters Europe.

Die Überprüfung soll unverzüglich beginnen und schnellstmöglich abgeschlossen werden. Nach Fertigstellung soll der Bericht "im Interesse der Transparenz von der UEFA" auf der Internetseite des Kontinentalverbands veröffentlicht werden.

2700 Fans mit gültigem Ticket ausgeschlossen

Zuvor hatte Champions-League-Sieger Real Madrid seine Fans verteidigt und eine Aufklärung der Ereignisse gefordert. "Wir möchten Antworten und Erklärungen, wer dafür verantwortlich ist, dass die Fans hilflos und schutzlos zurückgelassen wurden", teilte der spanische Rekordmeister am Freitag in einer Stellungnahme mit.

Anstelle eines Fußballfests sei das Endspiel der Königsklasse, das die Königlichen gegen den FC Liverpool 1:0 am vergangenen Samstag gewonnen hatten, für viele Fans zu einem "unglücklichen Ereignis" geworden, das "weltweit für tiefe Empörung" gesorgt habe. Das Finale im Stade de France von St. Denis war erst mit 37 Minuten Verspätung angepfiffen worden, nachdem es chaotische Szenen rund um das Stadion gegeben hatte.

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Vor den Eingängen hatten sich lange Schlangen gebildet, es kam zu großem Gedränge, die Polizei schritt dabei auch mit Tränengas ein. Aufnahmen hätten gezeigt, dass "viele der Fans gewalttätig angegriffen, belästigt und ausgeraubt" worden seien, schrieben die Madrilenen: "Der Fußball hat der Welt ein Bild vermittelt, das weit entfernt ist von den Werten und Zielen, die er immer verfolgen muss."

Rund 2700 Fans mit gültigem Ticket konnten das Stadion am Samstag nicht betreten. Nach Erkenntnissen der französischen Regierung hatte ein gewaltiger Betrug mit Eintrittskarten zu den Schwierigkeiten am Stade de France geführt.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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