Bundesliga-Showdown in KöpenickUnion setzt auf Sieg, VfB redet sich stark

Vorteil 1. FC Union? Vielleicht. Den Köpenickern reicht im Relegationsrückspiel gegen den angeschlagenen VfB Stuttgart ein 0:0 oder 1:1, um erstmals in die Fußball-Bundesliga aufzusteigen. Die Gäste wollen offenbar mit neuem Personal zum Erfolg kommen und den erneuten Absturz in die zweite Liga verhindern.
Der 1. FC Union Berlin und sein Trainer Urs Fischer hoffen auf den ersten Bundesliga-Aufstieg der Klubgeschichte, der VfB Stuttgart will den dritten Abstieg in die zweite Fußball-Bundesliga verhindern. Nach dem 2:2 im Hinspiel ist Union vor dem Rückspiel in Berlin an diesem Montag (ab 20.30 Uhr im Eurosportplayer und im Liveticker bei n-tv.de) wegen der beiden Auswärtstore leicht favorisiert zu sein. Aber was heißt das schon. Und der VfB hat sich aber trotz der schwachen Leistung in der ersten Partie noch nicht aufgegeben. In dem mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Stadion An der Alten Försterei sei "es wichtig, Spieler auf dem Feld zu haben, die ein dickes Fell haben", sagt Interimstrainer Nico Willig.
Personal
Bei Union fehlen Kapitän Christopher Trimmel und sein Stellvertreter Felix Kroos gelbgesperrt. In der Innenverteidigung könnte der in Stuttgart seinerseits noch gesperrte Florian Hübner für Routinier Michael Parensen in die Anfangsformation zurückkehren. Willig denkt beim VfB an Umstellungen in der Defensive, Santiago Ascacibar könnte nach seiner Rotsperre wieder im defensiven Mittelfeld zum Zug kommen. Weil der Einsatz des angeschlagenen Spielmachers Daniel Didavi fraglich ist, wäre auch Steven Zuber eine Option für die Startelf.
Neuling
Der 1. FC Union wäre bei einem Aufstieg der 56. Neuling in der Bundesliga. Die Köpenicker würden es als fünfter Berliner Verein ins deutsche Oberhaus schaffen. Und, wer sind die anderen? Hertha BSC, klar, dazu Blau-Weiß 90 in der Saison 1986/1987, Tennis Borussia in den Spielzeiten 1974/1975 und 1976/1977 sowie der SC Tasmania 1900 in der Saison 1965/1966. Stiegen die Köpenicker nun auf, stünde erstmals seit dem FC Energie Cottbus 2009 wieder ein ehemaliger DDR-Oberligist in der Bundesliga. Für die Stuttgarter wäre nach 1975 und 2016 der dritte Abstieg in die zweite Liga.
Relegationsdilemma
Für die Berliner ging es in ihrer wechselhaften Geschichte schon oft nach der regulären Saison noch um die Klassenzugehörigkeit. Insgesamt zehn Mal nahmen sie an Aufstiegsrunden oder Entscheidungsspielen um den Klassenverbleib teil - nur zweimal mit einem für sie glücklichen Ende. Die Stuttgarter Didavi und Mario Gomez haben in der Relegation positive Erfahrungen gesammelt: Im Trikot des VfL Wolfsburg haben sie die Relegation in der Vergangenheit erfolgreich überstanden, Didavi sogar zweimal.
Appelle
Trainer Fischer warnt seine Unioner vor Leichtsinnigkeit. "Wenn du mit dem Gedanken ins Spiel gehst, 0:0 zu spielen, wird das nicht aufgehen", sagte der Schweizer. "Mit einer solchen Einstellung ins Spiel zu gehen, das wäre falsch." Fischer kündigte an, dass seine Mannschaft aufs Feld gehen werde, um zu gewinnen. "Wir müssen im Kopf haben, Tore zu erzielen." Auf die angeblich so gute Ausgangslage mag er nichts geben: "Ich bleibe bei der Meinung, Favorit bleibt Stuttgart. Man hat im ersten Spiel gesehen, wie hoch die Qualität ist, und dass sie ein Spiel auch drehen können." Das ist ziemlich genau das, worauf Thomas Hitzlsperger hofft. Der Sportvorstand des VfB sagte im Interview mit Eurosport: "Unsere Spieler müssen akzeptieren, dass es nicht reicht, teilweise schön zu spielen und ein bisschen zu kämpfen. Es muss 100 Prozent Bereitschaft in allen Belangen da sein". Im Hinspiel sei seine Mannschaft "nicht bis zum Schluss in der Lage" gewesen, "sich zu wehren. Wir müssen kämpferisch noch eine Schippe drauflegen, sonst werden wir Probleme bekommen".
Rechnung
Der 1. FC Union Berlin steigt auf ...
... mit einem Sieg.
... mit einem 0:0 oder 1:1. Ausschlaggebend ist, dass Union mehr Auswärtstore geschossen hätte.
... wenn es nach 90 Minuten 2:2 steht und Union entweder in der Verlängerung gewinnt oder sich im Elfmeterschießen durchsetzt.
Der VfB Stuttgart bleibt in der Bundesliga ...
... mit einem Sieg.
... mit einem Unentschieden nach 90 oder 120 Minuten, bei dem beide Teams drei oder mehr Tore erzielen.
... wenn es nach 90 Minuten 2:2 steht und Stuttgart sich in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen durchsetzt