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Nicht nur Hoeneß "entsetzt"Upamecano-Farce beim FC Bayern zeigt böse Fratze des Profifußballs

02.02.2026, 12:33 Uhr Ben-RedelingsVon Ben Redelings
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Noch ist nicht klar, wie es mit Dayot Upamecano beim FC Bayern weitergeht. (Foto: dpa)

Fußball-Deutschland schaut verwundert nach München. Der Vertragspoker um Dayot Upamecano hat Züge angenommen, die nicht nur des Rekordmeisters nicht würdig sind. Er schadet dem gesamten Fußball.

In einem Hollywood-Film würde es in dieser Farce kein Happyend mehr geben. Die schier endlose Vertragsgeschichte zwischen Dayot Upamecano und dem FC Bayern ist ein weiteres trauriges Kapitel in der offenbar unendlichen Saga von der bösen Fratze des Profifußballs. Und scheinbar haben wieder einmal die "geldgierigen Piranhas", wie Uli Hoeneß sie einst so treffend nannte, ganze Arbeit geleistet, denn der langjährige Bayern-Manager meinte am Wochenende nicht ohne Grund über den französischen Abwehrspieler: "Ich weiß, dass er und seine Familie sich in München sehr wohlfühlen. Ich fürchte jedoch, dass seine Berater alles tun werden, um ihn aus München wegzulotsen."

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Das mag so sein. Doch zur Wahrheit gehört auch: Upamecano, der vor knapp fünf Jahren für 42,5 Millionen Euro von RB Leipzig nach München wechselte, hat es in den vergangenen Tagen und Wochen versäumt, klarzustellen, wie denn seine persönliche Sicht der Dinge ist. Denn nicht wenige Fans des FC Bayern hätten sich nach den letzten viereinhalb gemeinsamen Jahren ein klares Bekenntnis zu ihrem Verein gewünscht. Weniger aus nostalgischen Gründen, sondern viel mehr einfach deshalb, weil diese gemeinsamen Jahre durchaus wechselhaft waren - und sie dennoch, auch in schwierigen (sportlichen) Phasen, an der Seite ihres Abwehrspielers standen.

Deshalb fällt es vielen Anhängern des Klubs auch so schwer, diese Posse um die Vertragsverlängerung kühl zu ertragen. Emotional stehen sie eher an der Seite von Uli Hoeneß, der am Wochenende noch sagte: "Über dieses Verhalten bin ich entsetzt." Und auch Heribert Bruchhagen, der das Geschäft wie kaum ein anderer kennt, schlug am Sonntag in dieselbe Kerbe. Mit einem eindeutigen Rat an die Vorstände von der Säbener Straße meinte er, gewohnt pointiert in seinen Worten: "Der große FC Bayern lässt sich doch nicht vorführen. Der soll gehen, dann kommt ein anderer. Der soll abhauen. Punkt. Aus."

Das Fünkchen Dankbarkeit bleibt auf der Strecke

Fußballfans, auch wenn sie ihr Herz nicht an den FC Bayern verloren haben, fühlen bei diesem Trauerspiel um Millionen mit - und zeigen wenig bis gar kein Verständnis für die Seite von Dayot Upamecano. Denn dass der Franzose offenbar komplett vergessen hat, dass seine Zeit in München nicht immer nur von sportlichen Glanzleistungen - man erinnere sich nur an den Spitznamen "Upamaguire", den ihm ein Kommentator während des Champions-League-Viertelfinales 2023 gegen Manchester City aufgrund seiner Fehler in Anlehnung an Harry Maguire verpasste - geprägt war, verzeihen ihm nur wenige Anhänger. Ein Funke Demut und Dankbarkeit hätte dieser Posse um einen neuen Vertrag gutgetan. Doch dieser (Zeit-)Punkt ist nun längst überschritten.

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In einem Hollywood-Film, wenn jemand einen wunderschönen Heiratsantrag bekommt und nicht sofort "Ja" schreit, sondern erst einmal um ein wenig Bedenkzeit bittet und dann auch nach Wochen noch nicht geantwortet hat, wäre ein Happy End nicht mehr möglich. Doch in diesem Fall geht es ja um Profifußball. Um das Geschäft. Das ganz große. Da ist eben immer alles möglich. Doch eine Sache ist auch jetzt schon klar: Egal, wie die Geschichte ausgeht - es wird lange dauern, bis die Fans für ihren Spieler Dayot Upamecano (wieder) romantische Gefühle entwickeln können.

Sie werden - und das muss auch dem FC Bayern klar sein - bei jedem zukünftigen Fehler noch etwas genauer hinschauen. Doch diese Suppe müsste Upamecano dann alleine auslöffeln. Seine Berater werden vermutlich zu dieser Zeit dann wieder etwas Besseres zu tun haben.

Quelle: ntv.de

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