Fußball

DFB-Tür aber nicht ganz zu Warum Löw bei Müller so hart bleibt

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Löw und Müller - das wird wohl nix mehr.

(Foto: imago/MIS)

Eine Überraschung ist es nicht: Bundestrainer Joachim Löw verzichtet in den ersten Länderspielen des Jahres weiter auf Thomas Müller. Weil der aber zuletzt so stark war und weil die Forderungen nach einer Rückkehr ins DFB-Team immer lauter werden, erklärt Löw seine Hartnäckigkeit abermals.

Trotz des Triumphes in der Champions League mit dem FC Bayern bleibt die Tür für Thomas Müller und Jerome Boateng bei der Fußball-Nationalmannschaft vorerst zu. Das ließ Bundestrainer Joachim Löw mit Blick auf die beiden ausgemusterten Weltmeister von 2014 erkennen. "Beide Spieler haben eine sehr gute Leistung gezeigt. Und sie haben gezeigt, wie wichtig sie für diese Mannschaft sind", sagte Löw: "Allerdings haben wir nach der WM entschieden, den Weg mit anderen Spielern zu gehen. Wir wollen ihnen Raum und Zeit geben, um sich zu entwickeln." Im besten Fall soll es ein ähnlicher Weg werden, wir der den Müller, Boateng und all die anderen gegangen sind, die sich von 2010 für den WM-Titel einspielten.

Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff sieht die zuletzt häufig überragenden Leistungen von Müller nicht als Argument für eine Rückkehr ins DFB-Team. "Innerhalb des Trainerstabs gab und gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Diskussion über eine Rückholaktion", sagte der 52-Jährige der "Sport Bild" über die laut gewordenen Forderungen, Müller nach der starken Saison wieder zu nominieren.

"Sollte die Situation mal anders sein ..."

"Wir fokussieren ab September die nächste Etappe im Neuaufbau unserer Mannschaft, die jungen Spieler haben unser Vertrauen bisher zurückgezahlt und sollen weiter wachsen", sagte Bierhoff. "Wir haben uns für einen Weg entschieden. Das hat nichts mit Sturheit zu tun. Wir sind von diesem Weg überzeugt, und die Nationalmannschaft hat im vergangenen Jahr eine gute Entwicklung genommen."

Das große Ziel heißt trotz aller Hindernisse: EM 2021. "Wir werden versuchen, in diesen Spielen gewisse Prinzipien für unser Spiel einzuschleifen und durchzubringen. Ich möchte mit einer selbstbewussten Mannschaft in das Turnier gehen, die sich nicht nur am Gegner orientiert, sondern ihre eigene Philosophie durchsetzt", sagte Löw bei der Nominierung seines ersten Kaders nach mehr als neun Monaten Pause.

Eine Hintertür ließ sich Löw derweil aber offen. "Diese jungen Spieler haben sich sehr gut entwickelt, wir haben den Umbruch sehr schnell bewältigt. Daher gibt es für mich keinen Grund, an dieser Ausrichtung etwas zu ändern", äußerte Löw: "Sollte die Situation mal anders sein, wäre ich aber der Allerletzte, der eine Entscheidung nicht revidiert. Aktuell sehe ich aber keine Veranlassung. Dieser Weg ist gut." Tatsächlich stehen dem Bundestrainer mit Timo Werner, mit Kai Havertz, mit Leroy Sané, mit Julian Brandt und Serge Gnabry jede Menge hochveranlagte Offensivspieler zur Verfügung.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid