Fußball

Kein Geld für Chaos-Klubs Watzke hat Bedingungen für Solidarität

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Kein Geld für schlecht geführte Vereine.

(Foto: imago images/Eibner)

Grundsätzlich findet es BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gut, wenn sich Bundesliga-Klubs in der Krise gegenseitig helfen. Aber nur, wenn Vereine, "die sportlich und ökonomisch viele Fehler" gemacht haben, nicht profitieren. Zudem erklärt Watzke, wie lange die Borussia ohne Einnahmen auskommt.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat die Weigerung von Borussia Dortmund erneuert, aus seiner Sicht finanziell fragwürdig geführten Fußball-Klubs durch die von der Ausbreitung des Coronavirus ausgelöste Krise zu helfen. "Solidarfonds klingt ja erst mal gut", sagte Watzke im 11Freunde-Interview, "aber man müsste sich ansehen, wie ein solcher Fonds dann aufgebaut wäre. Das darf natürlich nicht dazu führen, dass Klubs, die in den vergangenen Jahren sportlich und ökonomisch viele Fehler gemacht haben, am Ende davon profitieren."

Bereits zuvor hatte Watzke erklärt, die kurzfristige Absage des 26. Spieltages am vergangenen Wochenende zu bedauern, auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Dafür war er massiv kritisiert worden. Seien Vereine aber unverschuldet "durch diese nicht vorhersehbare Ausnahmesituation" in Not geraten, werde der BVB "sicher nicht unsolidarisch sein". Die Borussia stehe auch dank eines erhöhten Kreditrahmens nicht vor Liquiditätsproblemen. Wie andere Funktionäre sprach sich Watzke dafür aus, so schnell wie irgend möglich und verantwortbar wieder den Spielbetrieb aufzunehmen.

Die Meisterschale werde zwar weder der Menge am Dortmunder Borsigplatz gezeigt werden noch auf dem Münchner Marienplatz oder sonst wo, sagte er: "Dennoch müssen wir die Saison beenden, ansonsten wird's finanziell für zu viele Vereine so dramatisch, dass sich Dinge im Fußball verändern werden, an die man jetzt nicht einmal denken mag." Dennoch wisse er "sehr genau, wie pri­vi­legiert die Fuß­ball­branche ist". Die Borussia etwa könne "einige Monate" überstehen - auch ohne, dass ein "ein Cent dem BVB-Konto gutgeschrieben werden würde".

Dabei gehe es ihm nicht in erster Linie um die "zugegeben hohen Gehälter" der Profis, die am Ende wieder auf dem Feld stehen. Als Geschäftsführer habe er Verantwortung für "850 Mitarbeiter beim BVB, und genau deshalb muss es ja, dieser einzigartigen Situation angepasst - weitergehen." Watzke schloss aus, dass wegen der fehlenden Einnahmen und der Unsicherheit, wann eine Rückkehr in den gewohnten Alltag möglich sei, jemand entlassen werde. "Die Familie Borussia Dortmund wird das gemeinsam schultern und sich gegenseitig helfen." Er hoffe, dass "wir im Jahr 2020 noch Spiele mit Zuschauern sehen, dann wäre ich sehr glücklich."

Quelle: ntv.de, tsi/sid