Fußball

Aus Wut auf "Team Mittelstand"? Watzke zieht seine DFL-Bewerbung zurück

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BVB-Boss Watzke peilt offenbar kein höheres Amt in der DFL mehr an.

(Foto: imago images / DeFodi)

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zieht seine Kandidaturen für die Wahlen des neuen Präsidiums und Aufsichtsrats bei der Deutschen Fußball Liga zurück. Er reagiert damit auf den wachsenden Einfluss des "Teams Mittelstand" - und dessen Favoriten.

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wird offenbar nicht für das Präsidium und den Aufsichtsrat der Deutschen Fußball Liga kandidieren. Nach Informationen des Sportinformationsdienstes hat der 60-Jährige seine Kandidatur am Dienstagabend kurzfristig zurückgezogen und tritt so an diesem Mittwoch nicht bei der Generalversammlung in Berlin zur Wahl an. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, ist der Grund für den Rückzug des BVB-Bosses dessen Unmut über das sogenannte "Team Mittelstand". Die Gruppierung aus Traditionsklubs wie dem Hamburger SV, Hertha BSC, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt oder Werder Bremen kämpft um eine Umverteilung der Fernsehgelder zu ihren Gunsten und auf Kosten der sportlichen Topvereine wie Dortmund.

Erstes Opfer des anhaltenden Machtkampfes zwischen den Top-Klubs und den weniger finanzstarken Vereinen ist nun der BVB. Der Vizemeister wird nach dem Ausscheiden von Klub-Chef Reinhard Rauball aus dem Amt als Ligapräsident künftig nicht mehr in dem DFL-Führungsgremium vertreten sein. Watzke soll ein Vortreffen am Dienstag wütend verlassen haben. Seine Kandidatur hat er zurückgezogen. Der Grund: Die Front der Klubs aus der unteren Mittelklasse hatte deutlich gemacht, nicht Watzke und Bayern-Finanzchef Jan-Christian Dreeßen in das Gremium zu wählen. Da sich aber eine Mehrheit für Dreeßen abzeichnete, machte Watzke dem Vernehmen nach einen Rückzieher.

Meeske zieht sich ebenfalls zurück

Neben Dreeßen soll Alexander Wehrle von 1. FC Köln den zweiten für die Erstligisten reservierten Platz im neunköpfigen DFL-Präsidium einnehmen. Da in Oliver Leki vom SC Freiburg und Oke Göttlich vom FC St. Pauli zwei weitere Vertreter kleinerer Klubs Einzug halten, könnten diese bei Themen wie der Verteilung von TV-Geldern künftig ihre Interessen deutlicher artikulieren. Zuvor hatte Michael Meeske vom VfL Wolfsburg seine Kandidatur zurückgezogen, damit kommt es nun nicht mehr zu einer Kampfabstimmung.

Rauball scheidet derweil nach zwölf Jahren aus. Einen Nachfolger im klassischen Sinne wird es nicht geben, da das Amt im Zuge der im Juni beschlossenen Strukturreform abgeschafft wird. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Christian Seifert, wird künftig auch "Sprecher des DFL-Präsidiums" sein. Als stellvertretender Präsidiumssprecher soll der Schalker Peter Peters gewählt werden.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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