Fußball

"Unglaublich nette Geste" Wegen Nummer fünf: Tah begeistert Hummels

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Jonathan Tah hat die Nummer fünf von Mats Hummels geerbt - und überraschte diesen mit einer "schönen Geste".

(Foto: imago images / Revierfoto)

Verteidiger Jonathan Tah spielt in der DFB-Elf nun mit der Nummer fünf. Diese ist durch die Ausbootung von Mats Hummels frei geworden. Die Lücke, die er füllen muss, ist riesig. Genauso wie Tahs Respekt vor dem 2014er-Weltmeister, den er mit einem Anruf überrascht.

Für Jonathan Tah war das Länderspiel am Mittwochabend gegen Serbien (1:1) ein ganz besonderes. In seinem fünften DFB-Einsatz spielte er mit neuer Rückennummer: der Fünf. Diese hatte er nach der Ausbootung von Mats Hummels übernommen. Allerdings bewies Tah im Vorfeld großen Respekt vor dem 2014er-Weltmeister. Laut "Bild"-Zeitung fragte Tah bei Hummels um Erlaubnis, "seine" Nummer tragen zu dürfen. Hummels berichtete: "Er hat mich angerufen. Das war eine unglaublich nette, sehr schöne Geste von ihm. Das habe ich ihm auch mehrfach mitgeteilt."

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Während Hummels auf Instagram zeigte, wie er seine unfreiwillige freie Zeit verbringt - nämlich mit seinem Sohn Ludwig - versuchte Tah das Erbe des 30-Jährigen anzutreten. Der Bayern-Spieler fiel im DFB-Trikot immer durch seine Souveränität und seine Spieleröffnung auf. Er hatte zu seinen Glanzzeiten die Gabe, perfekt im Raum zu stehen, war schwer vom Ball zu trennen und beeindruckte mit feinen Pässen sowie präziser Kopfballabwehr. Hummels war über Jahre der Organisator der weltbesten Abwehr.

Auf diesem Niveau ist Tah noch nicht angekommen. Beim 0:1 von Luka Jovic stand der 23-Jährige - wie übrigens auch sein Nebenmann Niklas Süle - viel zu weit weg vom Frankfurter Stürmer. Gab das dann anschließend auch selbstkritisch zu: "Der Ball wurde verlängert und das hat keiner so erwartet und dann stand er (Jovic, Anm.d.Red.) halt frei. Ich bin nach vorn gegangen und Süle ist glaube ich auch nach vorne gegangen und dann stand er frei." Er erklärte weiter: "Die Abstimmungen sind da manchmal noch nicht so klar. Aber ich glaube, wenn wir unsere Dinge vorne machen, dann ist das Tor am Ende auch egal."

"Wir haben noch eine Rechnung offen"

Am Sonntag ist die kurze Testphase für Bundestrainer Joachim Löw dann auch schon wieder vorbei. Gegen die Niederlande startet das DFB-Team in die EM-Qualifikation (20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de sowie bei RTL). Tah ist optimistisch: "Wir haben unsere Möglichkeiten herausgespielt, hätten das Spiel (gegen Serbien, Anm.d.Red.) gewinnen können und brauchen uns vor Holland nicht verstecken."

Zudem verweist der Leverkusener auf die jüngste Vergangenheit: "Ich glaube, dass wir noch eine Rechnung mit denen offen haben." In der Nations League hatte es Ende des vergangenen Jahres eine 0:3-Klatsche für das DFB-Team gegeben. Das Rückspiel in Gelsenkirchen endete immerhin 2:2 - allerdings nach einer 2:0-Führung durch Tore von Timo Werner und Leroy Sané, die in der Schlussphase noch hergeschenkt wurde. Für Tah ist das Ziel für Sonntagabend klar: "In dem Spiel machen wir die Dinger und dann gewinnen wir das Spiel."

Wie groß sein Anteil an diesem Vorhaben sein wird, ist allerdings völlig offen. Vieles deutet darauf hin, dass Tah beim Spiel in Amsterdam nur auf der Bank sitzen wird. Süle dürfte trotz ebenfalls nur mäßiger Leistung gegen Serbien in der Innenverteidigung gesetzt bleiben, den Bayern-Profi erklärte Löw in der Vorwoche zum neuen Abwehrchef. Neben ihm werden wohl Antonio Rüdiger und Matthias Ginter verteidigen. So hatte der Bundestrainer Anfang der Woche noch gesagt: "Diese drei können die Stabilisatoren der neuen Defensive sein." Da wird es für Tah schon eng.

Quelle: n-tv.de