Fußball

Terodde schießt S04 zum Titel Werder ist zurück in der Bundesliga, HSV spielt Relegation

844a5f1608b3715c76ce1994b63a19f5.jpg

Duksch macht mit dem 2:0 den Bremer Aufstieg perfekt

(Foto: dpa)

Werder Bremen schafft gemeinsam mit dem FC Schalke den direkten Wiederaufstieg in die 1. Liga. Der Hamburger SV muss erst einen Rückschlag hinnehmen, dreht aber das Spiel in Rostock. Für den Klub geht es jetzt in die Relegation gegen Hertha BSC. Darmstadt 98 bemüht sich, siegt hoch - und leidet am Ende dennoch.

SV Werder Bremen - Jahn Regensburg 2:0 (1:0)

Mit einem Arbeitssieg zum Aufstieg: Werder Bremen ist nach einem Jahr Zweitklassigkeit wieder in die Fußball-Bundesliga zurückgekehrt. Massiv unterstützt von 41.000 Zuschauern im Weserstadion setzten sich die Hanseaten mit 2:0 (1:0) gegen Jahn Regensburg durch und behaupteten damit ihren direkten Aufstiegsplatz. "Der SVW ist wieder da", skandierte das Publikum schon nach einer Stunde Spielzeit.

Mit seinem 19. Saisontor legte Niclas Füllkrug schon in der zehnten Minute den Grundstein zum verdienten, aber eher glanzlosen Erfolg gegen die Oberpfälzer, für die es sportlich um nichts mehr ging. Der Torjäger war mit einem platzierten, halbhohen Schuss erfolgreich. Fünf Minuten nach Wiederbeginn traf sein Sturmpartner Marvin Ducksch aus kurzer Distanz, es war Saisontreffer 21.

Die frühe Führung gab den Platzherren allerdings für den weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nur wenig Rückenwind. Die Mannschaft von Trainer Ole Werner war zwar dominant, fand aber gegen die stabile Deckung der Gäste nur selten ein Durchkommen. Der Werder-Coach forderte seine Schützlinge mehrfach zu breiter angelegten Aktionen auf, doch meistens wurde das Sturmzentrum gesucht.

Bei sporadischen Gegenattacken war Regensburg nicht ungefährlich. Ernsthaft geprüft wurde Bremens Torhüter Jiri Pavlenka allerdings nur von einem Mitspieler. Mitchell Weiser überraschte den tschechischen Keeper in der 22. Minute mit einer verunglückten Rückgabe, die fast zu einem Eigentor geführt hätte.

Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic war mit großen Torwartsorgen in die Hansestadt gereist. Anstelle des erkälteten Thorsten Kirschbaum stand Alexander Weidinger zwischen den Pfosten. Der 24-Jährige kommt normalerweise in der zweiten Regensburger Mannschaft in der Oberliga Bayern zum Einsatz.

Das 2:0 verschaffte den Platzherren die lange vermisste Sicherheit in den Aktionen. Regensburg begann zu resignieren, Entlastungsangriffe fanden kaum noch statt. Und wenn doch, blieben sie ungefährlich.

Hansa Rostock - Hamburger SV 2:3 (1:0)

Relegation erreicht, der Aufstiegstraum lebt: Der Hamburger SV hat dank eines furiosen Comeback-Siegs die ersehnte Bundesliga-Rückkehr mehr denn je vor Augen. Die Mannschaft von Trainer Tim Walter gewann bei Hansa Rostock 3:2 (0:1) und sicherte sich durch eine spektakuläre zweite Halbzeit den fünften Liga-Sieg hintereinander Platz drei - und damit die Relegationsspiele gegen Hertha BSC.

Vier Jahre nach dem ersten Bundesliga-Abstieg seiner Vereinsgeschichte darf der HSV, der die letzten drei Zweitliga-Spielzeiten jeweils auf dem vierten Platz beendet hatte, nun auf eine Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus hoffen. Das Relegationshinspiel steigt am kommenden Donnerstag in Berlin, die Entscheidung fällt am darauf folgenden Montag (20.30/beide Sky, Sat.1 und im ntv.de-Liveticker) in Hamburg.

Natürlich bemühte der HSV auch auf den letzten Metern des heiß umkämpften Aufstiegsrennens ganz großes Drama. Denn durch ein Tor von Nico Neidhart (13.) lagen die Rothosen an der Ostsee lange zurück und es deutete bereits Vieles auf den vierten vierten Platz hintereinander hin, ehe Torjäger Robert Glatzel (50.), Kapitän Sebastian Schonlau (75.) und Joker Mikkel Kaufmann (85.) die Partie drehten. Der Treffer von Lukas Fröde (90.+1) kam für Hansa zu spät.

Sieben Punkte Rückstand auf den dritten Rang hatten die Norddeutschen fünf Spieltage vor Saisonschluss, noch nie hatte ein Klub in der 2. Liga einen solchen Rückstand aufgeholt - bis Sonntagnachmittag. In Rostock wirkte die komfortable Ausgangslage mit dem Relegationsmatchball zunächst einmal lähmend. Während der frühere Bundesliga-Dino seltsam verkrampft und ideenlos zu Werke gingen, diktierte Hansa Tempo und Rhythmus der Partie.

Bereits nach 77 Sekunden hatten die Gäste Glück, dass ein Kopfball von Rostocks Mittelfeldspieler Lukas Fröde an die Latte klatschte. Nach dem 0:1, dem ein sehenswerter Konter über den pfeilschnellen Danylo Sikan vorausgegangen war, hätten Svante Ingelsson (19.) und John Verhoek (33.) für bissige und gedankenschnelle Rostocker sogar noch erhöhen können.

Und Hamburg? Dem fiel lange Zeit nicht viel ein. Bis auf einen Kopfball von Verteidiger Mario Vuskovic, der haarscharf am linken Pfosten vorbeirauschte, und eine Bogenlampe von Sebastian Schonlau, die Hansa-Keeper Markus Kolke zum einzigen Einschreiten im ersten Abschnitt zwang, war vom Walter-Team nach vorne nichts zu sehen.

Die zweite Hälfte begann dann aber mit einem Hamburger Paukenschlag. Nach einer mustergültigen Vuskovic-Flanke traf Glatzel mit dem Kopf. Der HSV machte anschließend mächtig Dampf - und wurde belohnt. Erst scheiterte Sonny Kittel nach einer tollen Kombination noch freistehend - dann trafen Schonlau und Kaufmann.

SV Darmstadt 98 - SC Paderborn 3:0 (3:0)

Der Aufstiegstraum ist geplatzt: Darmstadt 98 muss nach einem Herzschlagfinale alle Hoffnungen auf eine Bundesliga-Rückkehr begraben. Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht setzte sich zwar am letzten Zweitliga-Spieltag mit 3:0 (3:0) gegen den SC Paderborn durch, blieb durch die Siege der Konkurrenz aber unglücklicher Vierter.

Tim Skarke (2.) und Luca Pfeiffer (25./37.) belohnten die Lilien mit ihren Treffern für einen unheimlich leidenschaftlichen Auftritt. Durch die deutliche Führung gingen die Blicke früh vor allem nach Rostock - der Hamburger SV aber sorgte spät für Ernüchterung bei den Darmstädtern. Wegen groben Foulspiels erhielt der Paderborner Marcin Cuni (79.) die Rote Karte.

Eine noch bessere Ausgangslage hatte Darmstadt in der vergangenen Woche bei Fortuna Düsseldorf (1:2) verspielt. Umso größer war die Unterstützung auf den Rängen: Nach einem Marsch zum Stadion am Böllenfalltor schworen die Fans ihr Team mit einer beeindruckenden Choreo ein.

Von Platz zwei bis vier war vor dem Anpfiff noch alles möglich. Entsprechend furios legte Darmstadt los: Skarke setzte früh das erste Ausrufezeichen im Aufstiegskampf. Lieberknecht wollte sich nicht ständig über die anderen Ergebnisse informieren, auf den Rängen sorgte der HSV-Rückstand aber für großen Jubel.

Vor den Augen von Hertha-Coach Felix Magath machten die Lilien unbeirrt weiter. Phillip Tietz (19.) verpasste zunächst den zweiten Treffer, wenig später baute Pfeiffer die Führung per Doppelpack aber aus. Dazu konnte sich der SVD auf Torhüter Marcel Schuhen verlassen.

Darmstadt spielte nach der Pause vor 13.710 Fans weiter munter nach vorne. Während auf den Tribünen die Nervosität durch den Hamburger Ausgleichstreffer in Rostock stieg, ließ Lieberknechts Elf mit der Führung im Rücken nichts mehr anbrennen. Pfeiffers dritter Treffer (69.) wurde dazu noch wegen einer Abseitsposition nach Videobeweis zurückgenommen.

1. FC Nürnberg - FC Schalke 04 1:2 (0:1)

Schalke 04 kehrt zum dritten Mal als Zweitliga-Meister in die Fußball-Bundesliga zurück. Eine Woche nach der emotionalen Aufstiegsparty in der heimischen Arena beendeten die Königsblauen ihre Saison im Unterhaus mit einem 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg und belegten wie 1982 und 1991 den ersten Platz in der Abschlusstabelle. Die sofortige Rückkehr hatten die Gelsenkirchener bereits mit dem 3:2 gegen den FC St. Pauli sieben Tage zuvor perfekt gemacht.

Mehr zum Thema

Nach dem Platzsturm und der anschließenden Partynacht vor einer Woche steigt die offizielle Aufstiegsfeier der Schalker am Montag (18.00 Uhr) auf dem Rudi-Assauer-Platz vor der Arena. Zum vierten Mal schnappte sich Simon Terodde den Titel als Torschützenkönig. Mit seinem 30. Saisontor (88.) entschied der 34-Jährige das Spiel. Damit knackte der Zweitliga-Rekordschütze erstmals in seiner Karriere die 30er-Marke.

Rodrigo Zalazar, schon gegen St. Pauli als Siegtorschütze umjubelt, brachte Schalke mit einem Traumtor aus der eigenen Hälfte in Führung (15.): Der Uruguayer traf aus 58 Metern. Lukas Schleimer (86.). Die 50.000 Zuschauer im erstmals seit drei Jahren wieder ausverkauften Max-Morlock-Stadion feierten ausgiebig die Fanfreundschaft der beiden Altmeister.

Quelle: ntv.de, ara/sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen