Fußball

DFL spielt Szenarien durch Wie die Bundesliga beendet werden könnte

imago47083296h.jpg

Die schärferen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus bedeuten auch: Die Bundesliga kann nicht am 3. April wieder starten.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Eine verlängerte Zwangspause der Fußball-Bundesliga ist unumgänglich, das machen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus deutlich. Für die Klubs und die DFL ist damit völlig unklar, wie die Saison zu Ende gebracht wird. Es gibt mehrere Szenarien - von einem Schnellläufer bis hin zum Abbruch.

Nach der von Bund und Ländern angeordneten umfassenden Reduzierung sozialer Kontakte zum Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beginnen die Fußball-Bundesligisten mit der Ausarbeitung des nächsten Notfallplans. Fest steht, dass der ohnehin von der DFL schon als unrealistisch eingestufte Termin am ersten April-Wochenende für eine Saisonfortsetzung nicht mehr haltbar ist.

Am Dienstag trifft sich das Präsidium der Deutschen Fußball Liga. Eine Woche später kommen die 36 Profiklubs aus Bundesliga und 2. Liga zu ihrer nächsten außerplanmäßigen Vollversammlung zusammen, um eine Entscheidung zu fällen. Gerechnet wird mit einer Absage aller Spieltage mindestens bis Ende April. Dann könnte in einer erneuten Bewertung die Pause sogar nochmals bis Ende Mai verlängert werden. Angesichts der Ausmaße der Pandemie geht es in den Denkmodellen ohnehin nur noch um sogenannte Geisterspiele ohne Fans in den Stadien. Für diese aber gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Szenarien für die Saison-Fortsetzung in der Fußball-Bundesliga:

EM-Modell: Die Saison könnte im Modus eines EM-Turniers an festen Spielorten in kurzer Zeit zu Ende gespielt werden, heißt es vom "Sportbuzzer". Im Rahmen ihrer Überlegungen prüfe die DFL mehrere Austragungsorte in allen Regionen des Landes, an denen dann mehrere Partien pro Tag angesetzt würden, heißt es. Das würde vor allem die Logistik für die Teams erleichtern und den Personalaufwand in den Stadien minimieren.

Eil-Modell: Auch ein Saisonende mit den neun verbleibenden Spieltagen und 82 Partien innerhalb von 16 Tagen soll dem Bericht zufolge eine Option sein. Dabei würden in diesem Zeitraum täglich Spiele stattfinden, die Teams müssten alle zwei Tage antreten. Diese Variante kommt in Betracht, wenn erst im Juni wieder gespielt werden kann und die Saison zwingend am 30. Juni wegen vieler dann auslaufender Spielerverträge beendet sein muss. Alternativ könnte eine Sprint-Saison schon im Mai beginnen und dann noch Zeit für DFB-Pokal und Europacup-Wettbewerbe sein - dies allerdings scheint momentan ein theoretisches Szenario zu sein.

Englisches Modell: Die Premier League macht sich um den Transfertermin Ende Juni offenbar weniger Gedanken. Wie englische Medien berichten, soll der 1. Juni als Re-Start-Datum ausgewählt sein. Dann soll bis Mitte Juli die Saison durchgezogen werden. Es bliebe sogar noch eine Sommerpause, bevor am 8. August die nächste Saison planmäßig wieder starten würde. In der Bundesliga ist der Anpfiff für die neue Spielzeit sogar erst für den 21. August geplant.

Saisonabbruch: Einen abruptes Ende der Saison wollen die Klubs um jeden Preis vermeiden. Dieses hätte drastische finanzielle Folgen. Und würde weitere Fragen aufwerfen: Wer wird Meiste? Wer steigt ab? Wer steigt aus der 2. Liga auf? Wer qualifiziert sich für die europäischen Startplätze? Die Tabelle beim derzeitigen Stand quasi einzufrieren, dürfte ebenfalls niemanden glücklich machen. Aber auch eine Annullierung der Saison ist nicht so einfach möglich. Doch die Statuten der DFL und des DFB sehen für den aktuellen Fall keine Lösung vor, weshalb sich die Klubs einigen müssen.

Quelle: ntv.de, ara/dpa