Fußball

Was Männer noch lernen müssen Wölfinnen-Trainer Stroot versteht Mbappé nicht mehr

imago1015149394h.jpg

Tommy Stroot reagiert skeptisch auf die pompöse Welt des Fußballs der Männer.

(Foto: IMAGO/Jan Huebner)

Tommy Stroot, der Erfolgstrainer der Frauen vom VfL Wolfsburg, ergänzt die "was der Fußball der Männer von den Frauen lernen kann"-Debatte um einen wichtigen Punkt. Der 33-Jährige versteht die Welt nicht mehr. Warum verschwendet der Fußball so viel Ressourcen? Sein Team kann ein Vorbild sein.

Auch die Frauen des deutschen Meisters und Pokalsiegers VfL Wolfsburg treibt das Sparen von Energie und Ressourcen um. "Nachhaltigkeit ist auch bei uns in der Umkleidekabine ein Thema. Es gibt viele Mädels, die mit ihrem Rad statt mit dem Dienstwagen kommen", sagte Trainer Tommy Stroot. "Rein sportlich werden wir alles raushauen, da werden wir keine Energie einsparen", scherzte der 33-Jährige. Nach zwei Spieltagen in der Bundesliga ging der Plan bislang auf: Der VfL gewann beide Partien.

Stroot lobte die vielfältigen Interessen seiner Spielerinnen: "Ich sehe hier eine Mannschaft, die sich neben dem Fußball noch mit Themen auseinandersetzt, die ich total interessant finde. Manche studieren, viele wollen sich auch neben dem Fußball herausfordern."

Der Männerfußball ist nicht immer ein gutes Vorbild: Starspieler Kylian Mbappé und Trainer Christophe Galtier von Paris Saint-Germain wurden kürzlich bei einer Pressekonferenz gefragt, ob ein Flug ins 380 Kilometer entfernte Nantes nötig sei. Beide machten sich über die Frage lustig und kassierten Kritik dafür.

Die Sorglosigkeit der Superstars

Frauen-Trainer Stroot reagierte skeptisch auf den Auftritt. Aber er kenne den Männerfußball zu wenig, um zu wissen, warum dort vieles teils pompöser wirke: "Ich würde auch gerne wissen, warum es im Männerfußball manchmal anders läuft. Vielleicht auch, weil zu früh maximale Sicherheit erreicht ist und man mit dem ersten Profivertrag keine Sorgen mehr hat."

Mehr zum Thema

Auch aus der meist abgehobenen Welt des Fußballs der Männer war nach dem Auftritt des PSG-Duos Kritik laut geworden. Der Union-Berlin-Profi und Klima-Aktivist Morten Thorsby hielt seinen Unmut am gedankenlosen Verhalten der beiden eigentlichen Vorbilder nicht zurück. "Das ist schade, aber nicht überraschend. Am meisten enttäuscht sind wir vom Trainer, er müsste es besser wissen. Das würden wir uns auch von Mbappé wünschen", sagte Thorsby dem norwegischen Rundfunk NRK Anfang September.

"Die Stars müssen vorangehen und ein Beispiel geben", ergänzte er. Auch Fußballprofis müssten "nicht perfekt leben, aber sie müssen die Veränderungen unterstützen, die wir für eine grüne Wende brauchen", forderte der Norweger.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen