Fußball

Der Videobeweis Wofür Uli Hoeneß n-tv attackiert hat

Wenn Uli Hoeneß einmal Puls hat, dann so richtig. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen vom FC Bayern knöpft sich der Präsident die deutschen Medien vor. Die Berichterstattung über die kriselnden Fußballer aus München in den vergangenen Wochen sei "herabwürdigend" und "respektlos" gewesen. Neben den Springer-Medien, vornehmlich die "Bild"-Zeitung, attackiert der 66-Jährige auch n-tv. Auf der Pressekonferenz sagt er wörtlich: "Die Art und Weise wie zum Beispiel n-tv mit ihrem Trio Infernale, die ahnungslosen Rolf Nieburg (Anmerk. d. Red.: Rolf Niebuhr), Timo Latsch und Nico Holter versucht haben, den Jogi Löw abzuschießen, das war widerlich. Der Höhepunkt war, dass am Dienstag vor dem Spiel gegen Frankreich das Team eine Fernsehkamera zu einem Jugendtraining geschickt hat und zehn- oder zwölfjährige Jungs befragt hat, ob sie denn der Meinung sind, man müsse den Jogi Löw jetzt entlassen." Im Gespräch mit unserer Online-Redaktion erklärt Fernseh-Sportchef Timo Latsch seine Sicht.

Herr Latsch, Uli Hoeneß erhebt schwere Vorwürfe gegen die journalistische Arbeit von n-tv. Wie bewerten Sie das?

*Datenschutz

Timo Latsch: Nun, zunächst einmal will ich sagen, dass wir den FC Bayern und die Nationalmannschaft seit jeher kritisch begleiten und wir nicht die PR-Abteilung der Münchener sind und auch nicht die des DFB. Zu seinen Vorwürfen können wir nach einer nochmal durchgeführten Recherche sagen, dass niemand der drei von Hoeneß erwähnten Journalisten offen den Rücktritt von Löw gefordert hat. Und selbst wenn ihn jemand von uns gefordert hätte, wäre das als Kommentar eine Meinung gewesen, die man vertreten darf. Wir haben die Meinungsfreiheit in unserem Land und haben sorgfältig nach journalistischen Grundsätzen gehandelt.

Hoeneß wirft n-tv vor, in einem Video bewusst Stimmung gegen Löw gemacht zu haben. Was ist der Hintergrund des attackierten Beitrags?

Wir haben bei den Kindern keine Umfrage gemacht, ob Joachim Löw zurücktreten soll, sondern nur ein Stimmungsbild von jungen Fußballern eingefangen. Die Jungs haben viel erzählt und ihre Meinung kundgetan. Wir haben keine offene Frage gestellt, ob Löw zurücktreten soll. Auf eine Frage, was nach dem Frankreich-Spiel passiert, hat eine Junge gesagt, naja, vielleicht tritt Löw ja zurück. Das war alles.

Sie mussten sich vom Bayern-Boss auch den Vorwurf der Ahnungslosigkeit machen lassen. Tut das weh?

Nein, das beschäftigt mich nicht. Wir kennen ja seine Sprache, beziehungsweise die Deutlichkeit seiner Sprache. Mehr muss man dazu nicht sagen. Wir laden Uli Hoeneß aber sehr herzlich ein, sich bei uns über unsere journalistische Arbeit zu informieren.

Hier finden Sie unsere Videoberichterstattung zur Nationalmannschaft nach dem Länderspiel gegen die Niederlande und vor dem Duell mit Frankreich.

 

 

Quelle: n-tv.de, tno