Fußball

Zehn Bundesligisten in Europa?Bayern & Co. spielen auch für einmaligen Königsklassen-Sixpack

14.04.2026, 06:27 Uhr
imageVon Kevin Schulte
00:00 / 06:11
Fussball-1-Bundesliga-Saison-2025-2026-28-Spieltag-SC-Freiburg-FC-Bayern-Muenchen-04-04
Jamal Musiala, hier im Zweikampf mit Freiburgs Lucas Höler, steht mit dem FC Bayern vor dem Einzug ins Champions-League-Halbfinale. (Foto: IMAGO/Ulmer/Teamfoto)

Starten nächste Saison erstmals sechs Bundesligisten in der Champions League? Bayern, Freiburg und Mainz können den Traum vom Königsklassen-Sixpack wahr werden lassen - und sogar den Bundesliga-Zehnten nach Europa schicken.

Die Bundesliga kann in der aktuellen Saison aus mehrerlei Hinsicht Geschichte schreiben. Der deutsche Fußball hat die Chance, als erster Verband jemals alle drei europäischen Titel in einer Saison einzufahren. Der FC Bayern München kann sich nach dem 2:1-Hinspielcoup bei Real Madrid mehr als nur Hoffnungen auf den Einzug ins Halbfinale der Champions-League machen. Der SC Freiburg steht nach dem 3:0-Heimsieg über Celta Vigo mit mehr als einem Bein im Halbfinale der Europa League. Mainz 05 hat nach einem 2:0-Erfolg im Europa-Derby gegen Racing Straßburg beste Karten auf den Einzug ins Conference-League-Halbfinale. Der Traum von drei Titeln ist realistisch.

Das deutsche Trio versucht dabei zunächst ganz individuell Geschichte zu schreiben. Selbst für die erfolgsverwöhnten Bayern wäre ein Champions-League-Triumph etwas Besonderes. Für Freiburg und Mainz, die beide noch nie irgendetwas gewonnen haben, ist schon ein europäisches Viertelfinale Neuland. Nicht auszudenken, welch historischen Anstrich die Saison 2025/2026 bekommen würde, sollten beide Klubs am Ende den Pokal in die Höhe recken.

Aber es lohnt genauso ein Blick auf das größere Bild. Gewinnt der SC Freiburg die Europa League, wäre er automatisch für die Champions League qualifiziert. Egal, welchen Platz das Team von Trainer Julian Schuster in der Bundesliga belegt. Wenn parallel der FC Bayern in der Champions League noch möglichst viele Spiele gewinnt und Mainz noch einige Siege mehr in der Conference League holt, im besten Fall beide ebenfalls den Titel holen, dann starten nächste Saison sogar sechs deutsche Mannschaften in der Champions League.

Bundesliga im Duell mit Spaniens La Liga

Grund dafür ist die Saisonwertung der Uefa. Die Tabelle bildet ab, welcher Nationalverband am besten in der jeweiligen Saison abschneidet. Die beiden bestplatzierten Ligen erhalten für die folgende Saison jeweils einen zusätzlichen Champions-League-Startplatz. England hat sein zusätzliches Ticket bereits abgesichert, dahinter hat derzeit Spanien die besten Karten. Deutschland kann La Liga aber noch abfangen. Und zwar dann, wenn die verbliebenen deutschen Teams in Europa deutlich mehr Spiele gewinnen als die spanischen.

Ein Weiterkommen der Bayern gegen Real Madrid ist Bedingung. Parallel nehmen sich Atlético Madrid und der FC Barcelona selbst raus. In der Europa League steht Celta Vigo gegen Freiburg unmittelbar vor dem Aus. Derweil muss Real Betis aus Sevilla gegen Sporting Braga noch zittern (1:1 im Hinspiel). Im Halbfinale könnte es zum nächsten deutsch-spanischen Duell kommen (Freiburg gegen Betis).

Ein deutsch-spanisches Halbfinale ist auch in der Conference League wahrscheinlich: Mainz ist klar auf Kurs und träfe nach jetzigem Stand in der Vorschlussrunde auf den spanischen Vertreter Rayo Vallecano. Der kleine Klub aus Madrid besiegte AEK Athen im Hinspiel klar mit 3:0.

Heißt im Klartext: Gewinnen Freiburg, Mainz und die Bayern die europäischen Wettbewerbe, hat Deutschland mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nächste Saison sechs Mannschaften in der Champions League. Gemessen am aktuellen Tabellenstand der Bundesliga würden neben den Top Vier - FC Bayern, Borussia Dortmund, VfB Stuttgart, RB Leipzig - auch Europa-League-Sieger Freiburg und der Tabellenfünfte Bayer Leverkusen profitieren.

Zehn deutsche Mannschaften in Europa?

Was würde das für die Verteilung der weiteren Europa-Startplätze bedeuten? Der Tabellensechste - derzeit TSG Hoffenheim - würde in der Europa League an den Start gehen. Für Eintracht Frankfurt ginge es als Tabellensiebter ebenfalls in die Europa League. In der zweiten europäischen Spielklasse würde auch Mainz 05 auflaufen - als Belohnung für den Sieg in der Conference League. Welchen Platz die Rheinhessen in der Liga belegen, ist in diesem Szenario völlig egal. Theoretisch könnte Mainz noch absteigen und trotzdem nächste Saison europäisch spielen.

Das noch freie Ticket für die Conference League würde der Tabellenachte lösen. Eigentlich. Denn derzeit belegt der SC Freiburg diesen Platz. Die Breisgauer wären im deutschen Traum-Szenario aber als Europa-League-Sieger für die Champions League qualifiziert. Was ist mit dem Tabellenneunten? Stand jetzt ist Mainz Neunter, würde als Conference-League-Sieger aber in der Europa League an den Start gehen. Das heißt, der Tabellenzehnte - aktuell der FC Augsburg - kann sich unter diesen besonderen Umständen Hoffnungen auf die Conference-League-Teilnahme machen.

Gewinnt Freiburg die Europa League, Mainz die Conference League und belegt Deutschland Platz zwei im Uefa-Saison-Ranking, würde die Europapokal-Teilnehmer-Verteilung so aussehen. Deutschland hätte erstmals und womöglich historisch einmalig zehn (!) statt normalerweise sieben Europapokal-Teilnehmer. Mehr als die halbe Bundesliga würde kommende Saison europäisch spielen:

  • Champions League: Bayern, Dortmund, Stuttgart, Leipzig, Leverkusen, Freiburg

  • Europa League: Hoffenheim, Frankfurt, Mainz

  • Conference League: Augsburg

Freiburg hat noch mehrere Optionen

Gewinnt Freiburg die Europa League, Deutschland überholt Spanien im Saison-Ranking jedoch nicht mehr, wären fünf deutsche Teams in der Champions League. Der Tabellenfünfte müsste in diesem Szenario jedoch mit der Europa League Vorlieb nehmen.

  • Champions League: Bayern, Dortmund, Stuttgart, Leipzig, Freiburg

  • Europa League: Leverkusen, Hoffenheim

  • Conference League: Frankfurt

Gewinnt weder Freiburg noch Mainz einen europäischen Wettbewerb und landet Deutschland nicht unter den besten zwei der Saison-Rangliste, sieht das Starterfeld (gemessen am aktuellen Tabellenstand) so aus:

  • Champions League: Bayern, Dortmund, Stuttgart, Leipzig

  • Europa League: Leverkusen, Hoffenheim

  • Conference League: Frankfurt

Schafft es der SC Freiburg in der Bundesliga nicht unter die Top 7 und verpasst den Titel in der Europa League, gäbe es trotzdem noch eine Europa-Hintertür für die Breisgauer. Freiburg müsste den DFB-Pokal gewinnen. Der Weg dahin ist aber noch härter als bis zum Europa-Titel. Freiburg müsste das Halbfinale in Stuttgart und das Finale gegen die Bayern oder Leverkusen für sich entscheiden. Dann wäre Freiburg als Pokalsieger für die Europa League qualifiziert und sogar der Bundesliga-Siebte (derzeit Frankfurt) müsste in die Röhre schauen.

  • Champions League: Bayern, Dortmund, Stuttgart, Leipzig

  • Europa League: Leverkusen, Freiburg

  • Conference League: Hoffenheim

Quelle: ntv.de

Champions LeagueConference League1.FSV Mainz 05SC FreiburgEuropa LeagueFC Bayern München