Sport
Schwedens Leistungsträger heißen jetzt Lindelöf (r.) oder Forsberg.
Schwedens Leistungsträger heißen jetzt Lindelöf (r.) oder Forsberg.(Foto: imago/Bildbyran)
Freitag, 10. November 2017

Schweden kämpft ums WM-Ticket: Zlatans Erben wollen italienische Apokalypse

In Italien sprechen schon viele von der verpassten WM-Teilnahme, dabei sind die Playoff-Spiele gegen Schweden noch gar nicht absolviert. Für die Squadra Azzurra wäre es eine historische Katastrophe, die trotz Qualitätsvorteil gar nicht unwahrscheinlich ist.

Die Stimmung in Italien ist vor dem Playoff-Duell mit Schweden mehr als angespannt, der Tonfall reicht von martialisch bis hin zu Endzeitstimmung. "Wenn wir die WM verpassen, käme das einer Apokalypse gleich", sagte Italiens Verbandschef Carlo Tavecchio. "Und wenn ich auf dem Platz sterben muss, ich spiele die WM", gab sich zugleich Verteidiger Alessandro Florenzi mehr als kämpferisch.

Schlechte Vorzeichen für das Duell mit den Skandinaviern findet man zuhauf. Das letzte große Turnier, das die Italiener verpassten, fand im Jahr 1958 in Schweden statt. Bei Pflichtspielen auf schwedischem Boden konnten die Azzurri bislang noch kein Tor erzielen. Eben dort findet das Hinspiel statt. Zweifel am Weiterkommen will aber vor allem der Trainer trotzdem nicht aufkommen lassen. "Ich habe niemals daran gedacht, nicht zur WM zu fahren. Italien hat uns niemals im Stich gelassen, und wir werden Italien nicht im Stich lassen", sagte Giampiero Ventura vor der Partie am heutigen Freitag (20:45 Uhr, n-tv.de Liveticker) in Solna.

Die Außenseiterrolle im Playoff-Spiel ist trotz der Historie auf die Schweden zugeschnitten - insbesondere nach dem Rücktritt von Zlatan Ibrahimovic, dem wohl prägendsten Spieler des schwedischen Fußballs in der letzten Dekade. Eine Rückkehr in die Nationalmannschaft schloss der Angreifer von Manchester United jüngst aus. "Dennoch würde ich Schweden gerne bei der WM in Russland sehen", erklärte Ibrahimovic.

Schweden ohne Druck

Einen großen Vorteil sieht der 35-jährige Ex-Superstar bei seinen Landsleuten, auch wenn die Aussage wie gewohnt nicht ohne Eigenbezug bleibt: "Schweden spielt ohne Druck, weil die Erwartungen von Fans und Medien stark gesunken sind, nachdem ich das Team verlassen habe." Die Erben des großen Ibrahimovic sollen es richten, sie tragen Namen wie Forsberg, Lindelöf oder Berg. Die Last verteilt sich im Team von Trainer Janne Andersson auf mehrere Schultern.

Zumindest das Selbstvertrauen eines Ibrahimovic scheinen sich die Schweden erhalten zu haben: "Wir hatten die härteste Gruppe in der Qualifikation mit Frankreich und den Niederlanden, und haben einige richtig gute Spiele gezeigt. Wenn wir dieses Level erreichen, können wir jedes Team der Welt schlagen, Italien eingeschlossen", hatte Andersson unmittelbar nach der Playoff-Auslosung gesagt.

Wie man die Welt von etablierten Fußballnationen erschüttert, das wissen die Schweden. Die der Niederlande erlebte ein komplettes Erdbeben. Den Playoff-Platz sicherte sich das Drei-Kronen-Team durch einen 8:0-Sieg gegen Luxemburg am vorletzten Spieltag. Noch einen Tag zuvor hatte Bondscoach Dick Advocaat einen Journalisten zurechtgewiesen: "Sie werden nicht mit 8:0 gewinnen, was ist das für eine dumme Frage?!"

Das letzte Gruppenspiel und damit zuvor deklarierte "Finale" gegen die Holländer wurde durch das deutlich bessere Torverhältnis schlicht zum Schaulaufen. Für die Niederlande kam das Aus nach einer sehr durchwachsenen Quali nicht unbedingt überraschend. In Italien wäre es sportlich ein kleiner Weltuntergang.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen