Fußball

Erfolgreiche Transfers beim BVB Zorc hat ein Händchen für Top-Talente

127211075.jpg

Sportdirektor Michael Zorc steckt hinter Dortmunds Transfer-Strategie.

(Foto: picture alliance/dpa)

Michael Zorc ist so lange wie kein anderer Sportdirektor bei einem Klub der Fußball-Bundesliga. Und das erfolgreich: Nach Top-Spielern wie Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé holt er Shootingstar Erling Haaland nach Dortmund. Zorc will Stars erschaffen und nicht kaufen - das geht auch mal schief.

Dede war der Erste. Zu Beginn seines Jobs als Manager lockte Michael Zorc den Brasilianer für 3,3 Millionen Euro von Atletico Mineiro zu Borussia Dortmund in die Fußball-Bundesliga. Der Linksverteidiger entwickelte sich in seinen 13 Jahren beim BVB zum Leistungsträger und Publikumsliebling. So lange wie Dede verweilen die Profis in der Regel nicht mehr, doch sein Gespür für Transfers hat Zorc auch nach zwei Jahrzehnten nicht verloren. Erling Haaland, Jadon Sancho, Ousmane Dembélé - die Transfers der vergangenen Jahre ließen die europäischen Topvereine teilweise vor Neid erblassen.

0a7cbc825f1818a675b54777ec0eaf91.jpg

Das Wettbieten ist eröffnet: Jadon Sancho.

(Foto: REUTERS)

"Bei uns passieren die Dinge nicht aus Versehen oder zufällig", sagte Nachwuchskoordinator Lars Ricken im Gespräch mit der BBC. "Es ist eine klare und eindeutige Strategie, dass wir keine Superstars kaufen, sondern sie erschaffen." Das gelang auch bei Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang und Christian Pulisic vorzüglich. Zur Strategie des achtmaligen deutschen Meisters gehört auch, dass die Top-Talente nach einiger Zeit für viel Geld verkauft werden. Dembélé wechselte für 125 Millionen Euro zum FC Barcelona, Aubameyang zum FC Arsenal und Pulisic zum FC Chelsea verließen den BVB für ein Schmerzensgeld von jeweils 65 Millionen. Und im Sommer könnte die 150-Millionen-Grenze geknackt werden: Das Wettbieten um Offensiv-Juwel Sancho haben die finanzstarken Premier-League-Klubs längst eröffnet.

Üppige Einnahmen ermöglichen große Investitionen

Sportlich würde der Verlust des englischen Jungstars natürlich schmerzen. Doch Zorc hat zuletzt immer wieder bewiesen, dass er schnell für Ersatz sorgen kann. Giovanni Reyna (17) ist das nächste Supertalent, das der BVB an Land gezogen hat. Das Ziel sei zwar, "Spieler aus Dortmund und Umgebung auszubilden", so Ricken: "Aber wenn wir Spieler aus dem Ausland mit Potenzial finden, gehen wir das Risiko ein, sie unter Vertrag zu nehmen." Dabei werde man sie nicht aus den USA oder England holen, "nur um unsere U17- oder U19-Mannschaft ein bisschen besser zu machen. Wir wollen den Außergewöhnlichen finden."

Dass der eine oder andere Spieler die Erwartungen dann nicht erfüllt, gehört zum Geschäft. Das weiß auch Zorc, der so lange wie kein anderer Sportdirektor bei einem Bundesligaklub ist. Die Einnahmen ermöglichen dem 57-Jährigen große Investitionen. Bemerkenswert ist allerdings, dass es Zorc auch immer wieder gelingt, Spieler aus der zweiten Reihe für beachtliche Summen zu verkaufen. Für Maximilian Philipp (Dynamo Moskau) und Julian Weigl (Benfica Lissabon) strich der BVB zuletzt jeweils 20 Millionen Euro ein. Zorcs Vertrag läuft noch bis 2021. Die Bilanz von drei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen in seiner Amtszeit soll bis dahin noch aufpoliert werden. Die Voraussetzungen hat er geschaffen.

Quelle: ntv.de, Oliver Mucha und Thomas Nowag, sid