Fußball-WM 2018

Nigeria-Kapitän spielte trotzdem John Obi Mikels Vater vor WM-Spiel entführt

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Mikels Familie wird bereits zum zweiten Mal Opfer von Entführern.

(Foto: dpa)

Die Zeit vor einem Fußballspiel dient eigentlich dazu, sich aufs Match zu fokussieren. Der Kapitän von Nigerias Elf erfährt jedoch im Bus zum Stadion, dass sein Vater entführt worden ist. Um die WM-Mission nicht zu gefährden, behält Mikel den dramatischen Vorfall für sich.

Der nigerianische Nationalmannschafts-Kapitän John Obi Mikel hat das letzte Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft gegen Argentinien vor einer Woche in einer emotionalen Ausnahmesituation bestritten. Wie der Defensivspieler der britischen Tageszeitung "The Guardian" berichtete, sei er unmittelbar vor der Partie gegen das Team von Superstar Lionel Messi darüber informiert worden, dass sein Vater im Südosten Nigerias erneut entführt worden sei.

"Mir wurde gesagt, dass sie meinen Vater sofort erschießen, wenn ich mich bei den Behörden melde oder es jemandem erzähle", schilderte Mikel. Der 31-Jährige wurde von einem Familienmitglied im Bus auf dem Weg zum Stadion in St. Petersburg über den schockierenden Vorfall unterrichtet. Mikel musste dem Bericht zu Folge selbst die Entführer anrufen. Diese forderten ein Lösegeld vom Nationalspieler.

"Ich wollte den Vorfall nicht mit dem Trainer besprechen, weil ich nicht wollte, dass dieses Thema am Tag eines so wichtigen Spiels eine Ablenkung für ihn oder den Rest des Teams darstellt", äußerte Mikel. Die nigerianische Polizei befreite dem Medienbericht zu Folge Mikels Vater, der sich nun in einem Krankenhaus befindet. Nach Angaben seines Sohnes wurde er von den Entführern gefoltert. 2011 war Mikels Vater bereits schon einmal entführt worden.

Mikel stand beim Spiel gegen Argentinien dennoch 90 Minuten auf dem Platz. Durch das 1:2 schied nigerianische Nationalmannschaft aus dem Turnier aus.

Quelle: ntv.de, jgu/sid