Fußball-WM 2018

Slapstick-Einlage Müller verstolpert Freistoß-Trick

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Was Löws Eleven gegen Algerien ablieferten, war nichts für Fußball-Feinschmecker

(Foto: imago/Moritz Müller)

Dieser Freistoß wird nicht nur den deutschen Fußball-Fans noch eine Weile in Erinnerung bleiben. Was gut einstudiert war und ein besonderer Trick sein sollte, wurde am Ende eine Lachnummer. Dabei ist der arme Müller doch nur gestolpert. Oder war das Absicht?

87 Minuten lang versuchen Deutschlands beste Fußballer gegen Algerien ein Tor zu schießen. Vergeblich. Das WM-Achtelfinale steht auf des Messers Schneide. Jede Aktion kann den Sieg oder die Niederlage bringen. Dann pfeift der Schiedsrichter einen Freistoß aus rund 20 Metern - eine aussichtsreiche Position, die Millionen deutsche Fußballfans hoffen lässt.

Mit Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Mesut Özil, Andre Schürrle und Thomas Müller gruppieren sich sofort fünf Spieler um den Ball. Es wird getuschelt und beraten, wer schießen soll. Sie entscheiden sich für eine mittlerweile bekannte Variante. Ein paar Spieler laufen über den Ball, der letzte schießt. Den Anfang macht Schweinsteiger. Er läuft zuerst über den Ball, dann soll es ihm Thomas Müller, der immerhin schon vierfacher Torschütze in Brasilien ist, nachmachen. Doch der gerät beim Anlauf ins Straucheln und fällt noch vor dem Ball auf die Knie. Mit Absicht?

Ja, sagt der frühere österreichische Nationaltrainer Josef Hickersberger bei n-tv.de: "Ich glaube, er ist nicht ausgerutscht, sondern das war der Versuch einer Freistoßvariante, ein Ablenkungsmanöver. Das war gewollt so, es hat halt nicht funktioniert. Ich glaube, dass das geplant war und kein Ausrutscher."

Ertrag brachte es nicht: Müller rappelt sich zwar nach der Slapstick-Szene wieder auf und stolpert irgendwie über den Ball. Aber die Ordnung ist dahin. Als er schließlich wieder ganz auf die Beine kommt, sprintet er Richtung Strafraum, doch die Ausführung des Freistoßes misslingt komplett. Kroos sollte den Ball über die algerische Mauer heben und Müller so freie Schussbahn haben. Weil Kroos stattdessen das Leder direkt in die Mauer schießt, wird von diesem Trick am Ende nur der Stolper-Müller bleiben.

Wenn es geklappt hätte und der "besondere Freistoß" zu einem Tor geführt hätte, es wäre ein Geniestreich gewesen. So aber bleibt es eine amüsante Slapstick-Einlage, die zum Glück am Ende beim 2:1-Sieg nach Verlängerung doch keine bleibenden Schäden hinterlässt.

Quelle: ntv.de, dsi

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