Fußball-WM 2018

Präziser als die Vorgänger WM-Ball "Brazuca" fliegt auf Kurs

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Japanische Forscher meinen: Der aktuelle WM-Ball "Brazuca" hat eine besonders stabile Flugbahn.

(Foto: picture alliance / dpa)

Geht ein Schuss am Tor vorbei, ist nicht immer der Schütze schuld. Oftmals schlingern die Bälle. Bei der Fußball-WM können sich die Spieler nun nicht mehr so leicht rausreden. Forscher meinen nämlich: Mit dem Ball "Brazuca" könnte alles anders werden.

Sollten bei der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft viele Schützen das Tor verfehlen, dann liegt es sehr wahrscheinlich nicht am Ball. Im Vergleich zu anderen Turnierbällen der vergangenen Jahre hat der aktuelle WM-Ball namens Brazuca eine sehr stabile Flugbahn. Das haben Sungchan Hong und Takeshi Asai von der japanischen Universität Tsukuba herausgefunden. Die Ergebnisse ihrer Versuche im Windkanal und mit einem Schießroboter veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift "Scientific Reports".

"In den letzten Jahren gab es dramatische Veränderungen bei den Formen und Designs von Fußbällen", schreiben die Wissenschaftler. Sie untersuchten Bälle mit 6, 8, 14 und 32 Feldern. Im Einzelnen waren es die Bälle mit den Namen Brazuca, Cafusa (Offizieller Ball des Confed-Cups 2013), Jabulani (WM 2010), Teamgeist 2 (Klubweltmeisterschaft 2007) sowie Vantaggio, der das klassische Fußballmuster mit Fünf- und Sechsecken aufweist.

Länge der Nähte macht den Unterschied

Tatsächlich maßen Hong und Asai erhebliche Unterschiede beim Luftwiderstand und beim Flugverhalten der Bälle. Nach Angaben der Forscher spielt es eine wichtige Rolle, wie lang alle Nähte des Balls zusammengenommen sind: Jabulani mit 1,98 Metern Naht zeigt bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten ein ähnliches Flugverhalten, während es sich bei Cafusa mit 4,47 Metern Naht mit der Geschwindigkeit deutlich ändert.

Cafusa zeigte auch bei einem Schuss über 25 Meter, ausgeführt von einem exakt eingestellten Roboter, die größten Abweichungen. Je nachdem, wie die Einzelflächen des Balls zur Flugbahn ausgerichtet waren, befand sich der Ball nach 25 Metern auf dem Boden oder in drei Meter Höhe. Cafusa flattert also stark in senkrechter Richtung, während Vantaggio sehr viel gleichförmiger fliegt. Dabei haben beide Bälle 32 Felder, die allerdings sehr unterschiedlich angeordnet sind.

Im Durchschnitt aller Versuche wies der WM-Ball Brazuca die stabilsten Flugbahnen auf, dicht gefolgt von Vantaggio mit dem klassischen Fußballmuster. "Der beobachtete Effekt der Flächenanordnung auf die Flugeigenschaften ist hilfreich für praktisches Fußballtraining und für die Gestaltung neuer Fußbälle", schreiben die Forscher. Sie geben aber zu, dass die Aerodynamik eines Balls nicht allein von den Oberflächenformen abhängt, sondern unter anderem auch von der Rauigkeit, dem Material und der Verarbeitungsmethode. Dies solle in einer künftigen Studie untersucht werden.

Quelle: ntv.de, ame/dpa

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