Olympia

Das bringt der Olympia-Sonntag Biathlet Schempp träumt von Olympia-Coup

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"Wenn man immer mitschwimmt, kann man am Ende weit nach vorne kommen": Simon Schempp.

(Foto: dpa)

Eine olympischen Einzel-Medaille, und das zum ersten Mal: Der deutsche Biathlet Simon Schempp will es im Massenstart schaffen. Die Skirennfahrer gehen beim Riesenslalom in Pyeongchang dagegen als Außenseiter an den Start, die Langläufer eher auch.

Ski alpin: Ohne die verletzten Felix Neureuther und Stefan Luitz sind die deutschen Skirennfahrer in diesem olympischen Riesenslalom im Yongpyong Alpine Centre nur Außenseiter. Alexander Schmid gibt sein Debüt bei Winterspielen. "Ich will nichts anders machen als in einem Weltcup-Rennen", sagte Schmid, der im Dezember beim Weltcup in Val d'Isère mit Rang sechs für das beste Ergebnis seiner Karriere und die Olympia-Qualifikation gesorgt hatte. Das Rennen beginnt um 2.15 Uhr unserer Zeit, der zweite Lauf ist für 5.45 Uhr angesetzt. Neben Schmid starten Fritz Dopfer und Linus Straßer für Deutschland. Favoriten sind aber der Franzose Alexis Pinturault, Weltmeister und Kombinations-Olympiasieger Marcel Hirscher aus Österreich sowie der Norweger Henrik Kristoffersen.

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Ambitioniert: Andri Ragettli.

(Foto: imago/Geisser)

Ski Freestyle: Ohne deutsche Beteiligung brettern am frühen Morgen die Freestyler im Kampf um Slopestyle-Medaillen auf ihren Skiern durch den Parcours und über die Schanzen. Die Qualifikation im Bokwang Snow Park beginnt um 2 Uhr. Der erste Finallauf ist für 5.15 Uhr angesetzt, es folgen der zweite ab 5.43 Uhr und der dritte ab 6.11 Uhr. Als heißeste Anwärter auf den Olympiasieg gelten der Schweizer Andri Ragettli, Öystein Braaten aus Norwegen und Oscar Wester aus Schweden. Besonders Ragettli hat sich viel vorgenommen. Sein Vorbild ist der Amerikaner Shaun White, der dreifache Halfpipe-Olympiasieger, wie er der "Neuen Züricher Zeitung" erzählte: "Was er geschafft hat, will ich auch erreichen: der Größte in meinem Sport zu werden."

Ab 12 Uhr steht dann in Pyeongchang das Finale beim Freestyle-Springen der Männer auf dem Programm, die Qualifikation beginnt um 6.45 Uhr. Auch hier sind keine Deutschen am Start. Favoriten sind der Chinese Jia Zongyang, der Russe Maxim Burow und Anton Kuschnir aus Weißrussland, der vor vier Jahren in Sotschi Gold gewann. Der Zeitplan des Finales sieht so aus: erster Sprung ab 12 Uhr, zweiter Sprung ab 12.29 Uhr und dritter Sprung ab 12.52 Uhr.

Langlauf: Andreas Katz, Thomas Bing, Lucas Bögl und Jonas Dobler werden ab 7.15 Uhr die deutsche Ski-Langlauf-Staffel beim Rennen über die 4 x 10 Kilometer bilden. Nicht mit dabei ist damit Sebastian Eisenlauer, der eher als Sprint-Spezialist gilt. Wenn es darum geht, eine Medaille zu gewinnen (und darum geht es ja), sind die Deutschen nur Außenseiter. Als aussichtsreichste Anwärter auf Gold gelten die Norweger, die Schweden und die Russen. Bögl, der am Freitag im Einzel über die 15 Kilometer Platz 15 belegte, beschreibt die Lage so: "Bis auf Norwegen hat hier keine Nation mehr als zwei sehr gute Leute dabei. Wir haben fünf Mann, die alle auf einem Niveau sind. Man kann definitiv mit uns rechnen. Nur eine einzige Medaille ist gebucht, und das ist Gold durch Norwegen."

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Sprint-Olympiasieger: Arnd Peiffer.

(Foto: imago/Laci Perenyi)

Biathlon: Mit einer möglichst fehlerfreien Schießleistung will sich der deutsche Biathlet Simon Schempp im Massenstart seinen Traum von der ersten olympischen Einzel-Medaille erfüllen. "Ich hoffe auf einen guten Start, gerade am Schießstand, damit man mitschwimmen kann", sagte der 29 Jahre alte Weltmeister in dieser Disziplin vor dem Rennen ab 12.15 Uhr. Für ihn, Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer, den Verfolgungs-Dritten Benedikt Doll und Erik Lesser ist es in Südkorea die letzte Einzel-Entscheidung, ehe in der nächsten Woche die Staffeln anstehen. Bislang belegte Schempp bei seiner dritten Olympia-Teilnahme Platz sieben im Sprint, Rang fünf in der Verfolgung und Rang 36 im Einzel. Der Massenstart sei "ein bisschen taktisch geprägt", sagte Schempp: "Wenn man immer mitschwimmt, kann man am Ende weit nach vorne kommen." Aber klar, das werde schwer. "Im Biathlon ist es eben so, dass 30, 40 Leute auf das Podest laufen können. Es ist immer ein enges und knappes Rennen. Aber ich fühle mich recht fit und freue mich auf das Rennen", sagte Peiffer. Top-Favoriten sind die beiden Olympiasieger Martin Fourcade (Verfolgung) aus Frankreich und Johannes Thingnes Bö (Einzel) aus Norwegen. Das Duo hatte bis zu den Spielen 14 der 15 Weltcuprennen in dieser Saison unter sich ausgemacht. Der Norweger Bö feierte acht Siege, Frankreichs Star Fourcade sechs.

Eisschnelllauf: Wenn die Eisschnellläuferinnen ab 12.56 Uhr im Gangneung Oval über die 500 Meter an den Start gehen, könnte so etwas wie Stimmung aufkommen. Lee Sang-Hwa, die Titelverteidigerin aus Südkorea, peilt auch bei ihrem Heimspiel olympisches Gold an. Allerdings hat sie mit der Weltmeisterin Nao Kodaira aus Japan und der Tschechin Karolina Erbanova starke Konkurrenz. Gabriele Hirschbichler und Judith Dannhauer, die deutschen Starterinnen, dürften mit der Medaillenvergabe nichts zu tun haben. Aber nicht daher ist die Stimmung mäßig. Nach sieben von 14 Entscheidungen wartet die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft immer noch auf eine Medaille. Bitter waren vor allem die Ergebnisse von Claudia Pechstein und Patrick Beckert auf den Langstrecken. Die Hoffnungen trägt nun Nico Ihle. Am Montag ab 12.53 Uhr hat er über die 500 Meter die erste von zwei Chancen auf den großen Wurf. "Ich habe vom ersten Tag ein gutes Gefühl. Das Eis ist genau wie letztes Jahr." Da gewann Ihle in Pyeongchang mit Silber als erster deutscher Eissprinter Edelmetall bei einer Einzelstrecken-WM.

Und sonst so?

Bob: Die deutschen Piloten um Serien-Weltmeister Francesco Friedrich gehen zuversichtlich ins Zweier-Rennen. Friedrich belegte in den beiden letzten Trainingsfahrten die Plätze sechs und drei, dabei ließ er mit Anschieber Thorsten Margis am Start noch viel Luft nach oben. "Wir sind jeden Lauf etwas besser reingekommen, es sollte passen für das Rennen", sagte Friedrich. Die ersten beiden Läufe stehen an diesem Sonntag an, ab 12.05 Uhr und 13.30 Uhr. Die Entscheidung fällt am Montag in den Durchgängen drei und vier ab 12.15 Uhr. Auch Nico Walther platzierte sich mit Christian Poser auf den Rängen vier und sechs ordentlich. Johannes Lochner nahm am Start mit Kevin Korona das Tempo heraus und belegte nur die Plätze 16 und neun. Der neben Friedrich größte Favorit auf Gold, Justin Kripps aus Kanada, kam ebenfalls gut durch die Trainingsläufe. Der Gesamtweltcup-Sieger im kleinen Schlitten belegte die Ränge fünf und zwei. Die Bestzeiten gelangen seinen Landsleuten Nick Poloniato und Christopher Spring. Won Yun Jong, Südkoreas Fahnenträger, fuhr nur einen der beiden Trainingsläufe und belegte Rang zehn.

Eishockey: Deutschland spielt im dritten und letzten Vorrundenspiel gegen Norwegen ab 4.10 Uhr mit Danny aus den Birken im Tor. Bundestrainer Marco Sturm gab dem Münchner den Vorzug vor Ingolstadts Timo Pielmeier trotz dessen überragender Leistung beim 0:1 am Freitag gegen Schweden. Aus den Birken hatte am Donnerstag beim 2:5 gegen Finnland bei nur 20 Schüssen fünf Gegentore kassiert, Pielmeier das deutsche Team gegen Weltmeister Schweden dagegen mit 25 Paraden im Spiel gehalten. "Er war unser bester Mann", hatte Kapitän Marcel Goc gelobt. Gegen Norwegen geht es für das deutsche Team um eine gute Ausgangslage für die Qualifikationsspiele für das Viertelfinale. Sollte Deutschland erneut verlieren, droht ein vermeintlich stärkerer Gegner am Dienstag.

Quelle: ntv.de, sgi

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