Olympia

Mockenhaupt beklagt "Inszenierung" Hahner-Zwillingsjubel erhitzt die Gemüter

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Perfekte Inszenierung einer Schwesterliebe: Lisa und Anna Hahner beim Zieleinlauf des olympischen Marathons.

(Foto: REUTERS)

Ihr Abstand auf die Medaillenränge ist riesengroß, dennoch laufen die Hahner-Zwillinge beim olympischen Marathon jubelnd über die Ziellinie. Es ist ein Spektakel für die Medien, das der deutschen Serienmeisterin Sabrina Mockenhaupt sauer aufstößt.

Beim olympischen Marathon der Frauen hatten Lisa und Anna Hahner nichts mit den Medaillenrängen zu tun, liefen aber Hand in Hand und fröhlich feiernd ins Ziel. Die deutsche Serienmeisterin Sabrina Mockenhaupt hat nach dem Rennen öffentlich Kritik am Auftritt der Zwillinge geübt. Die derzeit verletzte Läuferin warf den in Rio weit abgeschlagenen Hahners vor, sich nicht authentisch zu präsentieren und für die Medien zu inszenieren.

"Sie haben heute auch gekämpft, also kann man ihnen keinen Vorwurf machen, sie hätten nicht alles gegeben. Ich wünschte mir nur endlich mal die Ehrlichkeit, mal zuzugeben, dass es mal nicht so gelaufen ist", schrieb die 35-Jährige in einem Eintrag bei Facebook, den sie allerdings nach kurzer Zeit wieder löschte.

"Warum muss man mit aller Gewalt verkaufen wollen, dass man immer lacht und alles immer super ist?", fragte Mockenhaupt: "Ich liebe Menschen mit Ecken und Kanten und bin traurig, dass Anja Scherl bei dieser Inszenierung völlig untergegangen ist. Da fragt man sich, ob sich Ehrlichkeit und ein Kämpferherz in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch lohnt."

Scherls Ergebnis geht unter

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Später durften noch die estnischen Luik-Drillinge mitjubeln.

(Foto: imago/Xinhua)

Die Hahner-Zwillinge hatten mit riesigem Rückstand die Plätze 81 (Lisa) und 82 (Anna) belegt. Nach ihrem gemeinsamen Zieleinlauf warteten sie auf die estnischen Luik-Drillinge Lili, Leila und Liina, um schließlich zu fünft vor den Kameras zu feiern. Schon seit Längerem stehen die Hahners wegen ihrer gnadenlosen Strategie der Selbst- und Eigenvermarktung in der Kritik.

Anja Scherl war als 44. beste Deutsche gewesen und rund acht Minuten schneller als die Hahner-Schwestern. Mockenhaupt bedauert, dass Scherls Leistung im Hahner-Jubel unterging. "Wer redet eigentlich von ihr? Wenige! Und die Medien? Zwillinge sind viel interessanter, und wenn sie noch zusammen ins Ziel laufen, ist das Medienspektakel perfekt!", echauffierte sich Mockenhaupt.

Quelle: ntv.de, cri/sid