Olympia

Heikles Missgeschick Kims Cheerleaderin klatscht für Erzfeind

Die Cheerleaderinnen sind Kim Jong Uns Aushängeschilder bei den Olympischen Spielen. Einer von ihnen ist ein grobes Missgeschick unterlaufen: Sie klatscht ausgerechnet für Athleten des Erzfeinds USA.

Glockenhelle Sprechchöre, einstudierte Choreografien und disziplinierte Synchronität - Nordkoreas "Army of Beauties" kämpft mit den Waffen der Frauen und hat bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang bereits für jede Menge Aufsehen gesorgt.

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Doch Kims Armee der Schönen steht unter strenger Beobachtung. Wie eine geflohene ehemalige Cheerleaderin der britischen BBC erklärte, werden junge Studentinnen dazu gezwungen, Nordkorea im Ausland zu präsentieren, um "die Herzen der Feinde zu erobern". Unter was für einem enormen Druck die jungen Damen stehen, lässt nun ein Video erahnen, das im Netz kursiert. Passiert ist das Malheur schon in der ersten Olympia-Woche, bei einem Eiskunstlaufwettbewerb am 15. Februar.

In dem Video, das zuerst auf einer japanischen Nachrichtenseite ausgestrahlt wurde, ist zu sehen, wie die 229 Cheerleaderinnen nach dem Auftritt der nordkoreanischen Eiskunstläufer Ryom Tae-ok und Kim Ju-sik wie üblich im Takt jubeln. Dann betritt das US-amerikanische Eiskunstlauf-Duo Alexa Smimeca-Knierim und Chris Knierim das Parkett und augenblicklich verstummen 228 Nordkoreanerinnen und setzen ernste Mienen auf, die Hände auf den Schoss gelegt. Nur eine Dame tanzt aus der Reihe. Die junge Cheerleaderin, die offenbar in ihren Gedanken noch beim nordkoreanischen Auftritt ist, applaudiert für den Erzfeind. Ihre Sitznachbarin bemerkt den Fehltritt und stupst sie mehrfach, leise auf sie einredend, mit dem Ellbogen an.

Ob die Cheerleaderin für diese Aktion in ihrem Heimatland eine Strafe befürchten muss, ist unklar. Das kommunistische Regime hat aber in der Vergangenheit bewiesen, dass es alternative politische Sichtweisen nicht duldet. 2005 erzählten nordkoreanische Cheerladerinnen nach einem Besuch im südkoreanischen Incheon vom "schönen Leben" im Süden - der verstorbende Machthaber Kim Jon Il soll daraufhin 21 von ihnen in ein Arbeitslager gesteckt haben.

Angeblich haben die Cheerleader eine knallharte Ausbildung hinter sich. Um  zur Armee der Schönen zu gehören, müssen sie strenge Auswahlkriterien erfüllen: Entscheidend sind Regimetreue, Attraktivität und Alter. Außerdem wird sichergestellt, dass sich in ihren Familien auf Jahrzehnte hinaus keine Überläufer oder sonstige "Landesverräter" finden.

Quelle: n-tv.de, dsi

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