Sport live

Das Hauptrundenfinale im Re-live DHB-Team krampft sich wild zum Czech-Out

imago46207048h.jpg

Johannes Bitter war der Matchwinner für das DHB-Team im "Charaktertest" gegen Österreich.

(Foto: imago images/Agentur 54 Grad)

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat aufregende Tage hinter sich: EM-Drama gegen Kroatien, viel Gerede um den Trainer, Befreiungsschlag gegen den Gastgeber. Die Spieler sehen sich in der Schuld, auch heute ein großes Spiel zu liefern. Ob es gelang? Können Sie im Liveticker nachlesen.

*Datenschutz

Schluss, 22:26!

58. Minute, 22:26: Becvar mit dem nächsten tschechischen Treffer, Prokop nimmt die Auszeit. Bemerkenswert: Pekeler soll wieder ansagen, was in der Abwehr gespielt werden soll.

57. Minute, 21:26: Was Häfner und Zieker können, kann ich schon lange, dachte sich Timo Kastening offenbar. Der Rechtsaußen dreht den Ball schön rein. Feine deutsche Händchen waren hier der Drehmomentschlüssel zum Sieg. Entschuldigen Sie bitte, ist mir so rausgerutscht.

56. Minute, 21:25: Wieder Zieker, diesmal ganz profan durch die Beine des Torhüters. In doppelter Überzahl war hier viel Platz für den Außen.

54. Minute, 20:24: Was Häfner kann, kann ich schon lange, dachte sich Patrick Zieker offenbar. Der Linksaußen beweist ein ganz feines Händchen, und dreht den Ball während seines Absturzes aus hoher Höhe rein. Mubenzem hatte den Stuttgarter im Sprung behindert und kassiert dafür die nächste Zeitstrafe.

53. Minute, 19:23: Das war ganz fein gemacht: Häfner wackelt die Abwehr aus, springt in den Kreis und dreht den Ball um Galia. Schönes Tor.

52. Minute, 19:22: Erinnern Sie sich noch an den Anfang des Turniers? Da hieß der etatmäßige Siebenmeterschütze des DHB-Teams noch Uwe Gensheimer, nach vier Fehlversuchen in den ersten beiden Spielen wurde der Kapitän aber abgelöst. Jetzt durfte Gensheimer mal wieder ran: Und macht es besser.

51. Minute, 19:21: Und jetzt trifft auch Kai Häfner. Der Hannoveraner nagelt einen Schlagwurf in den Winkel. Aber im Gegenzug kommen die Tschechen wieder ran. Zusätzlich muss Golla wieder vom Feld - unfreiwillig. Die dritte Zeitstrafe bedeutet das Spielende für den Flensburger.

49. Minute, 18:20: Michalczik findet zum wiederholten Male Kohlbacher und jetzt trifft der Kreisläufer auch nach zwei ungewohnten Fehlversuchen mal wieder. "Wir wollen uns das Ding hier holen", erinnert Prokop in der Auszeit.

47. Minute, 18:19: Ausgleich für die Tschechen. Der deutschen Mannschaft ist hier das Tempo wieder abhanden gekommen, die Wurfentscheidungen leiden. Aber da ist ja noch Philipp Weber, der erneut trifft.

45. Minute, 17:18: Die Tschechen lassen sich nicht abschütteln: In Überzahl trifft Jakub Hrstka zum Anschluss.

44. Minute, 16:18: Wieder Reichmann für Deutschland. Der Außen läuft ein und trifft. Danach steht Bitter schon gefühlt vier Sekunden da, wo der Rückraumwurf der Tschechen schließlich einschlagen soll. Gehalten, Angriff, Tor durch Philipp Weber. Danach muss Golla für zwei Minuten auf die Bank.

43. Minute, 16:16: 54 zu 52 führen die Tschechen hier - was die Wurfausbeute betrifft. Nach Kohlbachers Lattenknaller und dem Treffer von Tomas Cip liegen die Tschechen noch deutlicher vorne. Das Spiel ist wieder ausgeglichen.

41. Minute, 14:16: Aus dem Feld klappt es für Reichmann besser. Der Rechtsaußen ruft seinem Gegenspieler ein "Tschausen, ihr Banausen" zu, hebt ab, täuscht und trifft. Wofür andere drei Sprünge brauchen, erledigt Reichmann in einem. Wenn man die Zeitlupe betrachtet, kann man sicher auch erkennen, dass der Melsunger nebenbei auch noch seine Steuererklärung erledigt hat, so lange steht er in der Luft.

40. Minute, 14:15: Tolle Aktion von Martin Galia! Der Torhüter der Tschechen köpft einen Leger von Kohlbacher weg, die Schiedsrichter geben aber einen Siebenmeter. Den verwirft Reichmann. Komisches Spiel.

38. Minute, 14:15: Die tschechische Führung war nur eine kurze Episode in diesem Spiel: Die Schiedsrichter pfeifen den Tschechen einen Angriff wegen Zeitspiels ab und Fabian Böhm trifft mit seinem ersten Abschluss des Spiels.

37. Minute, 14:14: Nach fast sieben Minuten endlich der erste deutsche Treffer in der zweiten Hälfte: Kohlbacher gleicht aus.

36. Minute, 14:13: Jakub Hrastka gleicht für die Tschechen aus, dann leistet sich Drux im Angriff eine Unkonzentriertheit - und Stanislav Kasparek bringt die Tschechn tatsächlich erstmals in diesem Spiel in Führung. Verrückt.

34. Minute, 12:13: Zeman vom Kreis mit dem Anschlusstreffer für die Tschechen. Schrecksekunde für die deutschen Fans: Jogi Bitter war hier kurz liegen geblieben, der tschechische Kreisläufer hatte ihm einen Streifschuss im Gesicht verpasst. Aber geht wieder. Noch schmerzhafter: Häfner trifft mal wieder nicht.

33. Minute, 11:13: Golla mit dem Monsterblock, aber Patrick Zieker verwirft den nächsten Ball. Der Stuttgarter darf jetzt für Uwe Gensheimer auf Linksaußen ran.

31. Minute, 11:13: Weiter geht´s. Für Deutschland steht Jannick Kohlbacher jetzt zum ersten Mal heute Abend auf der Platte. Den ersten Treffer der zweiten Hälfte erzielt aber Ondrej Zdrahala für die Tschechen.

Halbzeitfazit: So einfach und doch so schwer: Die deutsche Nationalmannschaft ist hier deutlich überlegen, müsste eigentlich mit 6 oder 7 Toren führen - auch, weil Johannes Bitter wieder eine hervorragende Leistung zeigt. Doch im Angriff fehlt es an Präzision und Konsequenz - oder wie es der Bundestrainer in einer Auszeit sagte: "Es fehlt der "Dampf"! Das DHB-Team wird dieses Spiel gewinnen, begeisternd ist das hier aber noch nicht. Wird es eng, trifft meistens Philipp Weber, der Leipziger hat schon vier Treffer auf dem Konto. Es ist deutlich sichtbar: Es geht hier im siebten Spiel in 13 Tagen um nichts mehr, da ist es menschlich, dass hier und da ein paar Prozent fehlen. Positiv: Nur zehn tschechische Treffer in der ersten Halbzeit sind richtig stark.

Halbzeit, 10:13: Deutschland leistet sich zwei ganz schwache Angriffe vor dem Pausenpfiff: Erst drückt Michalczik einem Tschechen einen Pass praktisch in die Hand. Das Gute: Bitter entschärft den freien Wurf aus kürzester Dsiatnz. Danach springt Schmidt einfach in die Abwehr - Stürmerfoul.

29. Minute, 9:13: Wieder Weber, Deutschland liegt zum ersten Mal vier Tore vorne. Das spiegelt allerdings trotzdem noch nicht die wahren Kräfteverhältnisse wider. Eigentlich müsste das DHB-Team deutlicher führen.

28. Minute, 9:12: Prokop will "Dampf" sehen, ihm ist das hier im Angriff nicht konsequent genug.

26. Minute, 9:12: David Schmidt lässt die nächste deutsche Chance aus - und das in Überzahl. Teuer wird der Fehlwurf aber nicht, weil hinten Drux den Ball erobert, den gestarteten Golla bedient, der ins verwaiste Tor trifft.

25. Minute, 9:11: Philipp Weber, einer der deutschen Gewinner bei dieser EM, fasst sich ein Herz, steigt hoch - und trifft. Hinten hält Bitter den Siebenmeter.

24. Minute, 9:10: Kuriose Szene: Reichmann wehrt einen Pass deutlich mit der Hand ab, die montenegrinischen Schiedsrichter wollen aber eine verbotene Fußabwehr gesehen haben. Das ist Quatsch, dennoch gibt es zwei Minuten für den Melsunger. In Überzahl stellen die Tschechen den Anschluss wieder her.

23. Minute, 8:10: Jubel in Hüttenberg! Dieudonné Mubenzem, im Ligaalltag beim hessischen Zweitligisten tätig, trifft. In der Auszeit sagt Prokop: "Sie sind dran, weil wir unsere Chancen liegen lassen." Stimmt. Der nächste Fehlwurf von Kühn bestätigt die Analyse des Bundestrainers.

22. Minute, 7:10: Das sieht man selten: Uwe Gensheimer scheitert aus aussichtsreicher Position - und das gleich zweimal hintereinander. In der Abwehr hat inzwischen Marian Michalczik für Pekeler übernommen.

20. Minute, 6:10: Tolles Tor von Johannes Golla. Im Fallen, per Rückhand.

19. Minute, 6:9: Wieder Pekeler! Häfner trifft den Innenpfosten, aber der Kieler schnappt sich gedankenschnell den Abpraller. Starke Aktion! Dafür hat er sich die Pause verdient.

19. Minute, 6:8: Wilde Phase hier gerade. Tomas Babak vom Bergischen HC lässt sich von Paul Drux nicht festmachen und trifft, vorne stellt Pekeler wieder auf zwei Vorsprung.

17. Minute, 5:6: Anschlusstreffer für die Tschechen: Deutschland spielt in Unterzahl, Bitter saß auf der Bank - und schafft es nach Ballverlust erst wieder ins Tor zurück, um den Ball rauszuholen. Torhüter Martin Galia hatte getroffen.

16. Minute, 3:6: Kühn in Überzahl. Der war vergleichsweise einfach. Überragend dagegen Tobias Reichmann: Der hatte vorher einen Lattenknaller in gefühlt vier Metern Höhe abgefischt und den Ball für die deutsche Mannschaft gesichert. Das DHB-Team ist wach.

13. Minute, 3:5: 17 Siebenmeter hatte Tobias Reichmann bis eben in diesem Turnier versenkt, war ohne Fehlversuch geblieben. Kurz: Es bleibt bei 17. Aber das ist auch egal, denn Johannes Bitter hält den nächsten Ball. 4 von 7 bedeutet eine Quote von 57 Prozent.

12. Minute, 3:5: Die deutsche Wurfquote ist in dieser Anfangsphase extrem niedrig, Häfner nagelt den nächsten Ball über das tschechische Tor. Nach Ballgewinn macht es Reichmann dann aber besser.

10. Minute, 2:4: Bei deutschem Ballbesitz gehen Johannes Golla und Paul Drux raus, dafür kommen Philipp Weber und Julius Kühn. Diesmal hat sich der Wechsel gelohnt, Kühn trifft.

8. Minute, 2:3: Jetzt aber: Auch Deutschland hat einen Klassekeeper! Bitter hält und Kai Häfner gleicht aus. Und weil Bällehalten so viel Spaß macht, macht Bitter damit weiter. Reichmann zur Führung.

6. Minute, 2:1: Und die Tschechen führen. In der deutschen Offensive läuft es noch nicht. Weber lässt die nächste Chance liegen.

3. Minute, 0:1: Einer der "deutschen" Tschechen ist Roman Becvar aus Lübbecke - und der kassiert die erste Zwei-Minuten-Strafe des Spiels. Philipp Weber nutzt die Überzahl schnell für den ersten Treffer. Deutschland stellt in der Abwehr auf 3:2:1 um.

20.30 Uhr: Aber genug des Vorgeplenkels, es geht los. Deutschland ist ganz klarer Favorit, auch wenn heute sicherlich ordentlich durchgewechselt werden wird. Im Tor beginnt heute Johannes Bitter, im Angriff darf Tobias Reichmann mal wieder ran, Timo Kastening darf sich dafür ein bisschen ausruhen. Bei den Tschechen verdienen zehn Spieler ihr Geld in Deutschland: Drei in der Bundesliga, sechs in der zweiten Liga und einer in der dritten.

20:27 Uhr: Noch ein Satz zur Trainerdiskussion: Nach der desolaten EM 2018 war das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer völlig zerrüttet, der Bruch zwischen Prokop und seinen Spielern wurde öfffentlich vollzogen. "Ich hatte Teile der Mannschaft verloren", sagte Prokop damals. Mehrere Spiele, so hieß es unwidersprochen, hätten angekündigt, nicht weiter unter Prokop spielen zu wollen. Ganz Handball-Deutschland rechnete seinerzeit mit dem Rauswurf des Bundestrainers - doch der durfte überraschend bleiben. Einer der schärfsten Kritiker Prokops damals: Hendrik Pekeler. Ausgerechnet der watscht die schärfsten Kritiker von heute, gewissermaßen seine Nachfolger, am deutlichsten ab. Ein deutliches Zeichen, welche Entwicklung die Mannschaft mindestens menschlich gemeinsam mit ihrem Trainer zurückgelegt hat.

20:10 Uhr: Ob wir den so angriffslustigen Pekeler gegen die Tschechen viel auf der Platte erleben werden, ist fraglich. Der Kieler plagt sich mit Achillesehnenproblemen. Definitiv nicht spielen wird heute Patrick Wiencek. Die zweite Hälfte des mächtigen deutschen innenblocks pausiert wegen Kniebeschwerden. "Wir werden mehr durchwechseln", kündigte VBundestrainer Prokop an, "aber mit der klaren Ansage, dass wir gewinnen wollen." Und weiter: "Unser Team ist hungrig und will mit Feuer und viel Spaß agieren", sagte Prokop. Und auch Hanning erwartet das von der Mannschaft: "Jetzt müssen wir das Spiel gegen Tschechien ordentlich lösen, das ist wichtig." Tabellarisch geht es hier um nichts mehr: Die deutsche Mannschaft spielt sicher am Samstag um Platz 5, die Tschechen schließen das Turnier auf Platz 12 ab.

20:05 Uhr: Was wurde geredet zwischen dem 24:25-Drama gegen Kroatien, das die Medaillenträume des DHB-Teams beendet hatte und dem rauschenden 34:22 gegen Gastgeber Österreich. Einstige Weltklassehandballer wie Christian Schwarzer und Daniel Stephan hatten Bundestrainer deutlich kritisiert, DHB-Vize Bob Hanning lud das Österreich-Spiel zum Schicksalsspiel auf, auch wenn das gar nicht so gemeint gewesen sein. Im Interview mit ntv hatte Hanning am Montag aber unmissverständlich klar gemacht: "Ich mag das Wort "Charaktertest" nicht, weil ich weiß, dass diese Mannschaft ganz viel Charakter besitzt. Aber man wird heute schon überprüfen können, ob sie den absoluten Willen hat, Ziele zu erreichen." Die Antwort, die die Mannschaft gegeben hat, war eindeutig.

Ebenso eindeutig war, was die Spieler hinterher in Richtung der Kritiker sagte. Am deutlichsten wurde Abwehrchef Hendrik Pekeler, der sich Ex-Welthandballer Daniel Stephan vorknöpfte, der unverhohlen erklärt hatte, Prokop sei "nicht der Richtige.": "Man hört von ihm elf Monate im Jahr gar nichts. Und dann bei einer EM ist er der erste, der aus seinem Loch gekrochen kommt und meint, das Maul aufreißen zu müssen", sagte Pekeler dem ARD-Hörfunk am Dienstag. "Ich glaube, er war ein richtig guter Handballer. Aber seitdem hat er nicht dazu beigetragen, dass die Sportart in Deutschland wächst oder weiter vorangebracht wird, Deswegen kann man das, was er sagt, nicht mehr für voll nehmen." Wow.

19:50 Uhr: Liebe Handballfreundinnen und -freunde,

die Europameisterschaft biegt auf die Zielgerade ein, viele Entscheidungen sind schon gefallen und heute sind noch einige dazu gekommen: Durch den klaren 34:26-Sieg gegen Ungarn haben die Portugiesen Slowenien ins Halbfinale gehievt und sich selbst zum Gegner der deutschen Mannschaft im Spiel um Platz 5 (Samstag, 16 Uhr im Liveticker auf ntv.de) gemacht. In der "deutschen" Hauptrundengruppe 1 haben am Nachmittag die beiden Halbfinalisten Spanien und Kroatien den Gruppensieger ausgespielt - durch das 22:22 bleibt Spanien vorne.

Mein Name ist Till Erdenberger, ich begleite Sie auch heute wieder durch den deutschen Handballabend, der hoffentlich wieder ein so begeisterndes Spiel wie am Montag für uns bereithält. Uwe Gensheimer jedenfalls verspricht für das Spiel gegen die Tschechen: "Auch wenn es nicht mehr ums Halbfinale geht, wir sind hier bei einer Europameisterschaft, und wir wollen die Europameisterschaft mit einem guten Gefühl abschließen", sagte der Kapitän: "Das sind wir uns allen schuldig und auch den Fans."

Um 20.30 Uhr geht es in der Wiener Stadthalle los, bis dahin werde ich Sie mit Informationen einstimmen.

Quelle: ntv.de