Technik

Smarte Sound-Kugel Apples Homepod mini ist fast schon groß

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Der Homepod mini neben einem iPhone 12 Pro Max.

(Foto: kwe)

Der Homepod mini ist mit rund 100 Euro viel teurer als ähnlich kleine Konkurrenten von Google und Amazon. ntv.de hat ausprobiert, ob Apples kleiner WLAN-Lautsprecher den Preis rechtfertigt und was seine Vor- und Nachteile sind.

Rund drei Jahre nach dem Homepod bringt Apple den Homepod mini auf den Markt. Im Prinzip ist er die Antwort auf den Amazon Echo Dot oder Googles Nest Mini, weil auch er einen günstigen Einstieg in die smarte WLAN-Lautsprecher-Welt darstellt. Allerdings ist der kleine Homepod mit fast 100 Euro deutlich teurer als die Konkurrenten, die aktuell weniger als die Hälfte kosten. Im Test stellt sich schnell heraus, dass die Geräte auch sonst kaum vergleichbar sind, weil Apple wie immer vieles anders als die anderen macht.

Hübscher Knirps

Der Lautsprecher ist eine Kugel mit rund 10 Zentimeter Durchmesser, die oben und unten abgeflacht ist. Auf der Oberseite ist eine glänzende Touch-Fläche, die bei Aktivität wie beim großen Homepod in verschiedenen Farben leuchtet. Möchte man nicht mit Apples digitalem Assistenten Siri sprechen, kann man die Wiedergabe über die Fläche regeln. Wie der große Speaker ist der kleine mit einem wabenförmigen Gewebe bespannt. Das sieht gut aus, optisch hat der Homepod mini das Näschen vorne.

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Hübsch: Wenn Siri aktiv ist, leuchtet die Oberfläche bunt.

Eingänge hat der Lautsprecher nicht. Die Wiedergabe erfolgt entweder über WLAN-Streaming oder Airplay - und funktioniert nur mit Apple-Geräten. Der einzige direkt verfügbare Musik-Dienst, ist derzeit noch Apple Music, allerdings hat der Hersteller die Schnittstelle für andere Anbieter geöffnet, als erster soll irgendwann Amazon Music hinzukommen. Spotify und andere Dienste kann man vorerst nur über Airplay auf dem Homepod mini abspielen.

Ein Vorteil von Apples weitgehend geschlossenem Ökosystem ist, dass alles ziemlich einfach ist, wenn man sich darauf einlässt. So ist das Gerät ratzfatz eingerichtet, indem man es einsteckt und dann ein iPhone in seine Nähe bewegt. Ebenso simpel kann man die Wiedergabe vom Handy an den Lautsprecher übergeben - solange Apple Music spielt.

Im Gegensatz zu den neuen iPhones ist beim Homepod mini ein Netzteil dabei. Man benötigt das Ladegerät aber nicht unbedingt, man kann Strom über jeden USB-C-Ausgang ziehen, der genügend Saft liefert.

Klingt ziemlich groß

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Das Innenleben des Homepod mini.

(Foto: Apple)

Der Klang ist für die geringe Größe erstaunlich gut. Wunder können auch Apples Ingenieure nicht vollbringen, aber was der Zwerg mit einem Lautsprecher und zwei passiven Tieftönern hinbekommt, ist sehr beachtlich. Seine Stärken hat der Homepod mini bei den Mitten und Höhen, die er sehr sauber und detailliert darstellt. Die Bässe spürt man erwartungsgemäß nicht im Bauch, aber sie sind durchaus präsent. Dazu kommt eine 360-Grad-Wiedergabe, die durch einen Wellenleiter an der Unterseite ermöglicht wird.

Besonders eindrucksvoll klingen zwei kleine Homepods als Stereopaar, weil sie dann ein erstaunlich großes Volumen erzeugen. Das macht viel Spaß, auch wenn die Instrumente nicht immer eindeutig auf der Bühne zu verorten sind. Alles in allem lässt Apples Lautsprecher-Kugel beim Klang die kleinen Einsteiger der Konkurrenz klar hinter sich.

Siri hört gut zu

Die Musikwiedergabe ist aber nur ein Aufgabenfeld des Geräts. Das andere ist das vernetzte Heim. So kann auch der kleine Homepod als Zentrale dienen, über das Nutzer diverse Smart-Home-Geräte per Sprachbefehl steuern. Tut man dies, ist die Erkennung über die drei Mikrofone sehr gut, auch bei lauterer Musik hört Siri über zwei, drei Meter Entfernung Anweisungen in Zimmerlautstärke. Dazu trägt ein viertes Mikro bei, dass die Musik verfolgt und der Elektronik hilft, sie von der Sprache zu unterscheiden.

Praktisch bei mehreren Homepods im Haus ist, dass die Geräte automatisch nur ihre Räume kontrollieren. So wird's bei "Hey Siri, Licht aus" nur in dem Zimmer dunkel, dem der Lautsprecher zugeordnet ist. Schließlich beherrscht der Homepod mini wie iPhones, iPads, Apple Watch und Carplay Intercom, über das man Durchsagen machen kann. Beispielsweise kann man die Familie so zum Essen rufen.

Ideal für Apple-Fans

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Steuerung über Siri exzellent ist, ansonsten ist der Assistent aber nicht so clever und vielseitig wie Amazon Alexa oder der Google Assistant. Dafür wahrt Apple sehr weitgehend die Privatsphäre und man wird deutlich weniger ausgespäht. Viel wird auf den Geräten selbst erledigt, der Kontakt zu Apples Servern erfolgt verschlüsselt und es werden keine Infos über IDs zusammengeführt.

Das Fazit ist einfach gezogen: Überzeugte Apple-Nutzer finden im Homepod mini den idealen Einstieg ins smarte Home. Der Lautsprecher ist klangstark genug für kleine Räume oder den Schreibtisch und übernimmt als Zentrale die Steuerung anderer Geräte. Mit knapp 100 Euro ist er für Apple-Verhältnisse auch noch relativ günstig.

Quelle: ntv.de