Technik

Android hinkt hinterher BSI will fünf Jahre Updates für Smartphones

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Das BSI will die Sicherheit von Smartphones verbessern, was auch deren Lebensdauer zugutekommt.

(Foto: imago/Kosecki)

Das BSI veröffentlicht einen Forderungskatalog zur Sicherheit von Smartphones. Unter anderem will die Behörde, dass Hersteller fünf Jahre lang Sicherheitsupdates für die Geräte bereitstellen. Für Android-Nutzer ein Traum, bei iPhones fast schon eine Selbstverständlichkeit.

Um die Sicherheit von Smartphones zu verbessern, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) einen Forderungskatalog veröffentlicht. Er soll die Grundlage für einen öffentlichen Diskurs mit Herstellern und Erstausrüstern, Netzbetreibern und der Zivilgesellschaft sein. "Smartphones haben sich in den letzten Jahren zur Schaltzentrale entwickelt, über die wir immer mehr Alltagsvorgänge steuern und abwickeln. Unsichere Smartphones können somit sehr schnell sehr reale negative Auswirkungen haben", sagt Behördenchef Arne Schönbohm. "Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich darauf verlassen können, dass ein Smartphone bereits beim Kauf eine Grundausstattung an IT-Sicherheit enthält."

Verkauf mit dem jüngsten Betriebssystem

Viele der Forderungen werden von den Herstellern bei den meisten in Deutschland verkauften Geräten schon erfüllt. Was allerdings das Betriebssystem (OS) betrifft, kann eigentlich nur Apple der Sicherheitsdiskussion gelassen entgegenblicken. Bei Android-Geräten sieht dies ganz anders aus, denn hier hinken Google und die Hersteller zum Teil weit hinter den Forderungen hinterher.

Unter anderem verlangt das BSI, dass Smartphones immer mit dem neuesten verfügbaren Betriebssystem ausgeliefert werden. Schon seit vergangenen September steht Android 10 zur Verfügung, doch noch immer verkaufen Hersteller Geräte mit Android 9.

Der nächste Punkt ist schon eine größere Herausforderung für die Hersteller. Denn das BSI will, dass sie klare Aussagen darüber machen, wie viele Jahre sie ein Smartphone mindestens mit OS-Updates versorgen werden und wie viele Upgrades auf neue Hauptversionen sie mindestens planen, zur Verfügung zu stellen.

Nach drei Jahren ist gewöhnlich Schluss

Die wichtigste Forderung ist vielleicht die nach fünf Jahren Sicherheitsupdates. Außerdem verlangt das BSI, dass die Patches innerhalb eines Monats nach dem Erscheinen ausgeliefert werden. Von solchen Zeiträumen ist man selbst im Android-One-Programm weit entfernt. Hier dürfen Käufer aber wenigstens ohne große Verzögerungen zwei Jahre Upgrades und drei Jahre Sicherheitsupdates erwarten. Bei Googles Pixel-Smartphones gibt es zwar garantiert drei Jahre Upgrades, aber auch nur drei Jahre Sicherheitsupdates.

Käufer anderer Geräte müssen sich gewöhnlich mit recht vagen Aussagen der Hersteller abspeisen lassen. In der Oberklasse sieht es ähnlich wie im Android-One-Programm aus, allerdings kommen Upgrades oft erst viele Monate nachdem Google eine neue Android-Version veröffentlicht hat. Bei den Sicherheitspatches geht es schneller, hier sitzt den Herstellern aber auch Google im Nacken.

Teure Geräte mit geringer Lebenserwartung

Fünf Jahre ist derzeit aber auch Google nicht bereit zu garantieren. Das ist nicht nur aus Sicherheitsaspekten ärgerlich, sondern ist bei Geräten, die auch in der Android-Welt inzwischen 1000 Euro oder mehr kosten, eigentlich völlig indiskutabel. Was würde der Käufer eines so teuren Laptops sagen, wenn er nach spätestens drei Jahren keine Windows-Updates mehr bekäme? Zum Vergleich: Weniger als vier Jahre Updates müssen iPhone-Nutzer nicht befürchten, fünf Jahre sind fast schon normal.

Der Forderungskatalog des BSI könnte die Nutzungsdauer von Smartphones verlängern und damit auch viel für den Umweltschutz tun. Von dieser Seite liegen die größten Hoffnungen aber offenbar mal wieder bei der EU. Laut dem niederländischen "Het Financieele Dagblad" arbeitet sie daran, die Hersteller dazu zu zwingen, Akkus wieder leichter austauschbar zu machen.  Außerdem sollen die Recyclingquote erhöht und Garantiezeiten verlängert werden.

Quelle: ntv.de, kwe

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