Technik

Alternative zu Google Play Store Chinas Handy-Hersteller verbünden sich

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Mit dem Mi 9T Pro hat Xiaomi seine Offensive in Deutschland gestartet.

(Foto: kwe)

Die großen chinesischen Smartphone-Hersteller vereinen ihre Kräfte, um App-Entwicklern weltweit eine gemeinsame Plattform zu bieten. Experten gehen davon aus, dass Huawei, Xiaomi, Oppo und Vivo damit die Dominanz von Googles Play Store brechen könnten.

Reuters berichtet, Huawei, Xiaomi, Oppo und Vivo hätten sich zusammengetan, um Entwicklern gemeinsam eine alternative Plattform zu Googles Play Store außerhalb Chinas anbieten zu können. Die Quellen der Nachrichtenagentur sagen, dass die sogenannte Global Developer Service Alliance (GDSA) bereits im März starten soll. Durch die Coronavirus-Epidemie könnte es allerdings zu Verzögerungen kommen.

Insgesamt soll die Plattform neun Regionen abdecken, darunter Indien, Indonesien und Russland. Ob auch Westeuropa einbezogen wird, ist noch offen. IDC-Zahlen zufolge haben die vier Smartphone-Hersteller derzeit gemeinsam einen weltweiten Marktanteil von rund 40 Prozent.

Xiaomi ist vorsichtig

Oppo, Vivo und Xiaomi haben Reuters bestätigt, dass sie gemeinsam die GDSA entwickelt haben, um Entwicklern zu ermöglichen, ihre Anwendungen gleichzeitig zu den jeweiligen App-Stores hochzuladen. Ein Xiaomi-Sprecher betonte, die Allianz sei nicht dazu gedacht, Google herauszufordern und sagte, Huawei sei nicht involviert.

Mit der Aussage möchte der Hersteller möglicherweise verhindern, sich zwischen zwei Stühle zu setzen. Denn wie Oppo und jetzt Vivo expandiert Xiaomi inzwischen auch mit großem Engagement in Westeuropa, unter anderem in Deutschland. Und dort ist es sehr schwer, Smartphones ohne den Play Store und andere Google-Dienste an die Frau und den Mann zu bringen.

Verhandlungsposition stärken

Huawei verweigert jeden Kommentar zu dem Thema, doch das Unternehmen spielt eine Schlüsselrolle, ohne die die GDSA viel Schlagkraft verlieren würde. Die Allianz diene den Herstellern dazu, die Vorteile der Partner ausnutzen zu können, die diese in den verschiedenen Regionen hätten, sagte eine Analystin Reuters. "Xiaomi hat viele Nutzer in Indien, Vivo und Oppo in Südost-Asien und Huawei in Europa." Sie geht vorerst nicht von einem Bruch mit Google aus. Die Allianz sei zunächst dazu da, die Verhandlungsbasis gegenüber Google zu stärken.

Bisher wurde nur Huawei durch ein US-Embargo aus Googles Ökosystem verbannt. Doch auch die anderen chinesischen Mobilfunkkonzerne wissen, dass sie jederzeit ebenfalls auf der Abschussliste der Trump-Regierung landen können. Außerdem rücken die chinesischen Hersteller angesichts des Handelskriegs mit den USA enger zusammen und streben auch grundsätzlich eine größere Unabhängigkeit von Google an.

Huawei emanzipiert sich schon länger

Huawei kommentiert den Reuters-Bericht nicht. Der Konzern hat schon vor dem US-Embargo begonnen, sein eigenes Ökosystem aufzubauen und investiert aktuell Milliarden in seine eigenen Dienste (Huawei Mobile Services) und seine Entwicklerplattform. Weitere Informationen zu der GDSA und einer möglichen Huawei-Teilnahme dürfte es beim Mobile World Congress (MWC) Ende des Monats in Barcelona geben, von dem ntv.de berichten wird.

Quelle: ntv.de, kwe