Technik
Das korallfarbene iPhone XR.
Das korallfarbene iPhone XR.(Foto: Apple)
Freitag, 14. September 2018

Günstiger, aber kaum schwächer: Das XR wird der neue iPhone-Star

Analysten sagen dem iPhone XR einen großen Erfolg voraus. Der Optimismus scheint berechtigt zu sein, schließlich ist das Gerät kaum schwächer als das XS-Duo, aber viel günstiger. Und bei ihm stimmt auch das Speicher-Angebot.

Ja, das iPhone XS und das iPhone XS Max sind wahrscheinlich hervorragende Smartphones, die fantastisch aussehen und mit den besten Komponenten ausgestattet sind, die man sich derzeit wünschen kann. Aber sie sind auch sehr, sehr teuer. 1150 Euro kostet das günstigste Modell und dafür bekommt der Käufer gerade mal 64 Gigabyte (GB) internen Speicher. Damit kommt man heutzutage kaum aus, vor allem wenn man die tollen Kameras für viele Fotos und Videos nutzt.

Wer mehr Speicher will, muss gleich 1320 Euro blechen, weil Apple eiskalt die 128-GB-Version gestrichen hat und man wohl oder übel das 256-GB-Modell kaufen muss. Wer meint, das sei nicht genug, kann auch 1550 Euro für das iPhone XS mit 512 GB ausgeben. Beim XS Max sieht es noch krasser aus, hier liegen die Preise zwischen 1250 und 1650 Euro.

128 GB und trotzdem viel günstiger

Viele potenzielle Käufer werden daher mehr als einen Blick auf das iPhone XR werfen. Denn es kostet mit 64 GB Speicher 300 Euro weniger als das günstigste XS und es gibt auch noch eine Version mit 128 GB für 910 Euro, die für eine Vielzahl der Nutzer die ideale Lösung darstellt. Das Gerät hat doppelt so viel Speicher wie das einfachste XS und kostet immer noch 240 Euro weniger.

Klar, es ist etwas schwächer ausgestattet, aber das ist nicht so gravierend. Ohne direkten Vergleich dürfte kaum jemanden auffallen, dass Apple beim XR ein LCD statt ein OLED-Display verbaut hat. Dass der Bildschirm mit 6,1 Zoll etwas größer ist, wird nur wenige abschrecken, viele dürften dies sogar begrüßen. Aluminiumrahmen statt Stahlrahmen? Egal. Kein 3D Touch? Nutzen auch viele nicht, die ein iPhone mit dieser Funktion haben. Viele kennen 3D Touch  nicht mal.

Okay, die fehlende zweite Kamera ist ein echter Nachteil, aber auch nur dann, wenn man mit dem Smartphone viel zoomt oder bei Porträts Wert auf künstliches Bokeh legt. Dass im iPhone XR 3 statt 4 GB Arbeitsspeicher stecken, wird wahrscheinlich niemand bemerken - das iPhone X kommt mit dem gleichen RAM auch problemlos klar. Und schließlich bietet das LCD-iPhone auch noch die attraktiveren Farben.

Großer Erfolg prognostiziert

Kein Wunder, dass Analysten das günstige iPhone ganz weit vorne sehen. Der bekannteste Apple-Kenner Ming-Chi Kuo prophezeite dem LCD-Modell bereits Anfang Juli einen großen Erfolg. Zwar werde es nach der Veröffentlichung zunächst eine große Nachfrage nach den 5,8 und 6,5 Zoll großen OLED-Smartphones geben, schrieb er. Im Laufe der folgenden Monate werde aber die LCD-Variante eine immer größere Rolle spielen und für 55 Prozent der Verkäufe verantwortlich sein. 2019 wird der Anteil des iPhone XR Kuos Einschätzung nach sogar noch wachsen.

Eine ähnliche Prognose hat jetzt auch "Digitimes Research" aufgestellt. Der Branchendienst erwartet, dass alle drei neuen iPhones bis Jahresende rund 85 Millionen Mal verkauft werden. Davon seien mehr als die Hälfte iPhone-XR-Modelle, obwohl sie erst ab dem 26. Oktober ausgeliefert werden.

Inklusive den weiterverkauften älteren iPhones prognostiziert "Digitimes Research", dass Apple in der zweiten Jahreshälfte über 127 Millionen Geräte verkaufen und seinen Umsatz um rund 10 Prozent auf 100 Milliarden steigern kann.

Quelle: n-tv.de