Technik

Leicht, wendig, gründlich, ekligDer Dyson PencilWash ist kein Wischiwaschi, aber es fehlt was

14.04.2026, 18:07 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Dyson PencilWash Test (4 von 9)
Der Dyson PencilWash im Einsatz. (Foto: kwe)

Der Dyson PencilWash ist ein fast schon winziger, leichter und wendiger elektrischer Nassreiniger. Trotzdem reinigt er im Praxistest erstaunlich gründlich und relativ ausdauernd. Seine größte Schwäche zeigt sich erst, wenn er seine Arbeit erledigt hat.

Im vergangenen Dezember hat der Dyson PencilVac im Praxistest als superkompakter Akku-Staubsauger für den schnellen Einsatz auf Glattböden eine ziemlich überzeugende Vorstellung abgeliefert. Jetzt hat der Hersteller das gleiche Konzept für einen Nassreiniger angewendet, den PencilWash. ntv.de hat ausprobiert, ob er größeren Elektro-Mopps das Wasser reichen kann.

Leicht zu verstehen

Selbst im Vergleich zum bereits sehr kompakten WashG1 wirkt der PencilWash zierlich. Das Gerät ist etwa so groß wie ein herkömmlicher Wischmopp und mit insgesamt 2,2 Kilo auch kaum schwerer. Wie bei Dysons kleinem Sauger ist der Griff gleichzeitig der (baugleiche) Akku, der in den Stil gesteckt wird, an dem wiederum der Aufsatz sitzt. Entsprechend ist der PencilWash in wenigen Sekunden zusammengesetzt.

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Zum Aufladen muss der Aufsatz abgenommen werden. (Foto: kwe)

Eine Anleitung braucht man dafür nicht und in der Verpackung findet man auch nur eine Schnellanleitung, die anhand von Grafiken Zusammenbau und Handhabung darstellt. Den meisten Nutzerinnen und Nutzern dürfte sie genügen, aber es gibt auch die Möglichkeit, einen QR-Code zu scannen, um die App aufs Smartphone zu laden - falls man sie noch nicht hat.

Wenig nützliche App

Wenn man dann den Code auf der Innenseite des Akkus scannt, wird der Elektro-Mopp zwar in die Anwendung aufgenommen, aber im Prinzip lohnt sich das nur, um die Garantie zu aktivieren. Denn man kann über die App weder Einstellungen vornehmen, noch sieht man Infos wie Akkuladung oder Füllstand des Wischwassers. Immerhin kann man ein paar nützliche Anleitungsvideos abrufen.

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Die Einzelteile des Aufsatzes. (Foto: kwe)

So sieht man unter anderem, wie man den PencilWash startklar macht. Dazu lädt man zunächst die Batterie auf, indem man sie samt Stab in die mitgelieferte Ladestation steckt. Mit montiertem Wischaufsatz ist das nicht möglich. Ein leerer Akku ist in vier Stunden aufgetankt.

Schnell einsatzbereit

Dann zieht man die Unterseite vom Aufsatz, schraubt den Deckel des Frischwassertanks ab und füllt ihn mit Wasser und Reinigungsmittel. Dann nimmt man noch die Mikrofaser-Walze heraus und befeuchtet sie unter dem Wasserhahn. Nachdem alles wieder zusammengesetzt ist, kann man loslegen.

Dyson PencilWash Test Siff (1 von 1)
Diese Sauerei … (Foto: kwe)

Die weitere Bedienung ist ebenfalls kein Hexenwerk. Es gibt unter dem Ein-/Ausschalter lediglich einen Knopf, um das Wasser zu dosieren, das an acht Punkten über die ganze Breite der Walze fließt. Drückt man die Taste kurz, wird die Menge einmalig erhöht, hält man sie länger, kann man 60 Sekunden so nass wie möglich wischen. Das Display darunter zeigt die Dosierung mit Tropfensymbolen an. Die beiden anderen Elemente dienen dazu, vor Problemen oder einem niedrigen Akkustand zu warnen.

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… war nach weniger als einer Minute komplett beseitigt (Foto: kwe)

Zwischenstände oder die geschätzte verbleibende Laufzeit zeigt das Display nicht an. Man weiß lediglich, dass eine volle Batterie etwa 30 Minuten durchhält und das Wasser im Tank für bis zu 100 Quadratmeter ausreicht. Das ist okay, schließlich ist der PencilWash für den schnellen, kurzen Einsatz gedacht.

Tolle Handhabung, starke Reinigungsleistung

Die Handhabung ist wie bei Dysons "schlankestem Staubsauger der Welt" ein Vergnügen. Der Griff mit 38 Millimetern Durchmesser liegt gut in der Hand, die weniger als 400 Gramm Gewicht halten muss. Ohne großen Widerstand gleitet die Walze unterstützt von zwei kleinen Rollen über Glattböden und mit einer Handumdrehung kurvt man locker um jede Ecke. Der Nassreiniger kommt auch unter die meisten Möbel, lediglich der mit Gelenk rund zehn Zentimeter hohe Aufsatz muss Platz haben.

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Das muss man sauber machen … (Foto: kwe)

Die Reinigungsleistung war im Praxistest erstaunlich gut. Nicht nur verschüttete Flüssigkeiten stellten überhaupt kein Problem für den Mini-Mopp dar. Mit ein paar Extrarunden und maximaler Wasserzufuhr entfernte er sogar angetrockneten Ketchup und Senf restlos vom Küchenboden. Um alle ausgestreuten Haferflocken einzusammeln, brauchte er ebenfalls etwas länger, am Ende landeten aber auch sie komplett im Schlund des PencilWash.

Am Ende macht man sich doch die Finger schmutzig

Es waren nach dem Wischen auch keine Schlieren zu sehen. Die Walze streift nämlich kontinuierlich den Schmodder ab, um den Boden ständig mit frischem Wasser zu reinigen. Größere Partikel landen in einer Auffangschale.

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… und zum Trocknen aufstellen. (Foto: kwe)

Wenn der Putz-Spaß vorbei ist, wird man mit dem Siff konfrontiert. Denn der große Nachteil des PencilWash ist, dass er keine Absaug- und Trocken-Station hat. Das bedeutet, dass man das selbst erledigen muss: Unterseite abziehen, Schmutzwasser ausgießen, Walze und alle anderen Einzelteile abwaschen und danach zum Trocknen aufstellen.

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Je nachdem, was man zuvor aufgewischt hat, kann das ziemlich eklig sein und benötigt außerdem Zeit und Platz. Große Wischsauger haben dafür eine Station, die das selbstständig erledigt, beim Dyson WashG1 ist wenigstens nur das Trocknen Handarbeit.

Fazit

Wenn man nicht nach altbewährter Art mit Mopp und Eimer wischen möchte und der Platz für ein größeres Gerät mit Station fehlt, ist der PencilWash einen Blick wert. Aktuell kostet er nur knapp 250 Euro, was für Dyson fast schon ein Schnäppchen ist. Eine etwas sauberere Lösung des Herstellers, die kaum weniger kompakt ist, stellt der WashG1 dar. Mit einem Online-Preis von derzeit rund 380 Euro ist er aber auch deutlich teurer.

Quelle: ntv.de

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