Technik

Sony PS-LX5BT beherrscht aptXDieser Bluetooth-Plattenspieler spielt groß auf

16.04.2026, 18:38 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Sony PS-LX5BT Test (1 von 5)
Der Sony PS-LX5BT. (Foto: kwe)

Der Sony PS-LX5BT ist ein Plattenspieler, der nicht nur über Kabel einen tollen Sound liefert, sondern auch hochauflösenden Klang über Bluetooth bietet. Dazu ist er unkompliziert und relativ günstig.

Das Comeback der Schallplatten Anfang der 2010er Jahre war kein Strohfeuer, die Nachfrage nach Tonträgern aus Vinyl steigt nach wie vor an. Laut Imarc erreichte der globale Markt im vergangenen Jahr ein Volumen von rund 3,6 Milliarden US-Dollar, 2020 waren es noch knapp 262 Millionen. Für 2034 erwarten die Marktforscher ein Volumen von etwa 3,6 Milliarden Dollar. Das zeigt, dass Schallplatten nicht nur etwas für ältere Nostalgiker sind. Im Gegenteil: Imarc zufolge legen vor allem die 26- bis 35-Jährigen Vinyl auf.

Leichtgewicht, aber schwer in Ordnung

Sony begleitet die Renaissance der Rillen-Akustik schon lange, unter anderem mit dem Bluetooth-Schallplattenspieler PS-LX310BT, der 2019 auf den Markt kam und sehr erfolgreich war. Jetzt haben die Japaner zwei Nachfolger auf den Markt gebracht. ntv.de hat mit dem PS-LX5BT die leistungsfähigere Variante getestet, die im Online-Handel ab rund 330 Euro zu bekommen ist.

Sony PS-LX5BT Test (2 von 5)
Der Plattenspieler wird über USB-C mit Strom versorgt. (Foto: kwe)

Der 43 x 11,7 x 36,6 Zentimeter große Schallplattenspieler ist bis auf Aluminium-Teller und -Tonarm überwiegend aus Kunststoff gefertigt und wiegt gerade mal 3,6 Kilo. High-End-Geräte sind deutlich schwerer, der legendäre DJ-Turntable Technics SL-1210MK2 beispielsweise kommt auf fast zwölf Kilo.

Obwohl der Sony PS-LX5BT hochwertig verarbeitet ist, ist man daher zunächst misstrauisch. Der Verdacht liegt nahe, dass der Plattenspieler unter anderem Motorgeräusche an das Tonabnehmer-System überträgt. Der Klang könnte auch beeinträchtigt werden, indem das Gehäuse die Schwingungen von Lautsprechern aufnimmt, die die Musik wiedergeben.

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Der Tonabnehmer-Kopf kann nicht getauscht werden, nur die Nadel. (Foto: kwe)

Doch Sony ist es gelungen, die unerwünschten Vibrationen weitgehend zu unterdrücken. Auch bei geringer Lautstärke nimmt man keine Störgeräusche wahr, lediglich in den Pausen hört man den Motor ein wenig brummen. Das hält sich aber für diese Preisklasse in einem absolut vertretbaren Rahmen. Und solange man nicht enorm aufdreht, lässt sich der Sony PS-LX5BT auch nicht durch die abgespielte Musik aus der Ruhe bringen.

Einfache Handhabung

Bevor man auflegen kann, gilt es aber erst mal, den Plattenspieler betriebsbereit zu machen. Dafür muss man kein alter Vinyl-Hase sein: Man setzt den Teller ein und legt dabei den Antriebsriemen um dessen Achse. Obendrauf kommt die Gummimatte. Zum Schluss bringt man noch den Plexiglas-Deckel mit seinen Gelenken an. Irgendwelche Einstellungen am Tonarm et cetera gibt es nicht zu erledigen, auch das MM-Tonabnehmer-System ist vormontiert.

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Um eine Bluetooth-Verbindung herzustellen, drückt man den Knopf länger. Wenn sie steht, leuchtet die LED dauerhaft blau. (Foto: kwe)

Ebenso simpel ist die Bedienung, da es sich um einen vollautomatischen Plattenspieler handelt. Man stellt die Größe der Scheibe (7 oder 12 Zoll) und Geschwindigkeit (45/33,3 Umdrehungen pro Minute) ein, legt die Platte auf und drückt auf Start. Ist die Rille zu Ende, stoppt der Plattenspieler selbstständig. Wenn man möchte, kann man den Tonarm auch per Schalter oder Hand anheben und auflegen. Der Motor startet, wenn man ihn in Richtung Zentrum bewegt.

Kabel oder Bluetooth

Um die abgespielte Musik auch zu hören, kann man klassisch Boxen per Cinch-Kabel (Phono/Line-out) verbinden. Ein dreistufiger Vorverstärker ist eingebaut. Wahlweise stellt man eine Bluetooth-Verbindung her, wobei der neue Sony-Plattenspieler mit aptX auch einen hochauflösenden Codec unterstützt. Für den Praxistest hat ntv.de die ausgezeichneten Regal-Lautsprecher Edifier Airpulse A100 verwendet, die beide Verbindungsmöglichkeiten sowie aptX bieten.

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Für das breite Loch von Singles gehört ein Puck zum Lieferumfang. (Foto: kwe)

Um den Klang beurteilen zu können, landeten die brandneue, sonnige Soul-LP "DIG!" von Mamas Gun, das abwechslungsreiche Jazzfusion-Album "You Can't Steel My Joy" des Ezra Collective sowie mit "Bellevue" brachial-genialer Post-/Garage-Punk der Bobby Lees auf dem Plattenteller. Seine Rock-Qualitäten musste der Turntable mit "Eliminator" von ZZ Top unter Beweis stellen.

Um zu testen, wie gut der Sony PS-LX5BT die breiten Rillen von alten Singles beherrscht, legte ntv.de unter anderem den Funk-Hammer "Let The Groove Move You" von Gus "The Groove" Lewis, den Funk-Klassiker "Pull My Coat" von The Eddy Jacobs Exchange" und den R&B-Mover "Hully Gully Papa" von Jasper Woods auf.

Erfreulich guter Klang bei jeder Verbindung

Der Sony PS-LX5BT meisterte alle Musikstile erfreulich gut. Im (unfairen) Vergleich zu einem Technics SL-1210MK2 mit Sure-White-Label-Tonabnehmer wirkt sein Sound zwar nicht so klar und definiert, aber er kommt dem erstaunlich nahe. Er brilliert vor allem bei den Bässen, lässt aber auch den Mitten viel Raum, die er präzise und druckvoll wiedergibt. Wenn man meckern möchte, kann man sagen, dass die Höhen manchmal etwas giftiger sein könnten.

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Die Wiedergabe mit Bluetooth aptX erwies sich dabei als so gut, dass ein Unterschied zum verkabelten Musikgenuss praktisch nicht zu hören war. Das ist wichtig, denn so kann sich der Plattenspieler auch hochwertig in einen modernen Streaming-Haushalt einfügen.

Fazit

Der Sony PS-LX5BT bietet für seinen relativ kleinen Preis einen erstaunlich großen Klang. Wer lange keine Platten aufgelegt hat oder Vinyl neu entdeckt, kommt schnell mit ihm zurecht. Sein größter Pluspunkt im Vergleich zu ähnlich günstigen Konkurrenten ist seine aptX-Unterstützung bei Bluetooth-Verbindungen.

Quelle: ntv.de

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