Technik

Dreame X60 Pro Ultra CompleteDieser Saug-Wisch-Roboter gibt sich voll die Kante

10.06.2026, 17:43 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Dreame X60 Pro Ultra Complete Test (12 von 22)
Der Roboter kommt über die meisten Schwellen. (Foto: kwe)

Der Dreame X60 Pro Ultra Complete ist fast so beeindruckend wie sein Name. Er reinigt Kanten normalerweise so gut wie kein anderer Saug-Wisch-Roboter, ist stark auf Glatt- und Teppichböden und ein begabter Klettermaxe. Lediglich seine Software macht dem Namen nicht immer Ehre - aber das kann noch werden.

Erst kürzlich hat sich der Roborock Saros 20 Sonic als bisher bester von ntv.de getesteter Saug-Wisch-Roboter herausgestellt. Doch mit dem Dreame X60 Pro Ultra Complete ist jetzt bereits der vielleicht größte Konkurrent des Champions auf den Markt gekommen - zumindest auf dem Papier ist er ihm mindestens ebenbürtig. ntv.de hat gründlich ausprobiert, ob er auch in der Praxis das Zeug zur neuen Nummer 1 hat.

Sehr schick und relativ kompakt

Der 4,6 kg schwere Roboter selbst hat einen Durchmesser von 35 cm und ist nur 8,9 cm hoch. Mit Laser-Turm sind es 11,1 cm, aber um unter niedrige Möbel fahren zu können, zieht er ihn ein. Das gehört inzwischen zu den Standards. Seine Station ist rund 50 cm hoch, 39 cm breit und 45,6 cm tief. Damit ist sie nicht so kompakt wie beim Roborock Saros 20 Sonic, sollte aber trotzdem noch leicht unterzubringen sein.

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Der Roboter in seiner Station. (Foto: kwe)

Das Design ist wie beim Konkurrenten angenehm schlicht, wirkt durch eine metallische Kante der Station und entsprechende Streifen in der Vorderseite sogar edel. Der Klavierlack-Look benötigt allerdings regelmäßige Pflege.

Viel Tausch-Zubehör, einfach zu handhaben

Der Lieferumfang des Dreame X60 Pro Ultra Complete ist vorbildlich. Er kommt nicht nur mit einer großen, leicht verständlichen Schnellanleitung und einem umfangreichen Handbuch, sondern auch mit viel Zubehör. Dazu gehört ein komplettes zusätzliches Set an Bürsten, drei Wischpad-Paare zum Tauschen, zwei extra Staubbeutel sowie zwei Staubbehälter-Filter und ein Liter Reinigungslösung.

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Dreame ist beim Zubehör großzügig. (Foto: kwe)

Die Inbetriebnahme ist mit der Schnellanleitung ein Kinderspiel, die Verbindung zur Dreame-App im Nu hergestellt. Danach kann man mit der extrem umfangreichen, aber trotzdem erstaunlich unkomplizierten Anwendung weitermachen, wenn man schon mal einen Reinigungsroboter im Dienst hatte. Ansonsten kommt man auch als Einsteiger mit dem Handbuch problemlos ans Ziel, genauer gesagt zum ersten Einsatz des Roboters.

Chance liegen gelassen

Das ist immer zunächst die Kartierung der Wohnung, wobei der Dreame X60 Pro Ultra Complete mit zwei Kameras, einem Lasersystem (DToF - Direct Time of Flight), 3D-Licht und zusätzlichen LEDs ans Werk geht. Das erledigt er zunächst sehr schnell, indem er ohne zu reinigen die Räume abfährt. Danach wird die Kartei bei der Arbeit verfeinert. Zusätzlich kann man selbst in der App viele Anpassungen vornehmen.

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Mit dieser Schwelle hatte der Dreame X60 Pro Ultra Complete Probleme. Mehr Sand entfernte er an der Kante nicht. (Foto: kwe)

Die Kartierung hat grundsätzlich sehr gut geklappt, speziell die Hindernisvermeidung des Roboters ist hervorragend. Er hat auch keine Probleme mit Veränderungen, beispielsweise, wenn man Möbel verrückt. Schwierigkeiten bereitete ihm im Test allerdings die präzise Erkennung von Schwellen, die Ton in Ton mit dem Boden sind. Das heißt, er sieht und kartiert sie, liegt dabei aber ein wenig daneben. Das führte beispielsweise dazu, dass er den Nahbereich entlang einer Schwelle bei der Reinigung ausließ. Auch im speziellen Modus zur Rand- und Eckenreinigung ignorierte er diese Stelle.

Meister der Kanten

Das ist besonders schade, da er ansonsten ein Meister im Umgang mit Kanten ist. Denn er hat nicht nur eine Bürste, die seitlich bis zu 12 cm ausfahren kann, einer der beiden rotierenden Mopps hängt sogar an einem bis zu 18 cm weit reichenden Gelenkarm. Im Test reinigte er unter anderem um Tischbeine herum oder in Ecken besser als jeder andere bisher von ntv.de ausprobierte Roboter.

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Normalerweise sind Ecken und Kanten seine Stärke. (Foto: kwe)

Das tut er natürlich auch entlang von Scheuerleisten. Dabei kann man zu deren Reinigung auf dem ausfahrbaren Mopp eine kleine Bürste anbringen, womit man sich im Idealfall die mühsame Arbeit mit einem Handsauger sparen kann.

Sehr viele Anpassungsmöglichkeiten

Die Saugleistung des Roboters ist nicht nur auf dem Papier mit 42.000 Pascal besonders hoch. Um sie zu testen, nutzte ntv.de grundsätzlich die Automatik (Clean Genius), die den Verschmutzungsgrad erkennt und entsprechende Einstellungen vornimmt. Es blieb auch der elektronischen Putzkraft überlassen, den Bodenbelag zu erkennen. Dazu gehört, dass er bei einer Mischung in der Wohnung aus Teppich- und Hartböden bei Bedarf die Mopps anhebt oder in der Station zurücklässt. Das hat er tadellos hinbekommen.

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Die App bietet jede Menge Anpassungsmöglichkeiten. (Foto: kwe)

Ansonsten kann man in der ausgezeichneten App von der Intensität bis zur Einstellung, wie der Roboter Hindernisse überwinden soll, nahezu alles bis ins Detail festlegen. Wenn man möchte, kann man den Roboter auch als Aufpasser mit der Kamera auf Wachdienst schicken oder Fotos von Haustieren machen lassen. Natürlich gibt es auch spezielle Modi für Vierbeiner im Haushalt. Und wer mag, kann den Roboter mit Sprachbefehlen steuern oder über Matter in ein Smarthome-System integrieren.

Starke Saugleistung

Zusammen mit seiner rotierenden Doppel-Bürste ließ der Roboter auf Hartböden so gut wie nichts liegen. Auch grober Schmutz wurde aufgesaugt, statt zur Seite geschleudert zu werden, feiner Staub aus Dielenritzen gezogen.

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Hiervon … (Foto: kwe)

Auf den kurzflorigen Teppichböden der Testwohnung leistete der Dreame X60 Pro Ultra Complete eine gute, aber nicht perfekte Arbeit. So blieben kurze Haare und Sand zurück, auch nachdem die Leistung in der App manuell auf maximal gestellt wurde. Die ausgelegten langen Haare nahm er komplett auf. Hier konnte der Roboter aber nicht ganz das Versprechen halten, dass es zu keinen Verwicklungen kommt.

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… blieben Haare an den Bürsten zurück, die manuell entfernt werden mussten. Hier auf dem linken Mopp zu erkennen. (Foto: kwe)

Ein paar Locken musste ntv.de nach der Reinigung per Hand von der Doppel-Bürste ziehen. Das fiel wiederum leicht, da man sie ebenso wie den Filter problemlos abnehmen kann. Der Fairness halber muss auch erwähnt werden, dass sehr viele Haare auf einer kleinen Fläche in der Realität eher die Ausnahme sein sollten. Mit vereinzelten langen Haaren hat der Dreame X60 Pro Ultra Complete keine Probleme.

Effektives Wischen, aber Probleme bei Erkennung

Auch die Wisch-Leistung des Roboters ist grundsätzlich überzeugend. Mit in der Station bis zu 40 Grad erwärmtem Wasser, einem hohen Andruck bis 15 Newton und automatisch dosiertem Reinigungsmittel sind leichte Verschmutzungen gar kein Problem. Größere Sauereien erkennt er normalerweise zuverlässig und kümmert sich intensiver darum.

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Diesen Fleck erkannte der Roboter nicht, … (Foto: kwe)

Auf dem bräunlich gemaserten Küchenboden übersah er jedoch einen dicken Fleck aus einer angetrockneten Ketchup-Senf-Mischung. Er überquerte ihn lediglich im Standardmodus, was die Pampe nur teilweise beseitigte.

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… diesen schon. (Foto: kwe)

Auf hellem Holzboden kümmerte er sich dagegen um einen ähnlichen Fleck, bis er nicht mehr zu sehen war. Offenbar handelt es sich hier wie bei der unpräzisen Erkennung einer Schwelle um ein Softwareproblem. Ein Update könnte die Scharten also auswetzen, so aber kosten sie den Dreame X60 Pro Ultra Complete die Gesamtführung.

Schwellen meistens kein Problem

Die Nase vorn hat er bei der Hindernisüberwindung. Theoretisch schafft er Schwellen mit einer Höhe bis zu 10 cm, wenn sie aus zwei bis zu 5 cm hohen Stufen bestehen. Ansonsten klettert er über bis zu 5,2 cm hohe Hindernisse. Im Praxistest scheiterte er ganz knapp an einer etwa 9 cm hohen Doppel-Schwelle, deren Stufen jeweils nur etwa 4,5 cm hoch sind. Der Grund: Sie sind zu schmal. Mit einem Brett als Erweiterung konnte er aber beweisen, dass er grundsätzlich die Höhe drauf hat.

Akku und Selbstreinigung top

Die Ausdauer des Dreame X60 Pro Ultra Complete ist sehr gut. Im Automatikmodus reinigte er 60 Quadratmeter gemischten Boden am Stück, ohne zwischendurch die Station zum Aufladen anfahren zu müssen. Im Gegenteil: Er hatte noch Reserven, um die Tour vielleicht nochmal zu schaffen. Falls der Roboter doch nachtanken muss, macht er dies außergewöhnlich schnell. Laut Dreame ist er in 5,5 Minuten bis zu 24 Prozent aufgeladen. Beim Test des Roborock Saros 20 Sonic waren die Wartezeiten bei einem leeren Akku länger.

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Die Arbeit der Station ist nicht nur beim Laden top. Sie entleert und befüllt den Roboter zuverlässig und hat eine ausgezeichnete Selbstreinigungsfunktion. Unter anderem werden die Mopps mit bis zu 100 Grad gewaschen und bei bis zu 45 Grad getrocknet. Im Test waren sie schon nach rund einer Stunde sauber und trocken. Wenn man es nicht so eilig hat und Energie sparen möchte, kann man auch hier fast alles manuell einstellen.

Fazit

Der Dreame verpasst den Gesamtsieg nur wegen Schwächen bei der Erkennung und Navigation, die aber möglicherweise durch ein Update beseitigt werden können. Ansonsten hat er bei der Reinigung an Kanten, Tischbeinen et cetera klar die Nase vorn, kann noch etwas besser klettern als der Roborock Saros 20 Sonic und ist ein Akku-König - speziell bei der Schnellladung. Für ihn spricht außerdem, dass er aktuell mit einem Preis von rund 1230 Euro günstiger ist und wesentlich mehr Zubehör bietet als der Konkurrent.

Quelle: ntv.de

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