Technik

Sehr gute ANC-Ohrhörer Google Pixel Buds Pro spielen ganz oben mit

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Die Ohrhörer sind nach IPX4, das Case nach IPX2 gegen Spritzwasser geschützt.

(Foto: kwe)

Die Pixel Buds Pro sind Googles erste kabellose Ohrhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung und lassen trotzdem auf diesem Gebiet einen Großteil der Konkurrenz hinter sich. Außerdem überzeugen die Stöpsel durch einen ausgezeichneten Klang, hohen Tragekomfort und Ausdauer.

Im vergangenen Jahr lieferte Google mit den Pixel Buds A einen echten Preiskracher ab. Für gerade mal 100 Euro liefern sie einen tollen Klang und gehören zu den bequemsten kabellosen Ohrhörern auf dem Markt. Allerdings ist die A-Klasse recht spartanisch ausgestattet, vor allem fehlt ihnen eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC), die inzwischen auch bei preisgünstigeren Bluetooth-Stöpseln üblich ist. Die neuen Pixel Buds Pro haben diese Funktion und noch mehr zu bieten, sind aber mit knapp 220 Euro auch deutlich teurer. ntv.de hat ausprobiert, ob sie das wert sind.

Sicherer, aber bequemer Sitz

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Die Pixel Buds Pro sind recht unauffällige Ohrhörer.

(Foto: Google)

Wenn man das Ladecase aus ihrer Schachtel nimmt, könnte man annehmen, Google habe nicht viel mehr verändert als ANC hinzuzufügen, so ähnlich sieht es der Box der A-Klasse. Allerdings ist das Case etwas größer ausgefallen und wenn man es öffnet und die Ohrhörer herausnimmt, sieht man, dass die Pixel Buds Pro mehr als eine reine Weiterentwicklung sind.

Die neuen Stöpsel haben keine Silikonflügel mehr, um sicher im Ohr zu sitzen und ihr Körper ist bauchiger und größer. Trotzdem ist die runde Oberfläche, die aus dem Ohr ragt, etwas kleiner, wodurch die neuen Buds sogar noch etwas unauffälliger als die A-Klasse sind.

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Die Box der Pixel Buds Pro (links) neben dem Case der A-Klasse.

(Foto: kwe)

Wichtiger ist aber, dass sie ebenso bequem und sicher sitzen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Aufsätze passen, die es nur in drei verschiedenen Größen gibt. Ob dies der Fall ist, kann man in der App testen, die mit Animationen auch demonstriert, wie man die Ohrhörer richtig einsetzt und bedient. Bestätigt die App einen perfekten Sitz, wird man mit einem ausgezeichneten Klang belohnt.

Klasse Klang, egal was spielt

Die Bässe der 11-Millimeter-Treiber sind kräftig, aber wunderbar elastisch. Das heißt, sie haben echten Tiefgang und sind immer präsent, ohne sich mit übertriebenem Wumms in den Vordergrund zu drängen. Stattdessen lassen sie den sauber definierten Mitten den ihnen gebührenden Vorrang. Dazu kommen klare Höhen, die viele Details liefern. Wie die Bässe schießen sie nicht übers Ziel hinaus und bohren sich auch bei hohen Lautstärken nicht schmerzhaft ins Ohr.

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Das Innenleben der Ohrhörer.

(Foto: Google)

Damit die Pixel Buds Pro nicht zu zurückhaltend sind, wenn man leiser Musik hört, kann man in der App den sogenannten Lautstärke-Equalizer aktivieren, der Bässe und Höhen anpasst. Das ist mehr als ein Placeboeffekt, man hört den Unterschied umso deutlicher, je leiser man die Musik stellt.

Insgesamt sind die Ohrhörer sehr anpassungsfähig und trafen bei jedem Musikstil in der abwechslungsreichen Spotify-Test-Playlist den richtigen Ton. Hochauflösendes Material wurde nicht benötigt, da die Pixel Buds Pro entsprechende Bluetooth-Codecs wie aptX nicht unterstützen.

Sehr effektives ANC

Sehr gute Arbeit haben die Ingenieure auch bei der aktiven Geräuschunterdrückung geleistet, die sich an die Ohrform der Nutzer anpassen soll. Ob das so ist, kann man nicht nachprüfen, aber man kann hören, dass Googles Algorithmen hervorragend funktionieren. Das ANC unterdrückt nicht nur effektiv kontinuierliche Störgeräusche wie das Rauschen in Zügen oder Verkehrslärm. Es dämpft auch deutlich Bürogeräusche wie klappernde Tastaturen oder Gespräche von Kollegen. Das für ANC typische Hintergrundrauschen hält sich dabei in Grenzen und Sensoren passen auf, dass ein ebenfalls typisches Druckgefühl erst gar nicht aufkommt.

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Googles neue Ohrhörer kommen in vier verschiedenen Farben.

(Foto: Google)

Erfreulich ist auch, dass die Pixel Buds Pro Windgeräusche gut unterdrücken, solange keine allzu steife Brise weht. Bei Telefonaten ist die Geräuschunterdrückung ebenfalls sehr effektiv, selbst auf einer sehr lauten Kreuzung wird man gut verstanden und Gesprächspartner klingen klar und deutlich. Wie es sich für Pros gehört, haben die neuen Google-Ohrhörer auch einen Transparenzmodus, der bei Bedarf Umgebungsgeräusche verstärkt.

Eine spannende Funktion konnte ntv.de noch nicht ausprobieren, da sie erst im Laufe des Herbsts nachgereicht wird: In Kombination mit einem kompatiblen Pixel-Smartphone beherrschen die Ohrhörer dann den 3D-Klang Spatial Audio.

Gelungene Steuerung, etwas spartanische App

Die Touch-Steuerung der Pixel Buds Pro ist einfach, lässt aber kaum Wünsche offen. Um die Lautstärke zu erhöhen oder zu senken, wischt man auf einem der Buds nach vorne oder hinten. Mit einem, zwei oder drei Tipper regelt man die Wiedergabe und geht mit Anrufen um. Nimmt man einen Stöpsel heraus, pausiert die Wiedergabe automatisch. Bei langen Berührungen kann man entscheiden, ob links oder rechts der Assistent gestartet wird oder zwischen ANC und Transparenzmodus gewechselt wird.

Um ANC einfach abzuschalten, muss man in die App wechseln, was etwas umständlich ist. Ein Update könnte dies aber relativ einfach ändern. Ob eine Aktualisierung der etwas spartanisch ausgestatteten Anwendung auch irgendwann einen Equalizer für individuelle Klanganpassungen oder weitere nützliche Extras bringt, ist fraglich. Immerhin kann man über die App verlorene Buds über einen Signalton suchen und die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten aktivieren. Wer möchte, kann die Pixel Buds Pro auch mit iOS-Geräten nutzen, dann muss man allerdings komplett auf eine App verzichten.

Gute Ausdauer und nicht neugierig

Absolut nichts auszusetzen gibt es an der Ausdauer der Ohrhörer. Google gibt die Laufzeit der Pixel Buds Pro bei aktiviertem ANC mit bis zu sieben Stunden an, was sich im Alltagstest bestätigt hat. Die Ladebox hat Reserven für weitere 14 Stunden. Ohne Geräuschunterdrückung halten die Buds bis zu elf Stunden durch, mit Case sind 31 Stunden drin. Im Gegensatz zur A-Klasse lässt sich die Box der Pros induktiv laden.

Erwähnenswert ist auch noch, dass Nutzer nicht befürchten müssen, sich mit den Buds kleine Spione in die Ohren zu stecken. Wenn man sich nicht auf den Komfort von Googles digitalem Assistenten einlassen möchte, geben die Stöpsel keine Daten weiter, wie ein Test mit dem App-Tracking-Schutz von DuckDuckGo zeigte.

Google liefert ab

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Insgesamt kann Google mit den Pixel Buds Pro die hohen Erwartungen erfüllen, die Ohrhörer spielen mit ihrem starken Klang, hohem Komfort, dem sehr effektiven ANC und einer guten Ausdauer ganz oben mit. Sie müssen sich aber in ihrer Preisklasse etlichen harten Konkurrenten stellen, die ähnliche oder andere Qualitäten haben.

Unter anderem sind die Huawei Freebuds Pro 2 oder die Sony LinkBuds S für 200 Euro attraktive Alternativen, die enorm ausdauernden JBL Live Pro 2 kosten nur 150 Euro. Und wenn man auf ANC und andere Extras verzichten kann, sind die Pixel Buds A nach wie vor ein sehr verlockendes Angebot. Oder man nimmt beides: Wer die Pros bis zum 1. August bestellt, bekommt die A-Klasse gratis dazu.

Quelle: ntv.de

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