Technik

Dienste-Installation über Umwege Google warnt Käufer neuer Huawei-Geräte

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Wie das von Evan Blass geleakte Foto ahnen lässt, wird auch das Huawei P40 Pro ein spannnendes Smartphone - allerdings ohne Google-Dienste.

(Foto: @evleaks)

Nutzer sollten nicht versuchen, über Umwege den Play Store, Gmail et cetera auf neuen Huawei-Smartphones zu installieren. Google warnt vor einem sogenannten Sideload und erklärt auch, warum.

Wenn das Coronavirus keinen Strich durch die Rechnung macht, kommt schon bald das Huawei P40 Pro auf den Markt. Sein Vorgänger war eines der besten Smartphones des vergangenen Jahres, vielleicht sogar das beste. Es wäre also kein Wunder, wenn viele Nutzer damit liebäugelten, sich den neuen China-Kracher zuzulegen. Doch die Sache hat einen Haken: Alle Huawei-Geräte, die ab dem 16. Mai 2019 veröffentlicht wurden und werden, müssen wegen eines US-Boykotts ohne Google-Dienste auskommen. Das heißt unter anderem, dass kein Play Store, kein Google Maps und kein Gmail an Bord sind. Über Umwege könnte man die Dienste zwar trotzdem installieren, doch Google warnt jetzt Nutzer eindringlich davor, dies zu tun. Aus gutem Grund.

Ohne Lizenz läuft nichts

In einem Blogpost teilt das Unternehmen mit, dass sein App-Store und seine Kern-Anwendungen nur für Geräte freigegeben sind, die eine Play-Protect-Zertifizierung haben. Das heißt, nur auf solchen Smartphones werden Apps nicht nur bei der Installation, sondern auch später regelmäßig auf Schädlingsbefall überprüft. Außerdem seien zertifizierte Geräte bei Google "rigoros" auf ihre Sicherheit und Kompatibilität untersucht worden, heißt es in dem Blogpost. Damit soll gewährleistet werden, dass Nutzerdaten und App-Informationen geschützt sind.

Nach Inkrafttreten des Embargos veröffentlichte Huawei-Smartphones hätten diesen Zertifizierungs-Prozess nicht durchlaufen und auch keine Play-Protect-Software an Bord, schreibt Googles Leiter der Android- und Play-Rechtsabteilung. Auf Geräten ohne Lizenz würden Google-Dienste und -Apps auch dann nicht zuverlässig funktionieren, wenn sie über einen sogenannten Sideload installiert werden. Eine Installation über Umwege berge außerdem das Risiko, manipulierte Anwendungen aufs Smartphone zu holen.

Mittlerweile hat Google bei der US-Regierung die Erlaubnis beantragt, Huawei weiterhin mit seinen Diensten versorgen zu dürfen. Google-Manager Sameer Samat machte allerdings keine Angaben dazu, wann eine Entscheidung über den Antrag fallen könnte. Huawei selbst rechnet wohl nicht mehr damit, in absehbarer Zeit wieder Google-Dienste auf neuen Smartphones nutzen zu dürfen. Deswegen forciert der chinesische Konzern seine schon vor dem Embargo begonnenen Bemühungen, ein eigenes Ökosystem mit eigenen Diensten (Huawei Mobile Services) und eigener Entwickler-Plattform aufzubauen.

Huawei baut eigenes Ökosystem auf

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Die Neuauflage des Huawei Mate Xs kommt ohne Google-Dienste auf den Markt.

(Foto: Huawei)

Das Unternehmen investiert Milliarden und ist bereit, dies mit langem Atem über Jahre hinweg zu tun. Letztendlich soll dabei eine chinesische Alternative zu Google herauskommen, die auch in westlichen Ländern erfolgreich sein könnte. Ein Reuters-Bericht ließ kurzzeitig sogar vermuten, dass sich auch andere große chinesische Smartphone-Hersteller mit Huawei verbünden. Doch inzwischen hat das Unternehmen die Global Developer Service Alliance (GDSA) laut "Techblog.gr" wohl verlassen und Oppo, Vivo und Xiaomi betreiben die gemeinsame Entwickler-Plattform alleine, die einer Xiaomi-Stellungnahme auch nicht Google herausfordern solle.

Wie weit Huawei mit seinem Dienste-Ausbau ist, wird man an der Neuauflage des Falt-Smartphones Mate X sehen, die das Unternehmen ab Mitte März auch in Deutschland anbieten will. Das unter anderem mit einem stärkeren Prozessor ausgestattete Mate Xs wird mit der Open-Source-Variante von Android und Huaweis App-Store AppGallery ausgeliefert.

Quelle: ntv.de, kwe