Technik

Nokia G50 ist zehn Bäume wert Großer 5G-Dauerläufer für kleine Geldbeutel

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Das Nokia G50 soll nachhaltiger als andere Smartphones sein.

(Foto: kwe)

Mit dem Nokia G50 will Hersteller HMD junge Nutzer ansprechen, die in der 250-Euro-Klasse ein langlebiges Smartphone suchen. Dafür ist das Gerät mit einem 5G-Chip, einem mächtigen Akku und einem riesigen Display ausgestattet. Außerdem will HMD Bäume pflanzen.

Vor zwei Jahren hat HMD noch bis zu 4,8 Millionen Nokia-Smartphones pro Quartal verkaufen können, im vergangenen Jahr waren nicht mehr als 2,8 Millionen drin, dann ging es noch tiefer runter. Im zurückliegenden Quartal kletterte der Absatz zwar wieder auf 2,7 Millionen Geräte, aber so richtig kommt das Smartphone-Geschäft der Finnen aktuell nicht aus dem Knick. Ein Problem sind die jungen Käufer, die lieber zu günstigen chinesischen Geräten greifen, weil ihnen die Marke Nokia nicht so viel sagt wie den älteren Nutzern.

Um dieses Klientel zu überzeugen, versucht HMD unter anderem, ein nachhaltiges Image aufzubauen. Dazu gehört, dass Komponenten und Rohstoffe möglichst aus geprüften Quellen stammen, die Umweltstandards einhalten und ihre Arbeiter fair behandeln und bezahlen.

Immerhin hat HMD im Sommer eine Gold-Zertifizierung von Ecovadis erhalten, was nur sechs Prozent der bewerteten Hersteller von Kommunikationsgeräten bisher erreicht haben. Zusätzlich hat HMD ein Programm aufgesetzt, bei dem Käufer eines Nokia-Smartphones auf Kosten des Herstellers Bäume pflanzen lassen können, um die CO₂-Bilanz ein wenig aufzubessern.

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Ein breites "Kinn" macht das Nokia G5 noch länger als es durch das große Display ohnehin schon ist.

(Foto: kwe)

Laut Ökoinstitut entstehen bei der Herstellung eines Smartphones ungefähr 100 Kilogram (kg) Kohlendioxid. Durch die Nutzung werden dagegen jährlich nur 5 kg CO₂ freigesetzt. Das heißt, je länger ein Gerät genutzt wird, desto besser für die Umwelt.

HMD möchte dies bei seinen Geräten durch Qualität und zukunftsfähige Technik sowie eine möglichst lange Software-Unterstützung erreichen. Das soll auch für günstige Smartphones wie das Nokia G50 gelten, das HMD für rund 270 Euro verkauft.

Riesiges Display, mächtiger Akku

Das Gerät hat ein riesiges 6,82 Zoll großes LCD. Die Auflösung ist mit 720p (HD+) nicht allzu hoch, aber die Darstellung ist scharf genug. Außerdem sinkt durch weniger Pixel der Stromverbrauch. Der Bildschirm kann recht hell leuchten und stellt Farben natürlich dar, die Kontraste sind okay.

Weil vor allem der untere Rand ziemlich breit ist, fällt das Smartphone insgesamt noch etwas größer aus und ist mit einer Länge von rund 17,4 Zentimeter für kleine Hände eine echte Herausforderung. Außerdem ist das Nokia G50 220 Gramm schwer.

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Hauptkamera, ...

(Foto: kwe)

Das hohe Gewicht ist zu einem guten Teil auf den mächtigen Akku zurückzuführen, der 5000 Milliamperestunden fasst. Damit soll das Gerät laut HMD bis zu zwei Tage durchhalten. Das ist nicht übertrieben, bei Gelegenheitsnutzern sollte sogar noch etwas mehr drin sein.

Genügsamer 5G-Chip

Die große Ausdauer hat das Nokia G50 neben dem genügsamen Display und der fetten Batterie seinem Chip zu verdanken. Qualcomms Snapdragon 480 ist zwar 5G-fähig, gehört aber von der Leistung her zur unteren Mittelklasse. Er ist immer noch kräftig genug, um im Alltag jederzeit eine flüssige Bedienung zu ermöglichen, verbraucht aber relativ wenig Strom.

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... Ultraweit-Kamera, ...

(Foto: kwe)

Beim Arbeitsspeicher ist HMD mit 4 Gigabyte (GB) an die untere Grenze gegangen, aber für den Chat-Surf-Streaming-Alltag ist das völlig ausreichend. Der Flash-Speicher ist dagegen mit 128 GB vergleichsweise üppig ausgefallen, bei Bedarf kann er mit microSD-Karten erweitert werden. Wahlweise ist Platz für eine zweite SIM-Karte.

Klinkenbuchse an Bord

Am Karten-Schlitten sieht man zwar eine Gummidichtung, einen zertifizierten Schutz gegen Spritzwasser bietet das Nokia G50 allerdings nicht. Dafür findet man im Rahmen auf der Oberseite noch eine Klinkenbuchse, kann also alte Kopfhörer ohne Adapter weiternutzen - auch das ist irgendwie nachhaltig. Links hat das Gerät noch eine zusätzliche Taste, um den Google Assistant aufzurufen.

Der Fingerabdrucksensor ist im Einschalter auf der rechten Seite und erledigt seine Arbeit schnell und zuverlässig. Die Taste sitzt auch nicht zu hoch im Rahmen, sodass ihn Zeigefinger oder Daumen bequem erreichen.

Gute Hauptkamera

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Tele-Kamera.

(Foto: kwe)

Auf der Rückseite hat das G50 eine Triple-Kamera. Die Hauptkamera macht mit 48 Megapixeln (MP) bei Tageslicht sehr ansehnliche Fotos mit vielen Details, realistischen Farben und guten Kontrasten. Auch bei schwächerem Licht und nachts können sich ihre Ergebnisse sehen lassen. Dabei hilft, dass jeweils vier Pixel zu einem Megapixel vereint werden, wodurch sich die Auflösung auf 12 MP reduziert. Der Autofokus ist keine Rakete, arbeitet aber recht flott.

Videos sehen ebenfalls gut aus, solange die Lichtverhältnisse nicht zu kompliziert werden. Mehr als Full-HD und 60 Bilder pro Sekunde bekommt die Kamera allerdings nicht hin.

Superweitwinkel- und Tele-Kamera sind mit fünf beziehungsweise zwei Megapixeln nette Zugaben, die man bei gutem Licht auch einsetzen kann. Man sollte ihre Fotos aber nicht unbedingt auf großen Computerdisplays betrachten.

Drei Jahre Updates

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Das Betriebssystem ist pures Google-Android-11. HMD hat lediglich eine Service-App und drei Sponsoren-Anwendungen hinzugefügt, die man aber problemlos über Bord werfen kann, wenn man sie nicht benötigt. Die nicht angepasste Software macht es HMD leichter, sein Versprechen einzuhalten, das Betriebssystem zwei Jahre lang auf neue Versionen zu aktualisieren. Monatliche Sicherheitsupdates soll es drei Jahre lang geben. Mehr ist in der Android-Welt aktuell kaum möglich.

Das Nokia G50 ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone, das vor allem durch seine Ausdauer und garantierte Software-Updates überzeugt. Rein technisch gesehen gibt es aus China in dieser Preisklasse besser ausgestattete Smartphones. Dafür bietet HMD ein relativ nachhaltiges und langlebiges Produkt an.

Quelle: ntv.de

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