Technik

Günstiges Oberklasse-Smartphone Motorola Edge 20 Pro ist top für seinen Preis

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Trotz des Periskop-Objektivs ragt die Kameraeinheit nicht allzu sehr aus der Rückseite heraus.

(Foto: kwe)

Wer ein Oberklasse-Smartphone sucht, aber kein Vermögen ausgeben möchte, ist mit dem Motorola Edge 20 Pro für 700 Euro gut bedient. Kann man auf das eine oder andere Pro-Extra verzichten, gibt's ein fast ebenso gutes Gerät für 200 Euro weniger. Die noch günstigere Lite-Version ist ebenfalls einen Blick wert.

In der Vergangenheit konnte Motorola vor allem mit Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones überzeugen, die ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis boten. In der Oberklasse ist der Hersteller eher nicht zu Hause, selbst das neue Razr klappt nicht auf dem höchsten Niveau. Mit dem Moto Edge 20 Pro will der Hersteller jetzt Top-Smartphones Konkurrenz machen, aber erneut zu einem deutlich günstigeren Preis. ntv.de hat ausprobiert, ob das Motorola gelungen ist.

Der erste Eindruck des Edge 20 Pro ist sehr gut. Das Design ist zwar nicht außergewöhnlich, aber vor allem die an den Rändern fein gemusterte matte Glas-Rückseite kann sich sehen lassen. Zum Schutz liefert Motorola eine Silikonhülle mit, und das Gerät ist nach IP52 vor Spritzwasser geschützt. Wahrscheinlich hält es auch ein kurzes Abtauchen aus, aber eine entsprechende Zertifizierung würde es teurer machen.

Tolles, aber riesiges Display

Das Display ist mit 6,7 Zoll riesig und hat ein langgezogenes 20:9-Format, was für Nutzer mit kleineren Händen zum Problem werden kann. Denn der Einschalter mit integriertem Fingerabdrucksensor sowie die Lautstärkewippe sind auf der rechten Seite ziemlich weit oben angebracht, weshalb sich Daumen oder Zeigefinger mächtig strecken müssen, um sie zu erreichen. Trotzdem ist das Gerät für seine Größe noch recht handlich, da es 8 Millimeter dünn ist. Mit 190 Gramm ist das Edge 20 Pro außerdem ein relativ leichter Gigant.

Der Bildschirm ist aber nicht nur groß, sondern auch richtig gut. Er liefert starke Kontraste und schöne Farben, wie es sich für ein OLED-Panel gehört und ist mit einer Pixeldichte von 385 ppi sehr scharf. Außerdem bietet das Display bei Bedarf eine extrem hohe Bildwiederholfrequenz von 144 Hertz (Hz). Das ist ein Augenschmaus, benötigt aber auch viel Energie. Deswegen sollte man die automatische Anpassung eingeschaltet lassen oder manuell auf 60 Hz stellen, wenn eine absolut flüssige Darstellung nicht benötigt wird.

Kaum Abstriche bei der Leistung

Der Akku fasst zwar 4500 Milliamperestunden (mAh), hat aber nach arbeitsintensiven Tagen abends trotzdem nicht mehr allzu große Reserven. Mit dem mitgelieferten 30-Watt-Netzteil ist die Batterie zwar schnell wieder geladen, induktiv kann man das Edge 20 Pro allerdings nicht betanken. Das ist wie der reduzierte Wasserschutz eine akzeptable Sparmaßnahme, wenn man kein ausgesprochener Qi-Enthusiast ist.

Ein wenig hat Motorola auch beim Chipsatz gespart, was Nutzer aber kaum merken, solange sie dem Gerät keine absoluten Höchstleistungen abverlangen möchten. Denn statt Qualcomms aktuellem Top-Prozessor Snapdragon 888 werkelt im Inneren der Snapdragon 870.

Ansonsten ist das Edge 20 Pro mit 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (LPDDR5) und 256 GB Flash-Speicher (UFS 3.1) sehr gut bestückt. Im Leistungsvergleich von Geekbench 5 erreicht das Edge 20 Pro mit einem Rechenkern nahezu den gleichen Wert wie das Samsung Galaxy S21 Ultra (960), im Multi-Core-Vergleich liegt es nur rund 150 Punkte hinter ihm (3008).

Sehr gute Kameraausstattung

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Hauptkamera, ...

(Foto: kwe)

Ohne eine sehr gute Kameraausstattung dürfte sich das Edge 20 Pro nicht zur Oberklasse zählen. Doch Motorola hat sich in dieser Hinsicht nicht lumpen lassen. Das Gerät hat eine Hauptkamera mit 108 Megapixeln (MP) und Blende f/1.9. Dazu kommen eine 8-MP-Tele-Kamera (f/3.4) und eine 16-MP-Ultraweitwinkel-Kamera mit Blende f/2.2.

Die Hauptkamera liefert ausgezeichnete Aufnahmen mit natürlichen Farben, starken Kontrasten und einer guten Belichtung. Obwohl von den vielen Pixeln letztendlich 12 MP bleiben, weil sie für eine höhere Lichtempfindlichkeit zu sogenannten Ultra-Pixeln zusammengefasst werden, zeigen die Fotos außerdem sehr viele Details. Die Nachtaufnahmen sind auf hohem Niveau, aber nicht außergewöhnlich gut.

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... Tele-Kamera, ...

(Foto: kwe)

Auch die Videoaufnahmen sehen prima aus, wobei der Autofokus allerdings keine Rakete ist. Wer möchte, kann 8K-Aufnahmen mit 24 Bildern pro Sekunde (fps) machen, 4K-Clips laufen mit bis zu 60 fps.

Einen starken Eindruck macht die Tele-Kamera. Ihr Periskop-Objektiv erlaubt eine fünffache optische Vergrößerung, die man dank einer optischen Stabilisierung auch gut halten kann. Theoretisch bietet das Edge 20 Pro auch einen 50-fachen Super-Zoom. Aber das Rumgeeier beim Anvisieren eines Objekts kann man sich sparen, da die Qualität ab einer zehnfachen Vergrößerung stark nachlässt.

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... Ultraweitwinkel-Kamera.

(Foto: kwe)

Die Ultraweitwinkel-Kamera ist auch sehr gut, schön ist vor allem, dass sie bei Farben und Details durchaus mit der Hauptkamera mithalten kann. Nur an den äußersten Rändern sind Aufnahmen unscharf.

Kontaktfreudiges Gerät

Mit "Ready For" bietet das Motorola die Möglichkeit, das Edge 20 Pro mit Kabel oder über das WLAN-Netz mit einem Bildschirm, einen PC oder Fernseher zu verbinden. Dabei kann man das Smartphone-Display unter anderem spiegeln oder einen Desktop mit Apps via Handy als Touchpad bedienen.

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Das Motorola Edge 20 Pro in der Mitte, links das Standard-Modell, rechts das Edge 20 Lite.

(Foto: kwe)

Außerdem ist es möglich, das Smartphone als Ersatz-PC zu verwenden, indem man per Bluetooth Maus und Tastatur verbindet. Das hat im Test gut geklappt. Nervig ist allerdings, dass man die Funktion erst der Statusleiste hinzufügen muss, um sie unkompliziert zu erreichen. Laut Handbuch sollte sie sich dort schon befinden.

Starkes Trio

Unterm Strich ist das Motorola Edge 20 Pro trotz kleinerer Sparmaßnahmen ein echtes Oberklasse-Smartphone, das sich vor der wesentlich teureren Konkurrenz nicht verstecken muss. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet.

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Was das betrifft, steht aber das "einfache" Edge 20 vielleicht sogar noch besser da. Es hat statt der Periskop-Kamera nur eine einfache Tele-Kamera mit dreifach optischem Zoom und mit 8 und 128 GB eine knappere Speicherausstattung. Es ist 7 Millimeter dünn und wiegt nur 163 Gramm, dafür fasst sein Akku nur 4000 mAh. Außerdem kommt statt des Snapdragon 870 sein starker Mittelklasse-Kollege Snapdragon 778G zum Einsatz.

Für 350 Euro gibt's auch noch das Edge 20 Lite. Sein OLED-Display kommt nur auf 90 Hz, und es wird von Mediateks neuem Chip Dimensity 720 angetrieben. Bei den Kameras müssen Käufer lediglich auf eine Tele-Kamera verzichten, die durch einen Tiefensensor ersetzt wird, und die Ultraweitwinkel-Kamera löst nur mit 8 MP auf. Die Hauptkamera übernimmt das Lite vom normalen Edge. Dazu kommt ein Akku, der 5000 mAh schluckt, was in Kombination mit der abgespeckten Ausstattung lange Laufzeiten verspricht.

Quelle: ntv.de

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