Technik

Chinesen zu sparsam Günstiges iPhone ohne Notch soll kommen

Fingerabdrucksensor iPhone.jpg

Feiert die Touch ID unterm Display eines chinesischen iPhone ein Comeback?

(Foto: Patently Apple)

Weil nicht genug Chinesen bereit sind, die hohen iPhone-Preise zu bezahlen, will Apple dort angeblich künftig ein besonders günstiges Gerät verkaufen. Zu diesem Zweck soll die Touch ID ein verstecktes Comeback feiern.

Apple plant angeblich ein besonders günstiges iPhone nur für den chinesischen Markt, um dort verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. Um Kosten zu sparen, verzichtet das Unternehmen laut "Global Times" bei diesem Modell auf die TrueDepth-Kamera und setzt stattdessen einen Fingerabdrucksensor unter dem Display ein. Die für die 3D-Gesichtserkennung benötigte Laser-Technik sei so teuer, dass sie sich nur Apple leisten könne, sagte ein Informant der chinesischen Website.

Das stimmt zwar nicht ganz, denn Huawei setzt im Mate 20 Pro die gleiche Technik ein. Doch das Gerät war zum Marktstart im vergangenen Herbst mit rund 1000 Euro kaum günstiger als die iPhones und im folgenden P30 Pro setzte Huawei statt auf die teure 3D-Gesichtserkennung auf einen Fingerabdrucksensor unterm Display. Genau den gleichen Weg will Apple laut "Global Times" bei seinem China-iPhone gehen, um Kosten zu sparen.

Apple abgeschlagen

Die Chinesen kaufen bevorzugt Oberklasse-Smartphones, die umgerechnet um die 645 Euro kosten. Apple hat so ein Gerät nicht im Portfolio, die chinesischen Konkurrenten aber sehr wohl. Insgesamt greifen nur 13 Prozent der Chinesen zu Top-Geräten, durchschnittlich gaben sie 2018 umgerechnet 325 Euro für ein Smartphone aus. Deshalb sank Apples Marktanteil im ersten Quartal 2019 wieder auf 9 Prozent. Ein Jahr zuvor betrug er noch 13 Prozent. Marktführer ist laut einer Counterpoint-Statistik Huawei (inklusive Honor) mit 34 Prozent, vor Vivo (19 Prozent), Oppo (18 Prozent) und Xiaomi (12 Prozent).

"Global Times" schreibt, Apple wolle um den großen chinesischen Markt kämpfen und sei daher bestrebt, die Produktionskosten zu senken, obwohl der Handelskonflikt zwischen China und den USA die Preise eher steigen lässt. Daher ergibt es durchaus Sinn, eine teure Komponente durch eine günstigere zu ersetzen. Außerdem hätte so ein iPhone voraussichtlich nicht die breite Einkerbung (Notch) für die TrueDepth-Kamera im Display, die viele Nutzer nicht mögen.

Erfolg eines Billig-iPhone nicht garantiert

Analysten warnen allerdings davor, dass die Rechnung nicht aufgehen könnte. Zum einen würde ein "Billig-iPhone" am Highend-Image von Apple kratzen. Andererseits hätte so ein Gerät außer iOS und dem Apfel-Logo kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Und wenn die USA China trotz der jüngsten Lippenbekenntnisse ihres Präsidenten weiter unter Druck setzen, könnten auch immer mehr Chinesen aus Patriotismus auf ein iPhone verzichten - egal wie günstig es ist.

Quelle: n-tv.de, kwe