Technik

Tolle Kamera, prima Format Honor 20 Pro ein Preis-Leistungs-Sieger?

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Man sieht es zwar nicht sofort, aber das Honor 20 Pro hat eine Vierfach-Kamera auf der Rückseite.

(Foto: kwe)

Das Honor 20 Pro könnte wie seine Vorgänger ein Preis-Leistungs-Schlager sein. Die starke Quad-Kamera, das sehr handliche Format und eine gute Ausdauer sprechen dafür. Doch ist das Gerät auch günstig genug?

In den vergangenen Jahren hat die Huawei-Tochter Honor mit seinen günstigen Top-Smartphones regelmäßig Verkaufsschlager geliefert. Auch das neue Flaggschiff der Chinesen glänzt wieder mit starker Technik, doch das Honor 20 Pro ist mit rund 600 Euro nicht mehr wirklich günstig zu nennen. Ob es trotzdem ein Preis-Leistungs-Kracher ist, hat n-tv.de ausprobiert.

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Die Frontkamera guckt durch ein kleines Loch im Display.

(Foto: kwe)

Nur ein LCD, aber okay

Während andere Hersteller auch in der gehobenen Mittelklasse zunehmend auf AMOLED-Displays zurückgreifen, hat Honor dem 20 Pro wieder ein LCD eingebaut. Der 6,3 Zoll große Bildschirm schlägt sich nicht schlecht, Kontraste, Farben und Helligkeit sind gut. Auch die Schärfe des Full-HD-Displays ist mit einer Pixeldichte von 412 ppi hoch genug. Im direkten Vergleich mit einem AMOLED-Bildschirm sieht es zwar etwas blass aus. Das vergisst man im Alltag aber schnell und es spielt eigentlich keine Rolle.

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Kurz vor Dunkelheit mit Normalobjektiv fotografiert, ...

(Foto: kwe)

Klasse ist das kompakte Format des Honor 20 Pro, das sich mit 154,6 x 73,8 x 8,44 Millimetern noch gut mit einer Hand bedienen lässt. Das hat der Hersteller unter anderem dadurch erreicht, dass die Frontkamera durch ein kleines Loch im Display im linken oberen Eck fotografiert. Außerdem sind die Ränder für ein LCD sehr schmal, was auch optisch einiges hermacht.

Perfekte Position für Fingerabdrucksensor

Der Fingerabdrucksensor sitzt nicht wie beim Huawei P30 Pro unterm Display und ist auch nicht auf der Rückseite zu finden. Stattdessen hat in Honor ihn im Einschalter auf der rechten Seite untergebracht. Das ist eine sehr gute Position, um den Sensor mit dem Daumen oder dem Zeigefinger zu erreichen. Außerdem reagiert der Sensor richtig zackig.

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... mit Weitwinkel, ...

(Foto: kwe)

Beim Innenleben des Smartphones gibt es nichts zu meckern. Wie in Huaweis aktuellen Flaggschiffen werkelt auch im Honor 20 Pro der hauseigene Top-Prozessor Kirin 980, der auf großzügige 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zugreifen kann. Der interne Speicher ist mit 265 GB so groß, dass man verkraften kann, dass er nicht per microSD-Karten erweiterbar ist. Stattdessen bietet der Einschub Platz für eine zweite SIM-Karte. Das ist okay.

Über die Ausdauer des Honor 20 Pro kann man sich ebenfalls nicht beschweren. Der Akku bringt das Gerät mit 4000 Milliamperestunden locker auch über härtere Tage. Wenn es knapp wird, ist die Batterie per Schnelllade-Funktion ruckzuck wieder gefüllt. Dass man das Smartphone nicht induktiv laden kann, stört n-tv.de nicht besonders. Der eine oder andere Nutzer wird dies aber als Minuspunkt betrachten. Das gilt auch für die fehlende Klinkenbuchse. Vielleicht könnte man auch kritisieren, dass das Handy nicht wasserdicht ist, in dieser Preisklasse ist dies aber noch lange kein Standard.

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... mit dreifacher Vergrößerung ...

(Foto: kwe)

Starke Quad-Kamera

Ein wirklich herausragendes Merkmal ist die Quad-Kamera auf der Rückseite. Die mit Blende f1.4 sehr lichtstarke 48-Megapixel-Hauptkamera macht in jeder Situation sehr gute Aufnahmen. Auch nachts kann die optisch stabilisierte Knipse überzeugen, obwohl die Ergebnisse nicht ganz so stark wie beim Huawei P30 Pro aussehen. Auch die KI-Assistenz ist beim Honor nicht gleichwertig. In einigen Situationen wählt sie nicht die optimalen Einstellungen. Das gilt besonders für Nachtaufnahmen mit verschiedenen Lichtquellen. Wer manuell zur Sache geht, erzielt hier gewöhnlich bessere Resultate.

Die Weitwinkelkamera (117 Grad/16 Megapixel/f2.2) liefert bei Tageslicht ebenfalls sehr schöne Bilder. Auch in der Nacht ist sie noch brauchbar, zeigt aber Schwächen an den Seiten. Weil sie nicht optisch stabilisiert wird, benötigt man außerdem ein etwas ruhigeres Händchen.

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... und fünffacher Vergrößerung.

(Foto: kwe)

Die dritte Kamera (8 Megapixel/f2.4) liefert eine dreifache optische Vergrößerung und ist optisch stabilisiert. Damit kann man wunderbar arbeiten. Bei stärkeren Vergrößerungen greift die Software kräftig ein und die Aufnahmen vermatschen recht schnell, der fünffache Hybrid-Zoom ist aber noch im grünen Bereich. Erstaunlich: Die beim Blitz untergebrachte mickrige Makro-Kamera erlaubt trotz ihrer dürftigen 2 Megapixel in Zusammenarbeit mit der Hauptkamera ziemlich gute Nahaufnahmen.

Konkurrenz aus dem eigenen Haus

Ja, auch das Honor 20 Pro ist wieder ein Preis-Leistungs-Schlager. Es gibt wenig an dem Smartphone auszusetzen, aber viel zu loben - vor allem die starke Quad-Kamera. Doch im 600-Euro-Bereich ist das Gerät nicht konkurrenzlos. Unter anderem könnte das eben auf den Markt gekommene Xiaomi Mi 9T Pro mit Top-Hardware und Pop-up-Kamera zum Niedrigpreis von 450 Euro ein harter Gegner werden.

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Auch die Makroaufnahmen können sich sehen lassen.

(Foto: kwe)

Auch aus dem eigenen Haus kommt eine harte Nuss für das Honor 20 Pro. Der Preis des Huawei P30 ist inzwischen auf rund 500 Euro gesunken. Seine Triple-Kamera ist ebenfalls ausgezeichnet, bei ihm ist ein Fingerabrucksensor ins Display integriert. Die Speicherausstattung ist zwar etwas schwächer, aber das P30 schluckt Huaweis Nano Memory Cards. Und Puristen, die nur eine richtig starke Kamera brauchen, aber sonst keine Höchstleistungen, sollten sich auch mal das Google Pixel 3a anschauen.

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Quelle: n-tv.de

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