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"Ark OS" beim Patentamt Huawei kämpft um Deutschland

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Huawei kämpft, steht aber ohne Google-Lizenzen wohl auf verlorenem Posten.

(Foto: REUTERS)

Auch wenn es dauerhaft keine Android-Lizenz mehr von Google erhalten sollte, will Huawei offenbar Europa nicht so schnell aufgeben. Eine Markeneintragung beim Patentamt zeigt, dass die Chinesen vor allem auch um den wichtigen deutschen Markt kämpfen.

Nachdem es bereits Gerüchte gab, Huawei plane mit einem eigenem Betriebssystem auf den Verlust von Googles Lizenzen zu antworten, sind jetzt Dokumente aufgetaucht, die zeigen, dass das von der US-Regierung auf eine schwarze Liste gesetzte Unternehmen dies nicht nur für den heimischen Markt plant. Huawei hat laut "Caschys Blog" am 24. Mai beim Deutschen Patentamt (DPMA) den Namen für seine Android-Alternative eintragen lassen, es soll "Ark OS" ("Arche OS") heißen.

Bisher nur ein Name

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Die Screenshots verraten wenig.

(Foto: DPMA)

Ob das Unternehmen damit einen konkreten Plan verfolgt und das Betriebssystem tatsächlich schon bald einsatzbereit ist, bleibt offen. Zwar hat Huawei beim DPMA bereits Ende März Geschmacksmuster eingereicht, doch die damit verbundenen Screenshots könnten auch etwas ganz anderes zeigen. "Winfuture" weist darauf hin, dass auf dargestellten App-Infos die Android Green Alliance genannt wird. Das ist eine Vereinigung chinesischer Internet-Unternehmen, die sich verpflichtet haben, Standards für Google Android festzulegen.

Trübe Erfolgsaussichten

Die Markenanmeldung an sich zeigt eigentlich nur, dass Huawei den europäischen Markt und vor allem Deutschland nicht aufgeben will. Vermutlich handelt es sich dabei nur um einen Plan B, für den Fall, dass es mittel- oder langfristig die Zusammenarbeit mit Google nicht wieder aufnehmen darf.

Ob Huawei mit einem alternativen Betriebssystem außerhalb Chinas erfolgreich sein kann, ist allerdings mehr als fraglich. Bisher ist es weltweit noch keinem dritten Betriebssystem gelungen, sich neben Apples iOS und Googles Android zu etablieren, sogar IT-Gigant Microsoft scheiterte mit Windows 10 Mobile. Lediglich Amazon ist mit einer eigenen Android-Variante für seine Geräte und einem alternativen App-Store relativ erfolgreich.

Und selbst wenn die Gerüchte stimmen, wonach Huawei "Ark OS" schon Ende 2019 marktreif sein soll, wird wohl so oder so das kommende Flaggschiff Mate 30 (Pro) ohne Google-Lizenz schon beim Stapellauf versenkt. Wie seine Vorgänger soll es voraussichtlich im Oktober vorgestellt werden. So wie es jetzt aussieht, wird das Gerät nach einer langen Erfolgsstrecke die erste große Pleite für die Chinesen. Im kommenden Jahr drohen Huawei dann ohne ARM-Lizenz die Chips auszugehen und weitere Hardware-Engpässe drohen.

Huawei hat viel zu verlieren

2018 verkaufte Huawei weltweit rund 200 Millionen Smartphones, viele davon in Deutschland. Genaue Zahlen gibt es nicht, aber laut einer Canalys-Statistik liefen die Geschäfte der Chinesen hierzulande vergangenes Jahr fantastisch. Insgesamt erreichte Huawei einen Marktanteil von 21 Prozent und konnte sich gegenüber 2017 um sage und schreibe 146 Prozent steigern. Damit lag der chinesische Hersteller in Deutschland auf Platz 3 hinter Samsung (34%) und Apple (28%). Den vierten Platz eroberte die Huawei-Tochter Honor mit einem Marktanteil von 4 Prozent. Auch 2019 begann für die Chinesen in einem insgesamt schrumpfenden Markt ausgezeichnet. Das Unternehmen feierte im ersten Quartal rund 59 Millionen verkaufte Smartphones und konnte erneut um fast 40 Prozent zulegen.

Quelle: n-tv.de, kwe

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