Technik

Prozessor der iPhone-Rivalen Huawei stellt neuen Super-Chip vor

Kirin 980 -1.png

Der Kirin 980 wird im Huawei Mate 20 Pro Premiere feiern.

Huawei

Der Kirin 980 soll Huaweis kommendem iPhone-Rivalen Mate 20 Pro im Oktober zu Höchstleistungen verhelfen. Auf der IFA stellen die Chinesen den Chip vor und erklären, was ihn so besonders macht.

Mit dem Kirin 970 präsentierte Huawei im vergangenen Jahr den Chip, der mit Hilfe eines neuronalen Prozessors (NPU) Funktionen künstlicher Intelligenz auf Smartphone brachte. So ermöglicht beispielsweise das P20 Pro Nachtaufnahmen mit bis zu sechs Sekunden langen Belichtungszeiten ohne Stativ. Die KI gleicht Bewegungen in Echtzeit ab und verhindert so erstaunlich effektiv Verwackler. Jetzt hat Huawei den Nachfolger Kirin 980 auf der IFA vorgestellt, der große Erwartungen an das für Mitte Oktober erwartete Mate 20 Pro weckt, das das erste Smartphone mit dem neuen Chip sein wird.

Stärker, aber sparsamer

Der Kirin 980 ist offiziell der erste Chip, der im 7-Nanometer-Verfahren hergestellt wird. Allerdings wird der A12 der kommenden iPhone-Generation ebenfalls diese Strukturbreite haben. Interessanterweise werden offenbar beide Chips in den Fabriken des taiwanischen Herstellers TSMC gefertigt.

Durch das 7-Nanometer-Verfahren war es Huawei möglich, auf einen Quadratzentimeter 9,6 Milliarden Transistoren unterzubringen. Somit ist der neue Chip rund 20 Prozent leistungsfähiger als sein Vorgänger, der mit 5,5 Milliarden Transistoren werkelte. Noch wichtiger ist vielleicht, dass durch die kürzeren Wege, die die Elektronen zurücklegen müssen, die Effizienz um bis zu 40 Prozent verbessert wurde.

Kirin 980 -4.png

Der Kirin 980 soll auch der erste SoC mit Arbeitsspeicher LPDDR4X sein.

(Foto: Huawei)

Ein weiteres Plus an Leistung und Effizienz bringt der erstmalige Einsatz von Cortex-A76-Kernen, die 75 Prozent kräftiger als die vorherige Generation sein sollen, aber gleichzeitig auch fast 60 Prozent sparsamer. Insgesamt hat der Hauptprozessor (CPU) des Kirin 980 acht Kerne. Zwei sind besonders leistungsfähig, zwei stark und effizient, vier weitere sind vor allem sparsam. Für die meisten Aufgaben setzt der Chip die stärksten Kerne gar nicht ein, sie greifen nur ein, wenn Höchstleistung gefordert ist, beispielsweise bei Spielen.

Noch schnellere Bilderkennung

Um beim Gaming den gestiegenen Grafikansprüchen gerecht zu werden, hat der System-on-a-Chip (SoC) mit der Mali-G76 auch eine neue GPU (Grafikprozessor) an Bord. Sie soll nicht nur 46 Prozent leistungsfähiger sein, sondern sogar 178 Prozent effizienter arbeiten als die Vorgängerin.

Der Kirin 980 verfügt über zwei NPUs. Damit soll der Chip Bilder noch schneller erkennen als der Vorgänger mit einer NPU. Die Rate soll bei 4500 Bildern pro Minute liegen – 120 Prozent mehr als der Kirin 970. Der Chip ist damit jetzt auch in der Lage, Videos in Echtzeit zu analysieren.

Und schließlich hat der SoC auch noch einen neuen Bildprozessor. Er soll unter anderem eine bessere Bewegungsverfolgung, leistungsfähigeres HDR und eine weiter optimierte Rauschunterdrückung bieten. Huawei verspricht so auch noch bessere Nachtaufnahmen als sie mit dem P20 oder P20 Pro möglich sind. Man darf gespannt sein.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema